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Bildungsreform: VDV fordert Nachbesserungen an Bologna-Umsetzung

28.11.2009 VDVinformiert vor 7 Jahr(en)


Der Bundesvorstand des VDV fordert die Bildungspolitiker aus Bund und Ländern nachdrücklich auf, die Vorgaben des Bologna-Prozesses gründlich nachzubessern. Zwar werde das Bachelor-Master-System vom VDV grundsätzlich befürwortet, gleichwohl seien in der Realisierung gravierende Fehler gemacht worden, die es dringend zu beheben gelte, so die einhellige Meinung des VDV-Bundesvorstandes.

 

Der VDV unterstützt damit ausdrücklich die Forderungen der Studierenden nach umfassenden Verbesserungen ihrer Studienbedingungen. Die wesentlichen Kriterien eines Hochschulstudiums, die es den Studierenden ermöglichen sollen, auch über den fachlichen Tellerrand zu schauen, sind nach Auffassung des VDV nicht mehr gegeben. Und auch die mit der Bologna-Reform beabsichtigte Erhöhung der Mobilität der Studierenden wurde weder national noch international erreicht – im Gegenteil: Der sehr dichte Termin- und Prüfungsplan lässt den Studierenden keine Freiheiten mehr und verhindert damit beispielsweise auch jegliches gesellschaftspolitisches Engagement.

 

„Es ist dringend an der Zeit, die Bologna-Strategien zu überprüfen und entsprechende Korrekturen vorzunehmen“, sagte Dipl.-Ing. Wilfried Grunau, Präsident des VDV in Hannover. „Nicht zuletzt sind die aktuellen Bildungsproteste der Studierenden ein äußerst deutlicher Indikator dafür, dass die politischen Rahmenvorgaben für die Hochschulen schnellstmöglich nachgebessert werden müssen.“

 

Der VDV fordert die Länder zudem auf, auf die rein finanziell begründete und damit faktisch willkürliche Quotierung des Zugangs für Masterstudiengänge zu verzichten. Die deutsche Ingenieurausbildung hat international ein sehr hohes Ansehen. Einem Absinken des Qualifikationsniveaus deutscher Ingenieure in Folge der Einführung von Bachelor-Abschlüssen ist deshalb durch einen ungehinderten Zugang zum Masterstudium unbedingt entgegen zu wirken.

 

Der VDV ist weiterhin der Auffassung, dass Bund und Länder den finanziellen Mehrbedarf durch die Bologna-Reform anerkennen und auch tragen müssen. „Die Zukunft Deutschlands ist nicht zuletzt eine Bildungsaufgabe. Dafür aber müssen die finanziellen Mittel bereitgestellt werden!“, so Grunau.