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Ingenieure braucht das Land!

19.05.2014 VDVinformiert vor 3 Jahr(en)


Wilfried Grunau und Staatssekretärin Iris Gleicke

Sitzung des ZBI-Hauptvorstandes im Deutschen Bundestag unter der Leitung von Wilfried Grunau.

Der Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI) hat einen neuen ehrenamtlichen Präsidenten: Dipl.-Ing. Wilfried Grunau aus Edewecht-Friedrichsfehn wurde am Freitag (16. Mai) in Berlin einstimmig zum Nachfolger von Iris Gleicke gewählt, die ihr Amt aufgrund der Ernennung zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium abgeben musste. Grunau, der die Amtsgeschäfte bereits kommissarisch nach dem Rücktritt von Gleicke weiterführte, ist in der Fachöffentlichkeit sehr geachtet und anerkannt. Unter anderem wurde er für sein ehrenamtliches Engagement bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zu seinen Vorgängern im Amt gehört auch der ehemalige Bundestagsvizepräsident Dr. Helmuth Becker.

 

Der Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI) e.V. ist ein Spitzenverband im Bereich des Ingenieurwesens und bündelt die Interessen und Belange seiner Mitgliedsverbände mit über 50.000 Ingenieurinnen und Ingenieuren.

 

Deutschland ist auf eine intakte Infrastruktur und somit auch auf gut ausgebildete Ingenieure angewiesen. Der jetzt von Wilfried Grunau geführte Spitzenverband sieht daher für den Berufsstand der Ingenieure eine hohe Verantwortung, das Land wettbewerbsfähig zu halten und technische Innovationen zu fördern. Dies wurde bei der Sitzung des ZBI-Hauptvorstandes am vergangenen Freitag in den Räumen des Deutschen Bundestages mehrfach sehr deutlich betont. Zur Sicherstellung einer modernen Infrastruktur seien dringend die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, forderte der neue ZBI-Präsident Wilfried Grunau in seiner Antrittsrede, denn die technischen Innovationen können den Bürgern und der Wirtschaft nur bei einer vorhandenen und intakten Infrastruktur, wie beispielsweise Schienen, Straßen, Wasserstraßen und Breitbandkommunikation entsprechenden Nutzen bringen.

 

"Schließlich sichert eine moderne Infrastruktur die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und zugleich einen hohen Lebensstandard", erklärte Grunau und begrüßte das klare Bekenntnis der Regierungsparteien zu substanziellen Erhöhungen und zur Verstetigung der Mittel für die Verkehrsinfrastruktur. "Gleichwohl halte ich im Sinne der Planungssicherheit eine zeitnahe und konkrete Ausgestaltung der Infrastrukturfi­nanzierung für zwingend erforderlich." Zusätzlich seien die bisherigen formellen Planungs- und Entscheidungsverfahren noch mehr zu opti­mieren und parallel die Partizipation der Gesellschaft weiter auszubauen, so Grunau weiter.

 

Die vom ZBI-Hauptvorstand beschlossene strategische Themensetzung umfasst hinsichtlich des Ingenieurwesens eine konkrete Positionierung zu den Aussagen des Koalitionsvertrags der beiden regierenden Parteien. Dies betrifft die Freie Wirtschaft ebenso wie den Öffentlichen Dienst und den Bildungsbereich.

 

Nach Auffassung des ZBI muss beispielsweise die Attraktivität des öffentlichen Dienstes für junge Menschen, besonders im Hinblick auf die Bezahlung, den beruflichen Aufstieg und die Alterssicherung als Alternative zur Privatwirtschaft erhöht werden. Der ZBI strebt daher eine aktivere Mitwirkung bei aktuellen Reformen der Verwaltungen an, um einem Abbau öffentlicher Leistungen entgegenzuwirken.

 

Im Bereich Bildung fordert der ZBI eine Erhöhung des Frauenanteils bei den MINT-Studiengängen (MINT= Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Auch wirbt der ZBI für eine duale Ausbildung im Ingenieurbereich sowie für einen Ausbau der Masterstudienplätze bei den IT-Studiengängen. Auch sollte forschungsstarken Fachhochschulen nach Auffassung des ZBI ein eigenes Promotionsrecht verliehen werden.

 

Im Themenfeld „Wirtschaft“ liegt das Augenmerk neben den vorgenannten Maßnahmen zur Infrastrukturförderung insbesondere bei der Koordinierung der Baupolitik im Wohnungs- und Städtebau, bei der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, beim Vergaberecht und der dringend erforderlichen Überarbeitung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).