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Neuordnung der Ausbildung Vermessungstechniker / Geomatiker

07.03.2010 VDVinformiert Von Burkhard Kreuter vor 7 Jahr(en)


Die Sachverständigen des BBIB (Foto: Dr. Aschenberner)

Am 01. August 2010 soll die Verordnung zur Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie in Kraft treten. Mit dieser Verordnung werden die bisherigen Ausbildungsberufe „Vermessungstechniker“ und „Kartograph“ neu geordnet in die Berufe „Vermessungstechniker“ und „Geomatiker“ (es gilt jeweils auch die weibliche Form).

Der Beruf des Vermessungstechnikers wird mit dem Beruf des Bergvermessungstechnikers zusammengefasst und inhaltlich aktualisiert. Für den Bereich der Bergvermessungstechnik soll eine ei­gene Fachrichtung eingeführt werden. Ausbilden werden diesen neu geordneten Beruf vor allem die ÖbVI’s und Ingenieurbüros aber auch im Bergbau tätige Vermessungsstellen.

 

Die Ausbildung zum „Geomatiker“ ist ein vollkommen neuer Beruf, der die Inhalte Kartographie, Vermessung, Geoinformatik und Fernerkundung abdeckt. Als Ausbildungsstellen kommen Behörden, kartographische Verlage und GIS-Anwender in betracht.

 

Die Beratungsgespräche beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) wurden durch berufene Sachverständige aus dem Bereich der Arbeitgeber (der AdV, dem BDVI, der DGfK, der DGPF, dem IGVB und dem VDV) fachlich begleitet. Für die Arbeitnehmer haben Vertreter von ver.di an den Sitzungen teilgenommen. Der VDV wurde durch seinen Geschäftsführer Burkhard Kreuter in dieser Sachverständigengruppe vertreten. Die nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr gute, zielgerichtete Zusammenarbeit aller Sach­verständigen in der Neuordnung der Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie soll hierbei nicht uner­wähnt bleiben.

 

Auszubildende im gesamten Be­reich Vermessungstechnik werden nicht nur eine Ausbildung im und für den Außendienst erhal­ten, sondern auch:

naturwissenschaftliche und mathematische Grundlagen der Geoinformation anwenden,

berufsbezogene Rechts und Verwaltungsvor­schriften berücksichtigen sowie

erhobene Daten übertragen, sichern, bereinigen, bearbeiten qualifizieren und visualisieren können. Darüber hinaus werden die betriebliche und tech­nische Kommunikation, das Qualitätsmanage­ment und die Kundenorientierung zur Ausbil­dung gehören.

Das Beherrschen der vermessungstechnischen Pro­zesse des Geodatenmanagements und Kennt­nisse der Informations- und Kommunikationssy­steme der Geoinformationstechnologie werden ebenfalls Bestandteile der Ausbildung. In der Fachrichtung Vermessung sind Kenntnisse des Liegenschaftskatasters, des Grundbuches, der Bau- und Bodenordnung und der Grundstücksbewertung obligatorisch. In der Fachrichtung der Bergvermessung werden die einschlägigen bergmännischen Qualifikationen vermittelt. Die beiden Ausbildungsberufe Vermessungstechniker und Geomatiker haben teilweise gleiche Inhalte, unterscheiden sich aber in der Tiefe der Ausbildung dabei erhalten Geomatiker eine Vermessungskompetenz und Vermessungstechniker eine Kompetenz im GIS-Bereich.

 

In den ersten 12 Monaten werden die beiden neuen Berufe gemeinsam beschult. Im zweiten Jahr werden die Fachrichtungen „Vermessungstechniker“ und die „Bergvermessungstechniker“ weiter gemeinsam beschult und im dritten Jahr erfolgt die schulische Ausbildung in den drei Gruppen „Vermessungstechniker“, Bergvermessungstechniker“ und „Geomatiker“.

 

Die Prüfungen und insbesondere die Abschlussprüfung werden entsprechend den Empfehlungen von Prüfungsanforderungen in Ausbildungsordnungen des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung ein völlig neues Profil erhalten. Die bisherige praktische Prüfung wird z. B. durch einen betrieblichen Auftrag ersetzt.

 

Als Fazit der bisherigen Arbeit in der Neuordnung der Berufsausbildung zum Vermessungstechniker bleibt festzustellen, das sich der unermüdliche Einsatz im Interesse der zukünftigen Auszubildenden gelohnt hat. Auch die Ausbildung bei den ÖbVI’s und freien Ingenieurbüros wird zu einem innovativen, zukunftsorientierten Beruf führen, wobei nicht verschwiegen werden darf, dass diese Berufsgruppe auch die Ausbildung zum Geomatiker in ihren Betrieben anbieten kann.