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Resolution der Vermessungsverbände des Freistaates Sachsen zur Wiederaufnahme der Laufbahnausbildung für den gehobenen und höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienstes

24.01.2011 VDVinformiert vor 6 Jahr(en)


Die Laufbahnausbildung für den gehobenen und höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienst dient der Ausbildung leistungsfähiger und kompetenter Nachwuchskräfte, die den Anforderungen an Führungskräfte in Verwaltung und Wirtschaft gerecht wird. Das an der Hochschule erworbene Wissen wird in der Verwaltung praxisorientiert anwendet und ergänzt. Die Anwärter und Referendare werden auf die verschiedenen Tätigkeiten des beruflichen Spektrums mit hohem Niveau vorbereitet, um fachlich fundierte Führungs- und Managementaufgaben und interdisziplinäre Zusammenarbeit bewältigen zu können. Die Erfahrungen zeigen, dass die 2-jährige vermessungstechnische Laufbahnausbildung mehr als nur auf das Erlangen des Beamtenstatus ausgerichtet ist, sondern sich im als auch außerhalb des öffentlichen Dienstes als Zusatzqualifikation etabliert hat. Ferner gehört sie zu den Voraussetzungen zur Bestellung zum Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbV) und sichert somit den Berufsnachwuchs für das Amt des ÖbV mit Blick auf in Zukunft anstehende Büronachfolgen.

 

  • Seit dem Jahr 2007 wurden im Freistaat Sachsen weder Anwärter noch Referendare für die Laufbahn des gehobenen bzw. höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienstes ausgebildet. Auch im Jahr 2011 soll keine Laufbahnausbildung stattfinden.

  • Aufgrund der Aussetzung der vermessungstechnischen Laufbahnausbildung klafft bereits jetzt eine große Lücke potentiellen Berufsnachwuchses von 10 Jahren!

  • Die Aussetzung auf unbestimmte Zeit ist aus berufspolitischen Gründen nicht vertretbar. Sie gefährdet die Existenz der leistungsfähigen ÖbV- und Ingenieur-Büros hinsichtlich deren Nachfolge, führt zur Verdrängung der Fachkräfte aus den Verwaltungen und damit zur Minderung der Qualität des Vermessungswesens im Freistaat Sachsen. Zudem verstärkt sie die Abwanderung von jungen Vermessungsingenieuren in die Bundesländer mit Laufbahnausbildung.

 

Trotz oder gerade wegen leerer öffentlicher Kassen ist zur Aufrechterhaltung der Zukunftsfähigkeit eines geordneten Vermessungswesens kontinuierlich ein Mindestmaß an Laufbahnausbildung in einem Turnus von mindestens 2 Jahren erforderlich. Nur so kann neben dem Erfordernis einer geordneten Altersstruktur dem Erhalt der komplexen Aufgaben- und Kenntnisprofile Rechnung getragen werden. Für ein leistungsfähiges Vermessungswesen wird die Verknüpfung von Fach- und Führungskompetenzen und damit die Einbeziehung von Expertenwissen auch in den obersten Führungsebenen bei immer schneller voranschreitender technischer Entwicklung zum existenziellen Faktor. Fachlich qualifizierte Vermessungsingenieure in Wirtschaft und Verwaltung bewahren den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt unseres Freistaates als Zukunftssicherung.

 

Die unterzeichnenden Vermessungsverbände fordern die Staatsregierung deshalb auf, die Laufbahnausbildung für den gehobenen und höheren vermessungstechnischen Verwaltungsdienst im Freistaat Sachsen unverzüglich wieder aufzunehmen.

 

gez.

Matthias Kaden, Vorsitzender VDV Sachsen e.V.

Wolfgang Heide, Vorsitzender BDVI Sachsen e.V.

Axel Pohlmann, Vorsitzender, DVW Landesverein Sachsen e.V.