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Vorabinformation zur Neustrukturierung der Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie

26.09.2009 VDVinformiert Von Burkhard Kreuter vor 8 Jahr(en)


Modernisierter Ausbildungsberuf Vermessungstechniker/in mit integrierter Bergvermessungstechnik - Neuer Ausbildungsberuf Geomatiker/in

 

Auf Bundes- und Länderebene werden gegenwärtig die Weichen gestellt, dass voraussichtlich zum Termin 01. August 2010 im Berufsumfeld der Geoinformationstechnologie ein modernisierter Ausbildungsberuf Vermessungstechniker/in und ein neu geschaffener Ausbildungsberuf Geomatiker/in angeboten werden können. Die Ausbildungszeit beträgt jeweils drei Jahre.

 

Die Geoinformationstechnologie beschäftigt sich umfassend mit der Bearbeitung von Geobasisdaten der Vermessungs- und Katasterverwaltungen sowie von Geofachdaten im privatwirtschaftlichen und behördlichen Umfeld. Die Bearbeitung von Geodaten beinhaltet u. a. die Erfassung (örtliche Vermessung, Digitalisierung, Fernerkundung), die Interpretation und Qualifizierung, die Integration unterschiedlicher Datenquellen, die Analyse sowie die Präsentation und die Bereitstellung von Daten mit den jeweiligen modernen Verfahren und Techniken.

 

Der Ausbildungsberuf Vermessungstechniker/in mit integrierter Fachrichtung Bergvermessungstechnik wird inhaltlich modernisiert und folgt damit der technologischen Entwicklung in der Messtechnik (u.a. Laservermessung, Satellitenmessverfahren) und der computergestützten Weiterverarbeitung der Daten zu Produkten (wie Rissen, Karten und Plänen). Im Bauwesen ist auch der umgekehrte Arbeitsprozess erforderlich, nämlich aus georeferenzierten Projektdaten die örtliche Lage von Bauwerken zu bestimmen.

 

Während es bei der Vermessungstechnik wie bisher schwerpunktmäßig um die örtliche Erfassung von Geodaten geht, liegen die Prioritäten bei der Geomatik in der Weiterverarbeitung und Visualisierung der erfassten und von anderen Stellen beschafften Geodaten. Der neu geschaffene Beruf Geomatiker/in wird die wichtigen Inhalte aus dem dann nicht mehr angebotenen Beruf Kartograph/in auffangen und auch wesentliche Elemente aus der Photogrammetrie und Fernerkundung enthalten.

 

Die gegenseitige inhaltliche Überdeckung in den beiden Berufen wird durch gemeinsame Ausbildungsinhalte von mindestens 12 Monaten verdeutlicht. Gemeinsamkeiten gibt es dabei speziell im Umgang mit geographischen Informationssystemen und der modernen Informations- und Kommunikationstechnik.

 

Ausbildungsstellen sind insbesondere die Vermessungs- und Katasterverwaltungen der Länder und des Bundes, Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure/innen, Bergbaubetriebe, Geodaten verarbeitende kommunale Dienststellen und Ingenieurbüros sowie Betriebe der Photogrammetrie/ Fernerkundung und der Kartographie.