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UAV im Einsatz - erste praktische Erfahrungen

08.05.2015 Bezirk Hessen-Süd Von Michael Heinrich vor 2 Jahr(en)


Termin: 08.05.2015 14:00
Ort: Dreieich


Der Multikopter

Ties Tiessen (links) und Stephan Och (4.v.r.) im Kreise der Teilnehmer

Im Frühjahr war der VDV-Bezirk Hessen-Süd bei der Firma TPI-Vermessungsgesellschaft mbH in Dreieich-Sprendlingen zu Gast, um sich über UAV (unmanned bzw. unpiloted aerial vehicle = unbemanntes Luftfahrzeug) und deren Einsatz in der Vermessung zu informieren.

 

Zunächst wurden wir von Geschäftsführer Dipl.-Ing. Ties Tiessen mit einem Imbiss herzlich begrüßt. Er stellte und das Unternehmen kurz vor. TPI ist ein modern ausgestattetes Ing.-Büro mit ca. 20 Mitarbeitern, das alle Aufgabenfelder der Ingenieurvermessung abdeckt. Das Büro ist auch international tätig, einige Projekte führten u.a. bis nach Südafrika.

 

Im Anschluss stellte uns Referent Dipl.-Ing. Stephan Och spezielle Aufgabenbereiche vor, bei denen ein UAV (ein sog. Multikopter, die genaue Bezeichnung richtet sich nach der Anzahl der Rotoren) zum Einsatz kommt. In einer Power-Point Präsentation zeigte uns Stephan Och digitale Geländemodelle, Orthophotos und topographische Karten, die mit Hilfe eines Multikopters erstellt wurden. So kann z. B. schwer zugängliches Gelände, wie Deponien oder Steinbrüche, erfasst werden; ein anderes Aufgabengebiet ist die Bestandserfassung von Bauwerken, wie Kirchen und Denkmäler sowie Industrieanlagen, wobei es von Vorteil ist, das ein Multikopter fast an jeder Stelle starten und landen kann.

 

Nach dem beeindruckenden Vortrag konnten wir den bei TPI im Einsatz befindlichen Multikopter direkt in Augenschein nehmen. Es handelt sich hierbei um einen Hexakopter (sechs Rotoren) mit einem Flugkörper aus Carbon, einem Durchmesser von 1,05 Metern und einem Leergewicht von 3,4 kg. Das Gerät kann eine Flughöhe von bis zu 3000 Metern erreichen und die Akkus reichen für eine Flugzeit von bis zu 30 Minuten. Die Steuerung erfolgt vom Boden aus mittels GPS, Nick- und Neigebewegungen werden automatisch ausgeglichen. Interessant war zu erfahren, dass Mitarbeiter, die den Kopter bedienen wollen, eine einwöchige Piloten-Ausbildung absolvieren müssen; zudem müssen für den Geräteeinsatz Aufstiegsgenehmigungen vorhanden sein, wobei diese länderspezifisch sind. Das Gerät musste bei unserem Besuch aufgrund eines kleinen technischen Defektes leider am Boden bleiben, aber das tat der beeindruckenden Vorstellung keinen Abbruch.

 

Im Anschluss entwickelte sich noch eine lebhafte Diskussion, bei der neben technischen Aspekten auch berufspolitische Themen zur Sprache kamen. Wieder eine gelungene und äußerst interessante Veranstaltung.