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Prof. Dr. Bonatz in Aktion
Prof. Dr. Bonatz in Aktion
Interessierte Zuhörerschaft
Interessierte Zuhörerschaft
Absolutgravimeter in Odendorf
Absolutgravimeter in Odendorf
Goldenes Lot x 3 v. l. n. r. Prof. Dr. Manfred Bonatz, Prof. Dr. Klaus Grewe und Rolf Bull
Goldenes Lot x 3 v. l. n. r. Prof. Dr. Manfred Bonatz, Prof. Dr. Klaus Grewe und Rolf Bull

Die Bestimmung physikalischer Höhen aus GPS-Beobachtungen vom 5. November 2015

 

Prof. Bonatz rief – und viele Bonner Geodäten des VDV-Bonn kamen am 5. November 2015 zu einem informativen Themenabend über die Bestimmung von Höhensystemen der Landesvermessung. Es war eine selten gut besuchte Vortragsveranstaltung, was für den Referenten und sein Thema sprach.

 

Prof. Manfred Bonatz, Professor der „Theoretischen Geodäsie“ der Universität Bonn und Träger des „Goldenen Lotes“, spannte in seiner bekannten anschaulichen Art einen weiten Bogen von kosmischen Räumen und Einflussgrößen zu erdellipsoidischen Dimensionen und Schwerefeldern und deren Bestimmungen. Kernstück seiner verständlichen Darlegungen war der Einfluss der Gravimetrie auf (fast) alle geodätischen Messprozesse und des Erdschwerefeldes auf die Bestimmung von orthometrischen Höhensystemen.

 

So wurden den Zuhörern Begriffe wie Erdellipsoid, Geoid, Erdschwerefeld, Undulation sowie die Verschiedenheit von ellipsoidischen und orthometrischen Höhensystemen erläutert. Immer wieder betonte der Redner die praktische Seite der Messung von Höhenunterschieden, und zwar nach dem zweckmäßigen geodätischen Prinzip: so genau wie nötig, nicht wie möglich!

 

Aus seiner langjährigen Forschungsarbeit zur Gravimetrie berichtete Manfred Bonatz über aktuelle absolutgravimetrische Messgeräte, die erfreulicher Weise vermehrt von der Vermessungsverwaltung NRW (GEObasis.NRW) eingesetzt werden, um insbesondere in den bekannten, bergbaulich verursachten Bodensenkungsgebieten aktuelle gravimetrische Informationen für ein neues Undulationsmodell zu erhalten. Denn im Zuge der heute wirtschaftlichen zentimetergenauen satellitengeodätischen Höhenmessungen verlangen die originär bestimmten ellipsoidischen Höhenunterschiede einer Umrechnung mittels Undulationsinformationen in die benötigten nivellitischen Landeshöhen. Gerade diese nivellitischen Höhen werden auch zukünftig in der Baupraxis benötigt (damit z. B. Wasserein- und -abflüsse stets korrekt erfasst und berücksichtigt werden können!).

 

Für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland sind die Schweremessungen inzwischen flächendeckend weitgehend abgeschlossen mit einer Punktdichte von etwa 1 Punkt pro 4-5 km². Zur Veranschaulichung: In NRW mit einer Fläche von 34.000 km² wurden über 6.000 Schwerepunkte beobachtet, jeweils synchron mit zugeordneten Lage und Höhenwerten im GNSS-System (Globales NavigationsSatelliten-System).

 

Die Zuhörer bedankten sich für den packenden Vortrag mit langem Applaus und Prof. Bonatz gab auch zu inzwischen später Stunde noch viele Antworten auf Fragen aus dem Zuhörerkreis. 

 

Der Bezirksvorsitzende Kurt Andrä hatte zu diesem Abend die langjährigen VDV-Mitglieder, die ihre Ehrung noch nicht entgegen nehmen konnten, eingeladen: Hans-Alfred Hahn (40 Jahre), Guido Blome (25), Uwe Spittel (25) und Karsten Vohwinkel (25). Leider waren alle verhindert.

 

Umso mehr konnte er sich freuen, dass er „Dreimal Goldenes Lot“ vorstellen durfte. Der Vierte in diesem illustren Kreis, Hans Fröhlich, hatte kurzfristig absagen müssen. Somit ist der VDV-Bezirk Bonn zum Goldenen-Lot-Bezirk avanciert.


Text: Manfred Spata (zum Vortrag) und Rolf Bull (zum Bezirk)
Fotos: Kurt Andrä

 

 

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