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2. GEODÄSIE-KONGRESS NRW am 2. Juli 2019 - Vorträge stehen bereit

15.08.2019 VDVinformiert Von Ulf Meyer-Dietrich vor 34 Tagen


"mondänes Tagungsambiente: der Rheingoldsaal in den Rheinterrassen" Quelle: www.stockheim.de

Hier finden Sie die Vorträge zum GEODÄSIE-KONGRESS 2019.

„Geodäsie und BIM“

Vom Veranstaltungsort „Rheinterassen Düsseldorf“ hatten am 2. Juli die Teilnehmer einen direkten Blick auf den Rhein.

Die Zukunft des Bauens und die Beteiligung der Geodäsie bei diesem spannenden Thema sollten durch die hervorragenden Referenten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen den über 200 interessierten Personen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung neue Inspiration verschaffen. Begleitend hierzu fand eine Fachausstellung im Foyer des Rheingoldsaals statt.

Die drei Verbands-Vorsitzenden Ulf Meyer-Dietrich (VDV), Rudolf Wehmeyer (BDVI) und Andreas Wizesarsky (DVW) begrüßten gemeinsam die anwesenden Teilnehmer

Einen Gruß von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung (MHKBG) überbrachte der Leiter der Abteilung Bau MD Dr. Thomas Wilk vorab dem Plenum. In seinem Vortrag stellte er den Stand und Ausblick des BIM und der Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens in NRW aus der Sicht des Landesbauministeriums dar. Dabei hat die Baubranche mit ca. 2,2 Mio. Beschäftigten eine hohe Wertschöpfungskette und trägt den laufenden Wirtschaftsaufschwung.

Das Landesbauministerium hat zur Beschreibung und Verbesserung der Rahmenbedingungen für BIM in NRW ein BIM-Competence-Center (BIM-CC) unter Leitung von Dr. Wilk geschaffen. Im Vordergrund steht eine enge Vernetzung von Expertenwissen aus Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Hochschulen. Das BIM-CC will eine DigiBau-Roadmap für NRW erstellen. Wichtig ist dem Leiter des BIM-CC, die Mitnahme der kleinen und mittleren Unternehmen in allen Prozessen, denn diese stellen knapp 90% aller Betriebe in NRW – mit je weniger als 10 Mitarbeitern.

Dem Thema Arbeitsprozesse mit BIM – eine berufliche Herausforderung widmete sich Wolfgang Zimmer, Geschäftsführender Partner und Architekt im Architekturbüro Koschany und Zimmer Architekten KZA aus Essen seinem Vortrag. Als Mitglied der BAK-Expertengruppe BIM, Co-Autor von verschiedenen Ausführungen zu BIM stellte er einen Praxisbericht seines Architekturbüros vor.

Ziel des Prozesses ist eine präzise Leistungsvorhersage, um die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen des Projektes zu bewerten und optimieren zu können. Hier ist der Architekt der Systemführer, denn Planen und Bauen erfordert immer Kommunikation aller Fachdisziplinen. Diese Kommunikation benötigt eine Organisation. BIM steht also für mehr als nur digitaler Planung, Ausführung, Bauen und Unterhalten eines Projektes. Es ist ein ganzheitliches Verständnis aller Beteiligten am Bau. Es bleibt aber die Erkenntnis von W. Zimmer, dass „die Komplexität bei jedem Projekt immer wieder neu ist. Wir lernen jeden Tag dazu“.

Prof. Dr.-Ing. Jörg Blankenbach ist ein Vorreiter in Sachen BIM bei der RWTH Aachen am Lehrstuhl für Bauinformatik & Geoinformtionssysteme. Darum war das Thema „Wie kommt die Koordinate ins BIM? Im Spannungsfeld von Modellierung, Interoperabiltät und Software“ naheliegend für seine Ausführungen.

Im Lebenszyklus eines Bauwerks wird an unterschiedlichen Stellen die Vermessung eingesetzt bzw. benötigt. Doch wie kommen die Projekte nun in den Raumbezug?

Hier sind die Geodäten gefragt sich dieses Themas für BIM anzunehmen, zumal die Realisierung durch Absteckung, Einmessung und Aufmaß in geodätischer Hand liegt.

Als Beraterin in den Bereichen BIM, GIS und Digitalsierung – bevorzugt im Bereich der Infrastruktur – und als teilhabende Geschäftsführerin der LocLab Consulting GmbH referierte Dr. Ilka May aus ihrer persönlichen Sicht  zum Thema „BIM hat Potenzial! – Doch bleibt es ein ewiger Hoffnungsträger?“.

Die Vorteile des BIM über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks scheinen klar: bessere Kosten- und Termintreue, Effizienzsteigerung, mehr Transparenz, bessere Qualität und CO2-Bilanz sowie mehr Automation und Raum für Kreativität.

Die Gesellschaft befindet sich im Wandel durch viele Veränderungen in den Zukunftsthemen – wie Digitalisierung, Globalisierung, Demographie, Klimawandel und Urbanisierung -. Diese haben schon heute Auswirkungen auf die Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Somit stand der Vortrag von Rolf-Werner Welzel (Vorsitzender der GDI-DE, Geschäftsführer des Landesbetriebes Geoinformation und Vermessung der Freien und Hansestadt Hamburg) ganz unter dem Thema „BIM im Kontext einer digitalen Stadt – Anforderungen, Möglichkeiten und Probleme“.  

Die vorliegenden Geoinformationen verwandeln eine Stadt wie Hamburg in eine digitale Stadt. Das bedeutet aber nicht gleichzeitig eine „smarte City“ auch wenn viele Anwendungsmöglichkeiten und Software in Form von XY 4.0 angeboten wird.

Hierin eingebettet ist die BIM-Strategie für ganz Hamburg durch die Entwicklung von gemeinsamen Standards, um dadurch Synergien zu schaffen. BIM steht hier aber für Better Information Management. Hierfür leistet die LGV Grundlagenarbeit und bietet verschiedene Dienstleistungen für die BIM-Aktivitäten und –Projekte an. R.-W. Welzel stellte zum Abschluss klar:  „BIM bietet große Chancen für unseren Beruf“.

In der abschließenden Diskussionsrunde aller Referenten und dem ÖbVI Lucas Schult wurden zu verschiedenen Fragen die unterschiedlichen Ansichten und Erfahrungen noch einmal deutlich. Einig waren sich aber alle, dass die Geodäten Teilhaber im BIM-Prozess waren, sind und bleiben. Vorausgesetzt sie beteiligen sich an dieser Entwicklung. Die Zukunft hat begonnen, aber wie die Entfaltungsmöglichkeiten in der Geodäsie in Sachen BIM sich in zehn Jahren aufzeigen werden, kann man heute noch gar nicht abschätzen.

Die drei Vorsitzenden betonten in ihren Abschlussworten die Gemeinsamkeit der Aufgaben der Berufsverbände: „In den Farben getrennt, in der Sache vereint“. 

 

 

Einladung:

2. GEODÄSIE-KONGRESS NRW „Geodäsie und BIM“ am Dienstag, den 02. Juli 2019 im Rheingoldsaal der Rheinterrassen Düsseldorf, Joseph-Beuys-Ufer 33, 40479 Düsseldorf.

Der 2. GEODÄSIE-KONGRESS NRW widmet sich einem der Mega-Themen der deutschen Bauindustrie. Große Bauvorhaben sollen zukünftig zunächst als digitaler Zwilling konstruiert werden. So will die nordrhein-westfälische Landesregierung ab 2020 alle Bauvorhaben des Landes mit Building Information Modeling vergeben. Damit soll NRW laut Koalitionsvertrag eine Vorreiterrolle beim Thema BIM einnehmen.

Die Berufsverbände BDVI, DVW und VDV Nordrhein-Westfalen laden Sie herzlich zum 2. GEODÄSIE-KONGRESS NRW ein, um mit Ihnen auf die spannenden Themen der Zukunft des Bauens einzugehen. Lassen Sie sich von hervorragenden Referenten inspirieren, entdecken Sie neue Möglichkeiten in der begleitenden Fachausstellung und diskutieren Sie mit über 200 interessanten Personen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.


09:00 Uhr           Ankunft, Registrierung und Besuch der begleitenden Fachausstellung

10:00 Uhr           Begrüßung durch die Verbände

10:15 Uhr           BIM in NRW – Stand und Ausblick aus Sicht des Landesbauministeriums

                            Dr. Thomas Wilk (Leiter der Abteilung „Bauen“ im MHKBG NRW,
                            Leiter der Projektgruppe „BIM-Competence-Center“)

10:45 Uhr           Arbeitsprozesse mit BIM – eine berufliche Herausforderung?
                            Praxisbericht eines Architekturbüros

                            Wolfgang Zimmer (Mitglied der Expertengruppe BIM der Bundesarchitektenkammer)

11:15 Uhr            Wie kommt die Koordinate ins BIM? - Im Spannungsfeld von Modellierung,
                            Interoperabilität und Software

                            Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jörg Blankenbach (Leiter des Geodätischen Instituts,
                            RWTH Aachen)

11:45 Uhr           Mittagspause und Besuch der begleitenden Fachausstellung

13:15 Uhr           BIM hat Potential! Doch bleibt es ein ewiger Hoffnungsträger?

                            Dr. Ilka May (CEO, LocLab Consulting, BIM-Expertin)

13:45 Uhr           BIM im Kontext einer digitalen Stadt - Anforderungen, Möglichkeiten
                            und Probleme

                            Rolf-Werner Welzel (Vorsitzender der GDI-DE, Geschäftsführer des Landesbetriebes
                            Geoinformation und Vermessung der Freien und Hansestadt Hamburg)

14:15 Uhr           Diskussion mit den Referenten

14:45 Uhr          Zusammenfassung und Verabschiedung


Die Anerkennung dieser Veranstaltung als Fortbildungsmaßnahme ist bei der Ingenieurkammer-Bau NRW mit 5,0 Punkten beantragt.

Hinweis: Diese Veranstaltung ist für Sie kostenfrei - bedarf aber der Anmeldung.


Es freuen sich auf Ihre Teilnahme

      Rudolf Wehmeyer                               Andreas Wizesarsky                            Ulf Meyer-Dietrich
    Landesvorsitzender BDVI                   Vorsitzender DVW NRW                     Landesvorsitzender VDV

Nehmen Sie Ihre Anmeldung zum 2. GEODÄSIE-KONGRESS bis zum 23.06.2019 bitte hier vor.