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Corona-Krise mit App bewältigen

19.06.2020 VDVinformiert Von Helmut Mertens vor 132 Tagen


Photo by Clark Tibbs on Unsplash

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Das Corona Virus SARS-CoV-2 -, Auslöser der Lungenkrankheit COVID-19, ist bekanntlich der Grund, warum wir z. B. im Bezirk Essen zurzeit keine Veranstaltungen durchführen können. Ob freiwillig oder offiziell angeordnet, Corona-Kontakt-Beschränkungen sind sinnvoll, aber leider auch sehr häufig nicht nur für Wirtschaftsunternehmen und Freizeitaktivitäten „tödlich“. Die Rufe nach „Lockerungen“ und mehr Freiheiten werden deshalb zunehmend lauter und wenn der Eindruck sich verstärkt, die Medizin sei gefährlicher als die Krankheit, dann wird es schwierig mit der Akzeptanz, die Politik gerät unter Druck und dem halten in einer Demokratie nur wenige stand.

Dass man jetzt die Einschränkung schrittweise zurücknehmen wird, muss man als Experiment verstehen, dass erhebliche Risiken birgt; das Virus ist noch nicht ausgerottet und es droht nach wie vor eine zweite Infektions-Welle.

Um ggf. schneller reagieren zu können, soll deshalb der Verlauf von Infektionen transparenter werden. Unter Einbeziehung von namhaften Sicherheitsexperten wurde mit diesem Ziel die „Corona-Warn-App“ entwickelt. Sie steht ab 16.6.2020 zum Download zur Verfügung.

Mit der App verwandelt sich ein Smartphone in einen kleinen „Bluetooth-Leuchtturm“, der im Abstand von zweieinhalb bis fünf Minuten eine temporäre Identifikationsnummer 16 Mal in die nähere Umgebung funkt. Gleichzeitig lauscht das Telefon, ob es Bluetooth-Signale von anderen empfangen kann. Halten sich Nutzer, die beide die App laufen haben, nebeneinander auf, tauschen die Smartphones ihre IDs aus.

Was passiert, wenn ein Anwender positiv getestet wurde?

In diesem Fall trägt man diesen Status selbst in die App ein. Das Meldesystem will dabei verhindern, dass versehentlich oder absichtlich eine falsche Infektionsmeldung in das System gelangt. Um einem Missbrauch oder Irrtum vorzubeugen, muss dieser Status offiziell bestätigt werden. Das geschieht zum einen über einen QR-Code, den man vom Testlabor erhält. Alternativ kann man eine TAN eingeben, die man von einer Telefon-Hotline bekommt, da nicht alle Labore in der Lage sind, QR-Codes zu generieren.

Im Infektionsfall erhalten die betroffenen Kontakte einen Hinweis, dass sie sich testen lassen sollen.

Wenn wir zur „Normalität“ zurückkehren wollen, dann hilft diese App nur, wenn sie von einer sehr, sehr großen Zahl verantwortungsbewusster Mitmenschen genutzt wird.

Bis zum Morgen des 17.6.2020, also nach weniger als einen Tag, hat das Gesundheitsministerium 6.453.606 Downloads gezählt!

Dann kann sie das Verfolgen von Infektionsketten erheblich beschleunigen und die Zuverlässigkeit der Erfassung verbessern, was die Chance erhöht, eine Kette frühzeitig auszutrocknen.

Da die Nutzung der App freiwillig ist, muss man auf das soziale Gewissen jedes einzelnen Smartphone-Besitzers vertrauen. Dank der frühzeitigen Mitarbeit unabhängiger Sicherheitsexperten, sowie des Computer Chaos Clubs, wurde die App so konzipiert, dass ein Missbrauch nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen ist, die Veröffentlichung des Quellcodes im Internet, ermöglicht zudem eine permanente Kontrolle. Es muss also niemand Angst vor Datenmissbrauch haben.

Wenn die App die erhofften Resultate liefert, dann sehe ich eine reelle Chance, dass wir nach dem Sommer, unter Einhaltung entsprechender Sicherheitsmaßnahmen, wieder zu Bezirksveranstaltungen einladen können, und wenn dann auch der heißersehnte Impfstoff die erhoffte Wirkung entfaltet, dann können wir Bilanz ziehen und zu der sich entwickelnden Normalität übergehen.