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Geodäten sind Impulsgeber für die Digitalisierung

24.09.2018 VDVinformiert Von IGG vor 79 Tagen


Die drei Verbände der Interessensgemeinschaft Geodäsie (BDVI, DVW und VDV) haben eine weitere Imagekampagne aufgelegt – diesmal mit besonderem Fokus auf das Thema Geodäten und Digitalisierung. Damit soll die Vorreiterrolle der Geodäten in Sachen Digitalisierung der Welt thematisiert werden.

Die Digitalisierung stellt unsere Gesellschaft und die Arbeitswelt vor große Herausforderungen. Bei der Digitalisierung geht es um die Gewinnung vielfältiger Mehrwerte aus der Vernetzung von digitalen Informationen. Damit verbunden ist der digitale Wandel – ein Transformationsprozess, der nicht allein wirtschaftlich-technologischer, sondern gesamtgesellschaftlicher Natur ist.

Nahezu alle Informationen und die ihnen zu Grunde liegenden Daten haben einen Ortsbezug. Die Geodäsie beantwortet die dabei grundlegende Frage nach dem „Wo?“, indem sie Daten und Koordinaten verbindet. Ingenieurinnen und Ingenieure mit geodätischer Ausbildung (Geodäten) haben zudem jahrzehntelange Erfahrung in der Digitalisierung von Daten und Prozessen. Sie sind somit geradezu berufen, den digitalen Wandel strategisch weit voraus zu denken, dabei jedoch flexibel und anpassungsfähig für Innovationen zu sein.

Geodäten schaffen aber auch digitale Informationen: Hochaktuelle und genaue Geodaten werden nicht zuletzt mittels Satelliten, Laserscannern oder auch Drohnen in unvorstellbar großen Mengen erhoben – selbstverständliche Werkzeuge für heutige Geodäten. Digitale Geodaten prägen damit unser Bild der Welt und sind ein zentrales Element jeder Digitalisierung. Welche Einrichtungen mit welchen Funktionen befinden sich an welchen Stellen? Erst in Form von Geodaten wird Digitales sinnvoll und verständlich.

Deutlich wird dies an folgenden Beispielen: Building Information Modelling (BIM) - digitales Planen, Bauen und Verwalten von Gebäuden und Infrastrukturmaßnahmen – beruht elementar auf Koordinaten. Smart Home, Smart City, Smart Port sind in aller Munde. Miteinander vernetzte intelligente Stromzähler lassen effektives Regeln zu. Mit der genauen Kenntnis der aktuellen Fahrzeugpositionen können Verkehrsflüsse gezielt gesteuert werden. Aufgaben in der Stadt- und Verkehrsplanung sowie im Umwelt- und Katastrophenschutz profitieren essenziell von hochauflösenden, digitalen Geodaten.

Neue digitale Technologien bieten völlig andere Dimensionen der Organisation und Bereitstellung von Informationen. Radikal neue Möglichkeiten der Vernetzung führen an vielen Stellen zum Verdrängen bisheriger Abläufe. Ortsbezogene Dienstleistungen z. B. auf dem Smartphone sind inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Die Ansprüche der Geodäten an die Haltung von Massendaten haben deutlichen Einfluss auf die Entwicklung relationaler Datenbanken; der Aufbau von Geoinformationssystemen durch Geodäten hat die gesamte Welt der Planungsverfahren von Infrastruktur bis Bebauungsplan nachhaltig verändert. Viele Vorgänge der Datenerfassung, ihrer Auswertung und Analyse werden mit Künstlicher Intelligenz (KI) weiterhin erhebliche Beschleunigung erfahren und revolutionäre Veränderungen in allen Lebensbereichen bewirken.

Der digitale Wandel hat in der Geodäsie sehr früh begonnen. Geodäten sind deshalb an vielen Stellen deutlich weiter als andere gesellschaftlich relevante Disziplinen. Digitale geodätische Expertise bildet die zentrale Grundlage für Mehrwerte. So gestattet die Echtzeitvernetzung des digitalen Liniennetzes mit den aktuellen Positionen von Zügen – bestimmt mit Satelliten des Galileo-Systems – eine optimierte Verkehrsdichte auf der Schiene. Aktualisierte Geoinformationssysteme bilden die Basis für eine effiziente Planung. Das digitale Liegenschaftskataster ist fundamentaler Garant für den auch zukünftigen Erfolg unseres Wirtschaftssystems.

Die Digitalisierung bietet vielfältige Innovationschancen für die gesamte Gesellschaft. Gleichwohl gibt es für die digitale Transformation keine Standardlösung. Gefragt sind Offenheit, die Bereitschaft zu lernen und Experimentierfreude, einhergehend mit einer Anpassung der Unternehmenskultur, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und vor allem einer Anpassung der Prozesse und Organisationen. Geodaten sind dabei eine unverzichtbare Komponente, Geodäten sind die Experten für ihre Gewinnung, Aufbereitung und Nutzung.

Die InteressenGemeinschaft Geodäsie (IGG) sieht es aufgrund der Interdisziplinarität und Kompetenz der Geodäten als eine ihrer Kernaufgaben, diese zukunftsweisenden Herausforderungen anzunehmen, in einem offenen, transparenten Dialog zu diskutieren und den Wandel aktiv mitzugestalten. Gerne wird die IGG Ihre Erfahrung bei anderen Fachdisziplinen aktiv einbringen.

 

Gez.

Wilfried Grunau
Präsident VDV e.V.

Michael ZurhorstPräsident BDVI e.V.

Prof. Dr. Hansjörg Kutterer
Präsident DVW e.V.

 

 

 

Die „Interessengemeinschaft Geodäsie“

ist eine Allianz der geodätischen Verbände BDVI (Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure), DVW (Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement) und VDV (Verband Deutscher Vermessungsingenieure) mit dem Ziel, gemeinschaftlich gegenüber Gesellschaft und Politik aufzutreten. Damit soll die hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung geodätischer Expertise von Vermessung über Geoinformation und Wertermittlung bis Landmanagement in den öffentlichen Fokus gerückt werden. In gemeinsamer Verantwortung soll das Berufsfeld der Geodäsie als Ingenieurdisziplin zur Lösung wichtiger gesellschaftlicher Fragen zukunftsfähig entwickelt werden.