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GIAC – Vier Buchstaben, die dem weltweiten geodätischen Referenzsystem einen Rahmen geben

23.04.2011 VDVinformiert Von BKG vor 7 Jahr(en)


Wie selbstverständlich nehmen wir heute unser Navigationsgerät in die Hand, tippen eine Adresse ein und erwarten, dass uns das Gerät punktgenau zu unserem Ziel führt. Ermöglicht wird dies durch viele, weltweit verteilte geodätische Beobachtungsstationen, die den Betrieb der Navigationssysteme sichern. Die Zusammenarbeit dieser Stationen muss koordiniert und langfristig gesichert werden.

 

Dies kann nur durch staatliche Institutionen nachhaltig garantiert werden. Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) lud deshalb im November 2009 zu einer Konferenz der Betreiber von geodätischen Observatorien nach Frankfurt/Main ein. Die Ergebnisse sind in der „Frankfurter Erklärung zur Unterstützung des „Global Geodetic Observing Systems (GGOS)“ niedergelegt. Sie bildet die Grundlage für eine Kooperation staatlicher Organisationen  im „GGOS Inter-Agency Committee (GIAC)“. Mittlerweile haben 14 staatliche Organisationen aus Asien, Australien, Europa und den USA ihren Beitritt zu GIAC erklärt, drei weitere stehen kurz vor der Aufnahme. GIAC unterstützt und koordiniert die gemeinsamen Anstrengungen seiner Mitglieder, die heutigen Anforderungen zur Bestimmung eines eindeutigen globalen Raumbezugs (Referenzrahmen) zu erfüllen sowie das Beobachtungsnetz des GGOS weiter auszubauen. Das GIAC versteht sich als ein Expertenforum für den Austausch von Erfahrungen, die Erschließung von Geldmitteln und die Entwicklung von Richtlinien für eine standardisierte Ausstattung der geodätischen Observatorien.

 

Auf der ersten Sitzung des Komitees in Wien, Anfang April 2011, wurde die Wahl von Dr. John LaBrecque, NASA, USA zum 1. Vorsitzenden bestätigt sowie die seines Vertreters dem Australier Gary Johnston von Geoscience Australia. Die Aufgaben des Sekretariats werden vom BKG wahrgenommen.

 

Einen besonderen Schwerpunkt in dem weltumspannenden Beobachtungsnetz bilden dabei Observatorien, die mit den verschieden geodätischen Raumverfahren beobachten und somit eine Verknüpfung der Techniken ermöglichen. Eine dieser Stationen wird durch das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie in Kooperation mit der Technischen Universität München in Bad Kötzting und eine in Concepcion / Chile in Kooperation mit der dortigen Universität betrieben. Weltweit gibt es weniger als ein Dutzend solcher Stationen.