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Tag der Geodäsie in Bochum am 09.06.2018

18.06.2018 VDVinformiert Von Guido Baumann vor 183 Tagen


(Fotos: Guido Baumann)

Nicole Wilhelms und Volker Gauß

TerraSAR-X

Im Gespräch mit Gebärdendolmetscherin (Foto: Dietze-Römkens)

Mit hohem Aufwand hat die Hochschule Bochum den Tag der Geodäsie auf dem Husemannplatz in Bochum vorbereitet. Mit Messboot, UAV und GPSsimulator, klassischem Tachymeter und Nivellier wurde das Betätigungsfeld der Geodäten präsentiert. Die Geoinformatiker der Hochschule Bochum beschäftigen sich seit einigen Jahre mit dem Leben im Alter und deren Umsetzung in der Geoinformatik. Wer das Leben im Alter ausprobieren wollte, konnte in einen entsprechenden Anzug schlüpfen und erleben, wie sich das Leben mit alterstypischen Gebrechen anfühlt.

Mit dem Messboot wird der Grund der Ruhr untersucht, gerade im Vorlauf auf die Bade-Freigabe der Ruhr muss untersucht werden, ob noch Gefahren auf dem Grund schlummern. Hier kooperiert die Stadt Bochum mit der Hochschule Bochum. Die ganz Kleinen hatten Spaß beim Zeichnen mit Hilfe eines Tachymeters und bei virtuellen Flügen mit dem Flugsimulator eines ferngesteuerten Helikopters. Die Eltern testeten in der Zwischenzeit an einem zuvor präzise per GPS eingemessenen Punkt, wie genau Ihr Handy ist.

Die Technische Hochschule Georg Agricola war mit dem Fachbereich Vermessung und dem Forschungszentrum Nachbergbau vertreten. Eigens für den Tag der Geodäsie wurde ein Modell des Satelliten TerraSAR-X vom DLR ausgeliehen. Über die Radarinterferometrie werden heute auch geringe Bodenbewegungen erfasst und ausgewertet.

Unterstützt wurde die Veranstaltung mit dem Showanhänger des Geonetzwerk MetropoleRuhr. Der GeoAward Ruhr wurde beworben und über die interkommunale Geodatennutzung informiert.
Mit einem eigenen Stand vertreten, war auch das Amt für Geoinformation, Liegenschaften und Kataster der Stadt Bochum. Im organisatorischen ein wichtiger Partner und auch in der Versorgung mit Karten der Stadt Bochum. So waren die kostenlosen Plakate schnell vergriffen und der Stand von karteninteressierten Bürgern umstellt. Viele schwelgten in Erinnerungen beim Blick in die historischen Karten.

Unter dem Mantel der Geodäsie-Akademie haben die Berufsverbände den Tag der Geodäsie unterstützt. Der VDV war mit 5 Personen hervorragend vertreten, Nicole Wilhelms, Ulf Meyer-Dietrich, Burkhard Kreuter, Volker Gauß (auch für die Stadt Bochum) und meine Person haben den Tag zum Netzwerken genutzt und viele Kontakte geknüpft. Eine besondere Überraschung war der Besuch unseres Referenten für internationale Angelegenheiten Florian Dietze-Römkens aus Berlin, der sich an diesem Tag mit einem gehörlosen Vermessungstechniker und einer Gebärdendolmetscherin traf, um auszuloten, wie man nach der Ausbildung zum Vermessungstechniker in das Studium einsteigen kann.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, das wurde von allen Seiten bestätigt, die beibehalten werden muss. Ganz im Gegenteil, hier muss noch nachgelegt werden, nicht in Bochum, das war klasse organisiert, sondern in allen Städten in NRW. Da sind die Vermessungsverwaltungen, die ÖBVI, die Hochschulen, die Industrie und die Ingenieurbüros gefragt. Wir brauchen Nachwuchs, dazu müssen wir uns bekannt machen. Der Tag der Geodäsie ist dazu ein passendes Instrument. Neidisch können wir nur in den Süden schauen, denn dort wird die Woche der Geodäsie gelebt. Mit Veranstaltungen und Schulprojekten, denn in den Schulen holen wir den Nachwuchs ab.