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Nikolausfeier mit dem 3-Wort-Adressierungssystem What3Words vom 3. Dezember 2019

What3Words anschaulich erklärt
What3Words anschaulich erklärt
Zwei Ehrenvorsitzende - Kurt Andrä und Norbert Günnewig
Zwei Ehrenvorsitzende - Kurt Andrä und Norbert Günnewig
Zwei Nikoläuse - Edgar Martini und Kurt Andrä
Zwei Nikoläuse - Edgar Martini und Kurt Andrä

Zur Nikolausfeier des Bonner VDV-Bezirks gehört immer auch ein Vortrag, mal ein Reisebericht oder auch mal ein fachfremdes Thema. Schließlich sollen die anwesenden Partner sich nicht langweilen. Der Abend startete mit einem kleinen Imbiss, um dem Abend eine Einstimmung in die vorweihnachtliche Zeit zu geben.

Für die Nikolausfeier 2019 hat sich der Vorstandskollege Robert Beilich mit dem 3-Wort-Adressierungssystem „What3Words“ ein Thema herausgesucht, welches von allgemeinem Interesse ist und dennoch einen räumlichen Aspekt betrachtet.

Das im Jahr 2013 als Startup gegründete britische Unternehmen What3Words teilt die gesamte Erdoberfläche in 57 Billionen 3x3 m große Quadrate ein und kennzeichnet sie mit einer eindeutigen Kombination aus drei Wörtern. Dadurch werden auch Orte auf der Erdoberfläche abgedeckt, die über keine Gebäudeadresse wie Straße und Hausnummer verfügen.

In seinen Vortrag einführend erläuterte er anhand von Beispielen die Stärken und Schwächen bestehender Adressierungssysteme und zeigte dabei vor allem auf, dass die Verfügbarkeit, Einheitlichkeit, Eindeutigkeit, Verständlichkeit, Genauigkeit und insbesondere die Merkfähigkeit nicht immer gegeben sind. Zudem wurde auch das Auditorium in einen Versuch eingebunden, um die Merkfähigkeit von einer mit Koordinaten beschriebenen Ortsangabe mit einer 3-Wort-Adresse zu vergleichen. Ergebnis, die 3-Wort-Adresse – hier: ///nutzen.vorsicht.abbiegen – konnte sich in gleicher Zeit bei den Anwesenden wesentlich besser gemerkt werden, als das korrespondierende Koordinatenpaar.

Danach legte der Referent den Hintergrund und die Grundlagen zu What3Words dar und ging dabei insbesondere auf das Design-Prinzip, die verfügbaren Sprachen und den mathematischen Grund für die Verwendung von je drei Wörter für weltweit 57 Billionen Quadrate mit einer Größe von 3x3m ein. Darüber hinaus wurde beschrieben, welche Mechanismen bei der Verteilung der zugrundeliegenden Wörter auf die Rasterzellen angewandt werden, um die Merkfähigkeit deutlich zu steigern. Abgerundet wurde der Grundlagenteil mit einem Film des Unternehmens What3Words und einer Live-Demonstration direkt in der interaktiven Karte what3words.com.

In einem zweiten Block wurde anhand von Beispielen der praktische Einsatz des 3-Wort-Adressierungssystem erläutert. Orte ohne Adressen bergen ein riesiges ökonomisches Potenzial und so verwunderte es nicht, dass bereits etliche Unternehmen What3Words implementiert haben, um ihre Geschäftsprozesse zu optimieren. Die Vereinten Nationen schätzen, dass rund 4 Milliarden Menschen weltweit keine eindeutige Adresse besitzen. Die Verwendung im Postwesen von einigen Staaten wurde deshalb vom Referenten besonders erwähnt. Ferner wurde der Einsatz in der Automobilbranche beleuchtet – hier erhofft man sich eine Stärkung der mobilen Assistenzsysteme und des autonomen Fahrens – und der Einsatz in der Logistik, bei Rettungsdiensten sowie bei der Katastrophenhilfe bzw. humanitären Hilfe. Die Beispiele verdeutlichten den Anwesenden die vielen Anwendungsfelder, auf denen eine global eindeutige 3-Wort-Adresse praktischen Nutzen erzielen kann.

Fazit des Vortrags, What3Words löst mitunter nicht nur Alltagsprobleme, sondern birgt als globales Adressierungssystem ein hohes Potenzial, da die Verständlichkeit erhöht, die Genauigkeit und Merkfähigkeit gesteigert und Eindeutigkeit und Einheitlichkeit erreicht wird. Orte ohne Adresse werden erschlossen und damit neue Kundengruppen. Anhand der aufgeworfenen Fragen der Anwesenden wurde deutlich, welche Anwendungsfälle möglich sind und dass es nicht immer hochpräzise Koordinaten braucht. Vielmehr sollte quer gedacht und vereinfacht werden, wie dieses System verdeutlicht.

Das Thema war fast allen Zuhörern bisher unbekannt und Robert Beilich musste den Plätzchen knabbernden Fragestellern doch viele Fragen beantworten, die dann doch tiefer in das System einstiegen. Er war bewusst nicht in die letzten Details eingestiegen, denn sonst hätte sein Vortrag bis weit in die Nacht gedauert.

Zum Abschluss des offiziellen Teils verteilten dann die „Nikoläuse“ Edgar Martini und Kurt Andrä Weckmänner mit dem Wunsch, dass alle ein zufriedenes Weihnachten und ein gutes und gesundes Jahr 2020 feiern können.

Text: Rolf Bull