zum Content

Landesverbandstag NRW 2014

29.03.2014 Landesverband Nordrhein-Westfalen Von Hubert Bröker vor 6 Jahr(en)


Termin: 29.03.2014 10:00
Ort: „Hotel Seehof“, Hullerner Straße 102, 45721 Haltern am See


Wilfried Grunau (VDV-Präsident) überreicht den VDV-Preis an Frau Barbara Höwer (Fotos: Gerd Langner)

Wilfried Grunau (links) und Karsten Muth (rechts) nahmen persönlich die Ehrungen für die 50jährige Mitgliedschaft der anwesenden Jubilaren vor, v.l.: Karl-Heinz Weltering, Klaus-Jürgen Patzke, Norbert Günnewig, Prof. Dr. Klaus-Norbert Grewe, Günter-Alfred Berghaus und Kurt Andrä

Wilfried Grunau (VDV-Präsident-links) und Karsten Muth (Landesvorsitzender NRW-rechts) ehren Klaus Meyer-Dietrich für 40 Jahre Mitarbeit im Landesvorstand NRW

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen hatte zum 24. Landesverbandstag am 29. März in das Hotel Seehof in Haltern am See eingeladen. In dem direkt am Seeufer des Halterner Stausee gelegenen Hotel fand die Versammlung unter dem Thema Wasser und Sand im Römerland, Geodätentreffen am Steverstrand statt.

 

Grußworte:

Der Bürgermeister der etwa 20km nördlich des Ruhrgebiets liegende Stadt Haltern am See, Bodo Klimpel, begrüßte die Teilnehmer des VDV-Landesverbandstags mit seinen zahlreichen Gästen aus der Lokalpolitik, der Verwaltung und Wirtschaft in der Seestadt. Er hob besonders die Freizeitstruktur des Halterner Stausees hervor. Dieser versorge ca. 1 Million Menschen mit Trinkwasser. Auch die König-Pilsener-Brauerei beziehe sein Wasser für das Bier aus der Halterner Wasserversorgung. Einen Besuch des Römermuseums legte er den Zuhörern ans Herz.

 

VDV-Präsident Wilfried Grunau wies in seinem Grußwort auf die Bedeutung der Nachwuchsgewinnung in der Geodäsie hin. Vergessen werden sollte dabei aber auch nicht die Weiterbildung der eigenen Fachkräfte. Diese könnten in der gemeinsamen Geodäsie-Akademie der Verbände BDVI, DVW und VDV ihr Wissen erweitern. Handlungsbedarf bestehe in der Politik in Sachen HOAI. Hier fehlen klare Zuständigkeitsregelungen in den neuen Ministerien, so sei bisher kein Staatssekretär für den Bereich Bau ernannt worden.

 

Das Thema Vergabe an Ingenieurbüros nahm  Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der IK-Bau NRW, in seinem Grußwort auf. Ohne grundlegende Leistungen der Ingenieure gibt es keinen Erfolg beim durchzuführenden Projekt für die Auftraggeber. Denn gute Leistungen gibt es nicht für Schnäppchenjäger.

 

Michael Zurhorst, als Vertreter der befreundeten Verbände BDVI, DVW und DDGI, rief in seinem Grußwort die Lokalpolitiker auf, verstärkt die Geobasisdaten für ihre politischen Entscheidungen zu nutzen. So nannte er als Beispiel die Standorte von Windkraftanlagen.  Weiter berichtete er über die gute Zusammenarbeit der Verbände auf Vorstandsebene und hoffe jetzt auf die Weiterentwicklung dieser Arbeit auch an der Basis.

 

VDV-Preis:

Für die Auszeichnung der bundesweit besten Abschlussarbeit bot sich der Rahmen des NRW-Landesverbandstages an. Die mit 1000 Euro Preisgeld ausgelobte Arbeit ging an Barbara Höwer, Bachelor of Engineering. Sie schrieb ein praxistaugliches Programm zu Datentransfer und –weiterbearbeitung von auf XML-basierten Messdaten zwischen Tachymetern und Auswertesoftware verschiedener Hersteller. Die Laudatio hielt Michael Zurhorst und VDV-Präsident Wilfried Grunau übernahm die Ehrung mit der Übergabe der Urkunde und des Preisgeldes.

 

Fachvorträge:

Die Vormittagsveranstaltung begann mit dem Vortag von Dr. Rudolf Aßkamp, Leiter des LWL-Römermuseums in Haltern am See. In seinem Thema „Die Bedeutung des Römerlagers Haltern für Germanien“ wies er auf antike römische Schriften hin, die eine Herrschaft Germaniens von nur 30 Jahren bezeugte. Die jährlichen Ausgrabungskampagnen in den Jahren 1899 bis 1914 sind bis heute maßgeblicher Bestandteil der Erkenntnisse über das Römerlager in Haltern. Mit vielen anschaulichen Fotos, Luftbildern und Karten von Marschlagern der römischen Legionen entlang der Lippe konnten die Teilnehmer die Bedeutung des Lagers Haltern erahnen. Noch im Jahre 2010 wurde in der Nähe von Olfen ein weiteres Marschlager entdeckt. Erwiesenermaßen sind in Haltern auch die Legionen stationiert gewesen, die im Jahre 9 n. Chr. in der legendären Varusschlacht gegen Arminius gestanden haben. Dr. Aßkamp ist davon überzeugt, dass die in den antiken Überlieferungen erwähnte römische Stadt Aliso gleichzusetzen ist mit dem Römerlager in Haltern.

 

Anknüpfend an den ersten Fachvortrag, dass „alle Wege nach Rom führen, aber alle großen Wasserleitungen in Haltern beginnen“ begann Dipl.-Ing., M. Sc. Magnus Meckelburg seine Ausführungen zum Thema „Wassergewinnung und Aufbereitung – Wasserwerk Haltern“. Der Leiter des Wasserwerks gab einen historischen Abriss über die Gründung des Unternehmens Gelsenwasser im Jahre 1887 durch drei Industrielle in Castrop weiter über die wirtschaftliche Entwicklung der Trinkwasserversorgung des Kohlereviers bis hin zum Bau der Talsperren Haltern und Hullern. Da eine nicht mehr ausreichende Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit Wasser gegeben war, wurde im Jahre 1908 mit Genehmigung von Kaiser Wilhelm I mit dem Bau des Wasserwerkes Haltern begonnen. Durch Zuführung von Oberflächenwasser der Stever und des Mühlenbachs in Filterbecken aus hiesigen Sandvorkommen konnte die Grundwassermenge künstlich vergrößert werden. Noch heute erfolgt nach diesem Prinzip die Wassergewinnung durch die Talsperren. Magnus Meckelburg gab einen interessanten Überblick über den Prozess der Wasserversorgung beginnend mit der Wasserentnahme aus der Talsperre und Einsatz der Kohlefilterung über den Korrosionsschutz der Leitungen und Pumpen bis hin zu regelmäßigen Kontrolle des gesamten Wassereinzugsgebietes der Stever und des Mühlenbachs, der sogenannten Rohwasserüberprüfung.

 

Parallel zu den Fachvorträgen stellten die Aussteller der Fachfirmen HHK, Leica Geosystems und Herzog ihre aktuellen Produkte zum Laserscanning und zu  Vermessungssoftware vor. Ein Oktokopter der Firma Herzog zeigte weitere Möglichkeiten des Einsatzes in der Geodäsie auf.

 

Mitgliederversammlung:

In der sich anschließenden Mitgliederversammlung berichtete VDV-Landesvorsitzender Karsten Muth von den zahlreichen Aktivitäten des Vorstandes der letzten zwei Jahre. Vizepräsident Klaus Meyer-Dietrich überbrachte mit dem Bergmannsgruß „Glück auf“ die Grüße des Präsidiums und berichtete über die gute Zusammenarbeit der drei Verbände BDVI, DVW und VDV. Dies sei ihm seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen.

 

Ehrungen:

VDV-Präsident Wilfried Grunau nahm persönlich die Ehrungen für die 50jährige Mitgliedschaft der anwesenden Jubilaren vor: Kurt Andrä, Günter-Alfred Berghaus, Prof. Dr. Klaus-Norbert Grewe, Norbert Günnewig, Klaus-Jürgen Patzke und Karl-Heinz Weltering.

Für seinen außergewöhnlichen jahrelangen Einsatz und insbesondere für 40jährige Mitgliedschaft im Landesvorstand NRW ehrte Wilfried Grunau den Vizepräsidenten und Ehrenlandesvorsitzenden Klaus Meyer-Dietrich. Für seine 30jährige Mitgliedschaft im Landesvorstand NRW wurde der stellv. Landesvorsitzende und Referent für Bezirksarbeit Burkhard Kreuter geehrt. Der Landesvorsitzende Karsten Muth ehrte anschließend Georg Kruse für seine 40jährige Mitgliedschaft im VDV. Das aktive Bezirksmitglied Hans Gondzik wurde für seine großen Erfolge im Judo als Europa- und Weltmeister seiner Altersklasse durch den Vorsitzenden des Bezirks Recklinghausen Christian Kellers geehrt. Zudem ist Hans Gondzik zum Sportler des Jahres in Haltern ernannt. 

 

Vorstandswahlen:

Bei den Vorstandswahlen wurde durch die Mitgliederversammlung eine neue Führungsspitze gewählt. Ulf Meyer-Dietrich aus Soest, Leiter des Vermessungs- und Katasteramtes Dortmund, löste den bisherigen Vorsitzenden Karsten Muth aus Recklinghausen ab. Die Wahl des neuen Landesvorsitzenden war überwältigend. Ist doch die neue Führungsspitze seit vielen Jahren in die Vorstandsarbeit eingebunden. Mit großem Applaus wurde Karsten Muth nach acht Jahren als VDV-Landesvorsitzender NRW verabschiedet. Beruflich veranlasste Gründe gaben den Ausschlag für den Wechsel von der Führungsspitze, wobei er als neuer Landesschatzmeister dem Vorstand mit seinen Erfahrungen verbunden bleibt.

 

In den weiteren Wahlen wurden in ihren Ämtern bestätigt bzw.  durch Umbesetzung innerhalb des Landesvorstandes gewählt: Jörg Berchter (Schriftführer), Karsten Muth (Landesschatzmeister), Nicole Voschepoth (Referentin für Beamte), Ulrich Siekmann (Referent für Angestellte im öffentlichen Dienst), Hubert Bröker (Referent für Öffentlichkeitsarbeit), Nicole Lehmkuhl und Anke Thielisch (Referentinnen für Angestellte in der freien Wirtschaft) und Michael Petersen (Referent für freie Berufe).

Nicht mehr zur Wahl stellte sich aus beruflichen Gründen Christian Sommerhoff als Referent für freie Berufe. Er gehörte seit 2010 dem Landesvorstand an. In der vorangegangenen Landesvorstandssitzung wurde ihm im Beisein der Mitglieder des Landesvorstandes für seine engagierte Arbeit gedankt.

 

Rahmenprogramm:

Bei strahlenden Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen trafen sich die Gäste des Rahmenprogramms zu einer vergnüglichen Stadtführung mit dem Kiepenkerl, um dann am Nachmittag das Römermuseum zu erkunden. Viel Lob gab es für den veranstaltenden Bezirk Recklinghausen für die getroffene Auswahl des Veranstaltungsortes mit seiner herrlichen Umgebung am Halterner Stausee.