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Ausstellung „Mercators Schätze – die Duisburger Sammlung neu präsentiert“

05.05.2012 Bezirk Wuppertal Von Andreas Krüger vor 8 Jahr(en)


Termin: 05.05.2012 10:30
Ort: Kultur- und Stadthistorisches Museum, Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg (Nähe Rathaus)


Bild 1: Ausschnitt aus dem Epitaph aus der Salvatorkirche

Bild 2: Teilnehmer im Duisburger Innenhafen

Der VDV-Bezirk Wuppertal hat zur Ausstellung „500 Jahre Gerhard Mercator – Mercators Schätze (Die Duisburger Sammlung neu präsentiert) alle VDV´ler aus dem Bezirk eingeladen.
Nachdem Herr Krüger und Herr Krohm die Ausstellungseröffnung im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte (MKK) in Dortmund am 09.03.12 besucht haben, sollte nun auch die ergänzende Ausstellung im Kultur- und Stadthistorischen Museum (KSM) in Duisburg besichtigt werden. Leider hielt sich das Interesse der VDV Kollegen sehr in Maßen, doch die wenigen Teilnehmer bekamen durch eine sehr kompetente und aufheiternde Führung durch Herrn Pöhling (zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im KSM Duisburg) einen interessanten Einblick in das Leben und Wirken von Gerardus Mercator.


Die Ausstellung im KSM in Duisburg wirkt gegenüber der Dortmunder Ausstellung sehr beschaulich, doch bietet sie dafür mehr Einblick in das Leben von Mercator. Hier wird außerdem mehr Wert auf die Präsentation von alten Originalen gelegt. In der Mitte der Ausstellungsräume gibt es die „Schatzkammer“, in der die alten Atlanten und ein Globenpärchen von Mercator präsentiert werden.


Bevor wir jedoch die Schatzkammer betraten, konnten wir den ältesten Stadtplan von Duisburg aus dem Jahr 1566 von Johannes Corputius (Schüler von Mercator) bestaunen. Dieser Plan wurde sehr genau und maßstäblich erstellt, so dass er heute noch als ein wichtiges Hilfsmittel für die historische Stadtforschung bei Bauarbeiten im Stadtgebiet heran gezogen wird.


In der „Schatzkammer“ konnten wir viele Originale aus der Familie von Gerardus Mercator bestaunen, denn nicht nur Gerardus Mercator, sondern auch seine Kinder wirkten bei den Arbeiten mit und führten sogar nach seinem Tod seine Arbeiten fort. Mercator hat Atlanten erstellt, obwohl er nie Reisen in diese fernen Länder unternommen hat. Im Jahr 1538 schuf Mercator seine erste Weltkarte, den ersten Globus erstellte er 1541. In Löwen hat Mercator das Handwerk des Globenbaus (Erd- und Himmelsgloben) erlernt. Den ersten komplementären Himmelsglobus erstellte er 1551, danach wurden beide Globen in Paaren verkauft, wovon heute nur noch ca. 2 Dutzend existieren. Sowohl in Duisburg als auch in Dortmund steht jeweils ein Globenpaar. Mercator war es auch, der den ersten Globus mit Loxodromen und Kurslinien erstellte. Auch die Erkenntnis, dass der Magnetpol nicht im Himmel zu suchen sei, sondern auf der Erde zu finden ist, stammt von Mercator. Auf vielen Bildern sieht man Mercator mit einem Zirkel in der Hand, der auf den Magnetpol zeigt.


Die letzte Karte von Mercator war auch sein Meisterwerk, die 1569 entstandene Wandkarte der Welt (Nova et aucta orbis terræ descriptio ad usum navigantium emendate accomodata), die zum Gebrauch für die Schifffahrt bestimmt war. Das Besondere dieser Karte war das Prinzip der „wachsende Breite“, die für eine winkeltreue Abbildung sorgte. Mercator hat damit vielen Seeleuten das Leben gerettet, da nun für die Navigation eine gerade Linie auf der Karte abgegriffen werden konnte.


Diese Weltkarte wird in dem dunklen Ausstellungsraum auf einen großen Tisch projiziert. Sie ist interaktiv und kann von den Besuchern bedient werden. Sie kann vergrößert werden und weitere Informationen können per Klick abgerufen werden. Die Größe der Weltkarte nimmt den Besucher gefangen, da erstaunlich vieles sehr gut dargestellt wird.


Nach dieser hoch interessanten Führung wollten wir dem genialen Kartografen noch ein Stück näher sein und besuchten die evangelische Salvatorkirche, die nur ein paar Meter von dem KSM entfernt steht. Hier verweilten wir vor dem Epitaph von Mercator, da seine Grabstelle durch Bauarbeiten leider zerstört wurde und die Gebeine nun in einem Massengrab in der Kirche zu finden sind.


Nach dieser Führung fuhren wir (leider bei schlechtem Wetter) mit einem Schiff der „Weißen Flotte“ durch einen Teil des Duisburger Hafens. Die Ruhrorter Häfen liegen im Mündungsbereich der Ruhr in den Rhein und gelten als größter Binnenhafen Europas. Wegen des andauernden Regens konnten wir uns leider nicht auf dem Oberdeck aufhalten und so fiel die Besichtigung des größten Binnenhafen Europas „förmlich in den Rhein“.


Den Abschluss dieser ganztägigen Veranstaltung ließen wir bei brauhaustypischer Atmosphäre in einem Lokal im Duisburger Innenhafen bei gepflegtem Bier für die Männer und heißem Tee für die Frauen ausklingen.


Trotz der kühlen Temperatur und des Dauerregen an diesem Tag wurde die Veranstaltung als gelungen angesehen.