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Besichtigung des Wittekindstollens

12.10.2013 Bezirk Hagen Von Guido Baumann vor 6 Jahr(en)


Termin: 12.10.2013 13:30
Ort: Parkplatz gegenüber dem Restaurant Roadstop, Dortmund Syburg


Grubenbild der Bez.Reg Arnsberg Abt. Bergbau und Energie

Teilnehmergruppe

Frank Teichmann auf dem Weg zur Kohle

Strebausbau

nur nicht stecken bleiben - Guido Baumann

Guido Baumann passt durch

zwei Teilnehmer nach der Führung

Am 12.10.2013 hatte der Bezirk Hagen zur Befahrung des Besucherbergwerkes Graf Wittekind eingeladen. Die Mutung (Antrag auf die Genehmigung des Bergbaus) wurde 1858 für das Bergwerks Graf Wittekund beantragt. Ab 1886 wurde Steinkohle im Stollenabbau gefördert und die höchste Jahresförderleistung von 609 t hat man im Jahre 1873 mit 5 Stollen erreicht. Vor 1900 wurde das Bergwerk aufgrund Unwirtschaftlichkeit stillgelegt. Die geförderten Kohlen aus Flöz Sengsbank (Mächtigkeit ca. 55 cm) wurden per Hand gewonnen und in den Kalköfen und Schmieden südlich der Ruhr eingesetzt. Der älteste Bergbau am Syberg geht auf das 16. Jahrhundert zurück.


Seit 1986 wird der historische Bergbau am Syberg durch den „Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V.“ mit über 38.000 unentgeltlichen Arbeitsstunden wieder erlebbar gemacht.
Seit 1990 gibt es für das Bergwerk Bodendenkmalschutz. Der „Syburger Bergbauweg“ wurde 1992 eingeweiht. Erlebnisführungen werden seit 2003 angeboten .


13 Teilnehmer haben sich zusammengefunden um zwei anstrengende Stunden im Besucherbergwerk zu erleben. Befahren hört sich ja eigentlich komfortabel an, man könnte meinen dass man in einem Hunt durch das Grubengebäude geschoben wird, aber wenn ein Bergmann von befahren spricht, ist jegliche Bewegung unter Tage gemeint, also auch begehen. Wobei von begehen auch nicht wirklich die Rede sein konnte.


Die 13 Unerschrockenen wurden unter Leitung von Heinz-Ludwig Bücking (Vorsitzender des Arbeitskreises Dortmund) und seinen Kollegen in drei Gruppen fachkundig durch das Grubengebäude geführt. Nach Einkleidung mit Einmalanzügen, Knieschonern, Helm und Anlegen des Geleuchts ging es zum Teil auf allen vieren in das Bergwerk hinein. Auf den heutigen Holzausbau hat man nach Auskunft der Führer früher verzichtet und an den Stößen Trockenmauern aus dem Gestein zur Absicherung errichtet.


Die Kohlen wurden vermutlich in der damaligen Zeit mit einem Hunt auf einem Schlitten aus dem Bergwerk geschoben. Highlight war der Streb in Flöz Sengsbank mit noch vorhandener Lagerstätte. Die Fortbewegung klappte hier dann auch nicht mehr auf allen vieren, hier half nur noch kriechen. Vor Ort konnte jeder versuchen mit einer Hacke bei 55 cm Ausbauhöhe Kohle zu lösen. Dabei sollte nicht nur Staub und Kleinmaterial produziert werden, sondern brauchbare große Kohlenstücke. Allein im Liegen die Hacke in Kohle zu bekommen ist schon schwierig. Es ist schon beeindruckend unter welchen schwierigen Bedingungen die damaligen Bergleute vor Ort arbeiten mussten. Der Ausflug in das 19. Jahrhundert verging dank der kompetenten Führung wie im Flug. Die Befahrung wird der ein oder andere Kollege in den nachfolgenden Tagen mit ein wenig Muskelkater im Gedächtnis bleiben.

 




Dateien:
Einladung_VDV.pdf82 K