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Besichtigung einer Gasdruckregel- und Messanlage und Mitgliederversammlung 2014

14.11.2014 Bezirk Süd-West-Sachsen (Chemnitz) Von Chris Sylvia Petz vor 5 Jahr(en)


Termin: 14.11.2014 15:00
Ort: Chemnitz


Ungewöhnliche Bauweise der GDRMA Chemnitz West

Ankommende Gasleitungen in der GDRMA Chemnitz West

Leitungen im Innenraum der GDRMA Chemnitz West, in denen die Druckreduzierung erfolgt

Die (noch nicht ganz vollständige) Exkursionsgruppe vor der GDRMA Chemnitz West (alle Fotos: Chris Sylvia Petz)

Zur Einstimmung auf unsere diesjährige Wahlveranstaltung im VDV-Bezirk Südwestsachsen hatte unser Bezirksvorstandsmitglied Volkmar Görner die Besichtigung einer technischen Anlage des Energieversorgers eins energie in Sachsen organisiert.

 

Herr Schröer als Betriebsingenieur bei eins energie erklärte uns sehr detailliert und kurzweilig die Funktionsweise der Gasdruckregel- und Meßanlage Chemnitz-West, die sich im Chemnitzer Ortsteil Rabenstein etwas abgelegen von der Wohnbebauung am Rand eines Feldes befindet. Schon mit der Architektur des Betriebsgebäudes wurde versucht, von den typischen zweckmäßigen Formen eines Funktionsgebäudes abzuweichen - es wurde in der Form eines Schiffes gebaut.

 

Entscheidend ist natürlich das Innenleben der Station. Die Anlage reduziert den hohen Druck von 80 bar des ankommenden Gases aus den Fernzuleitungen auf 25 bar und 4 bar. Mit diesem Druck wird das Gas dann in die Netze der Stadt Chemnitz weitergeleitet, wobei der Druck von 4 bar dann in die kleineren Verzweigungen des Stadtnetzes geleitet wird. Bis zum Endkunden wird der Druck dann auf wenige Millibar reduziert. In das Gebäude führen zwei Leitungen, von denen immer nur eine in Betrieb ist, die andere Leitung wird für Reparatur- und Wartungszwecke vorgehalten.

Die großen Druckunterschiede bei der Reduzierung des Gasdruckes haben eine starke Abkühlung des Gases zur Folge. Deshalb müssen die Leitungen vorgeheizt werden, damit sich kein Eispanzer bildet. Dafür muss ein Teil des ankommenden Gases in der Station verwendet werden. Bei älteren Anlagen sind das ca. 0.3% des ankommenden Gases, bei neueren Anlagen nur noch 0.1%. Herr Schröer machte uns darauf aufmerksam, dass am Tag unserer Besichtigung der Durchfluss des Gases durch die Leitungen im Gebäude in einer Größenordnung lag, bei der man seine Erläuterungen akustisch noch verstehen konnte. In Zeiten großen Gasbedarfs sind die Strömungsgeräusche aufgrund der hohen Durchflussmenge in den Leitungen so stark, das Gespräche nicht mehr möglich wären.

 

Wir durften auch einen Blick in den Raum werfen, in dem der Geruchsstoff aufbewahrt wird, der dem eigentlich geruchlosen Erdgas beigefügt wird, und mussten dabei unweigerlich auch eine Geruchsprobe nehmen.

 

Einen Raum mit zahlreichen Anzeigen zur Überwachung der Anlage konnten wir ebenfalls besichtigen.

Herr Schröer erklärte uns, dass die Zusammensetzung des ankommenden Gases und damit der Brennwert zur Zeit nicht kontinuierlich überwacht werden. Da der Brennwert aber nur geringen gesetzlich vorgegeben Schwankungen unterliegen darf und durch die vermehrte, aber unregelmäßige Einspeisung von Gas aus Biogasanlagen ständig mit Unterschieden in der Zusammensetzung zu rechnen ist, wird das wohl in Zukunft erfolgen müssen.

Wir konnten bei dieser Besichtigung einen interessanten Blick in eine Anlage werfen, ohne die die Gasversorgung der Stadt Chemnitz nicht funktionieren würde, über deren Bedeutung man sich aber im täglichen Leben wenig Gedanken macht. Herr Schröer hat uns auch auf viele Probleme aufmerksam gemacht, die mit dem Betrieb solcher Anlagen verbunden sind.

Wir möchten uns bei Herrn Schröer bedanken für einen lohnenswerten Einblick in einen Bereich, mit dem man im Berufsleben als Vermesser zu tun hat, der aber auch für den reibungslosen Alltag von uns Allen notwendig ist.