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Exkursion Allgäu und Brauneck

23.10.2016 Landesverband Bayern Von Jochen Schmidt vor 3 Jahr(en)


Termin: 03.06.2016 - 04.06.2016
Ort:


Der Landesverband Bayern erkundet in einer Zweitagesexkursion die Gamsbocklochhöhle im Allgäu, den neuen Milchhäusllift der Brauneck-Bergbahnen und den Sylvensteinspeicher im Tölzer Land.

Die erste Station der Fachexkursion 2016 des Landesverbandes Bayern führte in die Gamsbocklochhöhle in der Nähe des Riedbergpasses im Allgäu. Das Gamsbockloch ist eine der größten Ein-Raum-Karsthöhlen in den bayerischen Alpen.

Vermessungsingenieur und Höhlenforscher Andras Wolf ermöglichte den Zugang und die Befahrung der nicht öffentlich zugänglichen Höhle.

Die Höhle wurde von Philip Janka 2014 durch 3D-Laserscanaufnahme im Rahmen seiner (durch den VDV prämierten) Bachelor-Arbeit detailgenau vermessen. Zudem erstellte er Visualisierungen und einen 3D-Druck im Maßstab 1:500 der Höhle.

 

Begleitet wurden die VDV-Ingenieure durch Mitglieder der Bergwacht sowie einer Reporterin des Bayerischen Rundfunks, die einen Bericht für das beliebte „Rucksackradio“ auf Bayern 1 erstellte.

 

Nachdem ein etwa 8 m langer, schmaler Zugang liegend vorwärtsrobbend überwunden war, ging es über zwei Leitern steil bergab. Über lehmige, rutschige Felsen, nur mit einem Seil gesichert, erreichte man dann die eigentliche Höhle. Durch den Schein von Helm- und Taschenlampen konnte man nun die Größe der Höhle erleben. Mit Abmessungen von ca. 50 m in der Höhe und 30 m im Durchmesser ist es erstaunlich, wie sich so ein riesiger Hohlraum frei tragend hält. Über der Halle liegen nochmals ca. 100 m Fels. Nachdem bei einem Rundgang Andreas Wolf und Philip Janka die Vermessung und Geologie der Höhle erläutert hatten ging es über riesigen Felsbrocken und Geröll, z. T. auf allen Vieren, wieder hinauf ins Tageslicht.

 

Bei einem gemeinsamen Mittagessen in Obermeiselstein dankte der Landesvorsitzende Pöhlmann dem Höhlenforscher Wolf nochmals für die Ermöglichung der „Höhlenbefahrung“ und überreichte Ihm ein kleines Präsent.

 

Die VDV-Mitglieder machten sich anschließend auf den Weg zur Brauneck-Bergbahn bei Lenggries. Die Übernachtung hatte der Landesvorsitzende im DAV Brauneck-Gipfelhaus auf 1.540 m Höhe organisiert.

Hier bot sich am Abend die Gelegenheit, beim gemütlichen Zusammensein Kolleginnen und Kollegen aus anderen Regionen Bayerns näher kennenzulernen.

 

Am nächsten Tag standen die Besichtigungspunkte Speichersee, neuer Sessellift Milchhäusl-Express und Sylvensteinspeicher auf dem Programm.

 

Durch das VDV-Mitglied Harald Miklautz erfolgte die fachkundige Führung.

Sein Vermessungsbüro zeichnete verantwortlich für die Vermessungsleistungen zum Bau des neuen Speichersees, unterhalb der Gipfelstation der Brauneck-Bergbahn sowie der neuen 6er-Sesselbahn Milchhäusl-Express in Wegscheid.

Er erläuterte die Schwierigkeiten und Probleme bei der Vermessung im alpinen Gelände. So z. B. die logistischen Herausforderungen bei der Durchführung der Grundlagenvermessung für eine neue Lifttrasse oder die Abhängigkeiten der Vermessungs-Kampagnen vom Wetter.

 

Begleitet wurde die Gruppe vom Betriebsleiter der Brauneck-Bergbahn, Hans Gerg. Er beantwortete gerne alle Fragen der Gruppe zum technischen Betrieb der Bahnen und dem neu gebauten Speicherbecken. Zudem ermöglichte er auch einen Einblick in die Halle für die 97 Sessel, die fast vollständig im Berg verschwunden ist sowie den Zugang zur Antriebseinheit der Sesselbahn an der Talstation.

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es gut gestärkt zum Sylvensteinspeicher, einem Stausee zum Hochwasserschutz im Isartal.

Der Sylvensteinspeicher wurde nach über 50-jähriger Betriebszeit durch eine zusätzliche Dichtwand im Damm (170 m lang und bis zu 70 m tief) sowie mit einem Überwachungssystem für das Sickerwasser in einem neuen Stollen an den heutigen Stand der Technik angepasst.

Die Vermessungsarbeiten dazu wurden durch das Vermessungsbüro Harald Miklautz durchgeführt.

Stephan Poitner, nun Mitarbeiter im Vermessungsbüro Harald Miklautz, wurde 2015 vom VDV für seine Bachelorarbeit ausgezeichnet. Diese behandelte die Netzmessungen, Laserscans innerhalb des Dammbauwerks, Laserscans an der Oberfläche des Dammbauwerks, den Absteckungsarbeiten, 3D-Druck und die 3D-Visualisierung.

 

Bei einem Rundgang im Überwachungsstollen als auch auf dem Damm gaben Stephan Poitner und Harald Miklautz fachkundige Informationen zu diesem interessanten Projekt.

 

Nach Beendigung der Führung bedankten sich der Landesvorsitzende und die Teilnehmer bei den Herren Miklautz und Poitner für die Durchführung und fachkundige Begleitung.

 

Alle Exkursionsteilnehmer waren sich einig, dass dies wieder eine gelungene Veranstaltung des Landesverbandes war. Weitere Aktivitäten im Rahmen von Fachexkursionen sind bereits in Planung.