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Exkursion zur Fa. Leica und zum Gotthard-Basistunnel

17.07.2009 Bezirk Bayern-Mitte vor 10 Jahr(en)


Termin: 16.07.2009 - 17.07.2009
Ort: Heerbrugg und Erstfeld, Schweiz


 

 

Jahreshöhepunkt des VDV-Bezirk Nürnberg - Tour de Swiss

Zweitägige Schweiz-Exkursion unterstreicht die rege Verbandstätigkeit in Nürnberg

 

Nachdem die ¼-jährlich stattfindenden Stammtische im Bezirk Nürnberg von immer mehr Mitgliedern gerne angenommen werden, wurde Ende letzten Jahres die Idee einer gemeinsamen mehrtätigen Exkursion geboren. Die äußerst interessanten Ziele waren schnell gefunden:

  • eine Werksbesichtigung bei der Leica Geosystems nach Heerbrugg / CH
  • eine Baustellen-Exkursion in den Gotthard-Basistunnel.

So machte sich die auf 14 Teilnehmer begrenzte Gruppe am 17. Juli von Nürnberg aus auf den Weg zur ersten Station nahe der schweizerisch-deutschen Grenze. Die Teilnehmer zeigten bei der fachkundigen Betriebsführung durch einen ehemaligen leitenden Leica-Mitarbeiter beeindruckt von der Geschichte des heute unter dem Namen Leica Geosystems firmierten Unternehmens. So begann das von Namensgeber Heinrich Wild bereits im Jahr 1921 in Heerbrugg/CH gegründete Unternehmen Vermessungsinstrumente zu entwickeln. Den älteren Kollegen sind die hochpräzisen und äußerst zuverlässigen Produkte unter dem Namen WILD Heerbrugg und später WILD LEITZ AG  noch gut bekannt, ebenso wie die 1988  integrierten Vermessungsgeräte der Kern & Co AG Aarau.

Während der Betriebsführung wurden die Produktions-, Montage- und Prüfstätten des Schweizer Leica-Standorts gezeigt. Abschließend wurde im Showroom die gesamte aktuelle Produktpalette, bestehend aus

  • Totalstationen (TPS)
  • GNSS-/GPS-Systeme
  • Maschinensteuerung
  • Präzisionsmesssysteme
  • Nivelliere
  • Scanner
  • Luftbildsensoren und -auswertesysteme

und in einer Produktpräsentation die aktuelle Hochleistungs-Totalstation TS 30 gezeigt.

 

 

Weiter ging es zur Hotel-Übernachtung an das Ufer des Urnersees um am nächsten Morgen zur Tunnelbaustelle an das künftige Nordportal des Gotthard-Basistunnels. Der Eisenbahn-Tunnel wird mit 57 km Länge der längste der Welt sein. Die Nord- Süd-Achse wird die zentrale Bahnverbindung im Herzen Europas sein und die Schnellbahnstrecken Frankreichs und Deutschlands mit denen Italiens verbinden. Die beiden größten europäischen Seehäfen Rotterdam und Genua werden durch Transitgüterzüge künftig direkt verbunden.

Bauherr des Tunnels ist die AlpTransit Gotthard AG. Am Infocenter in Erstfeld wurde die Gruppe aus Nürnberg in Empfang genommen, eingekleidet, eingewiesen und mit der eigens für den Baustellenbetrieb installierten Betriebsbahn in den Baustellentunnel eingefahren. Gearbeitet wird in zwei 9-Stunden-Schichten. Während der Schichtpause finden u. a. die Exkursionen stattfinden. Anders wie in bisher erkundeten U-Bahn- oder Bahn-Baustellen war es wegen der Schichtpause sehr ruhig im Tunnel. Die einzelnen Ausbauabschnitte bis zum Bohrkopf an der Ortsbrust konnten in aller Ruhe begutachtet werden. In den Vortriebspausen werden außerdem alle Vermessungsarbeiten erledigt. Allein die Tunnelbohrmaschine hat eine beeindruckende Länge von 400 m und besteht zerlegt aus 19.000 Teilen. Auf ihr befinden sich alle Einrichtungen für den Vortrieb, die Ankerbohrungen, das Betonieren und die Ver- und Entsorgung.

 

Auch in der Tunnelbaustelle war wie schon bei Leica in Heerbrugg die sprichwörtliche Schweizer Präzision an allen Ecken und Enden zu spüren.

Die beeindruckende Führung endete wieder im InfoCenter mit einem informativen Kurzfilm, technischen Erläuterung und Darreichung ausführlicher Projektunterlagen.

 

Besonderer Dank gilt den beiden Organisatoren Stefan Geist und Klaus Ruppert. Für die nächste gemeinsame Fachexkursion des Bezirks Nürnberg gibt es bereits zahlreiche Anregungen. Näheres wird man an den nächsten Stammtischtreffen am 29. September und am 08. Dezember erfahren können.

 

Frank Pöhlmann

2. Vorsitzender LV Bayern