zum Content

Exkusion 2012: Arche Nebra und Sonnenobservatorium Goseck

19.04.2012 Landesverband Sachsen-Anhalt Von Achim Dombert vor 8 Jahr(en)


Termin: 19.04.2012 07:15
Ort: Listemannstr., Magdeburg


Die Exkursion des VDV-Landesverbandes Sachsen-Anhalt führte am 19.04.12 zum Mittelberg in Sachsen-Anhalt. In der Nähe des kleinen Ortes Wangen wurde 2007 ein Besucherzentrum errichtet. Zunächst wurde jedoch das Sonnenobservatorium in Goseck besucht. Die Reise erfolgte wieder mit dem Reiseunternehmen Sudenburger Reisespatz. Dieses mal mit dem Mannschaftsbus der Handballer vom SCM. Damit wir alle Mitglieder erreichen konnten wurde die Städte Magdeburg, Dessau und Halle angefahren. Die Kreisgrabenanlage von Goseck ist der weltweit älteste Beleg für systematische Himmelsbeobachtung. Die Anlage wurde ca. 5000 v. Chr. errichtet und 1991 durch Auswertung von Luftbildern wiederentdeckt, in folgenden Jahren komplett ausgegraben und schließlich 2005 rekonstruiert. Obwohl die Tore und Palisadenunterbrechungen - ähnlich wie die Himmelsscheibe – die Sonnenwenden heute wieder beobachten lassen, stehen die Kreisgrabenanlage und die etwa 3000 Jahre jüngere Himmelsscheibe in keinem archäologischen Zusammenhang.

 

Anschließend ging es zu dem Besucherzentrum Arche Nebra (51° 16’ 17,41’’N 11° 31’ 53,36’’ E). Dort konnte zunächst eine Sonderausstellung „eiszeitliche Funde“ besichtigt werden. Die exklusive Küche des Schloßhotels Himmelscheibe sorgte im Cateringbereich des Ausstellungsgebäudes für eine gute Mittagsverpflegung. Das Ausstellungsgebäude ist einer der goldenen Applikationen der Himmelsscheibe nachempfunden. Gegen 14.30 Uhr begann nun die Führung durch die Ausstellung „Sternenrätsel“. Die Ausstellung selbst ist sehr sehenswert und genauso ungewöhnlich wie das Gebäude selbst. Besonders erwähnenswert ist die für ein Museum unkonventionelle Präsentation der Funde und die Darstellung des Stars der Ausstellung. Die fachkundige Führung erfolgte sehr engagiert und professionell. Die Krönung dieses Teiles war eine etwa 20-minütige Präsentation der auf der Himmelsscheibe dargestellten Geometrie der Sommer- bzw. Wintersonnenwende im hauseigenen Planetarium. Die Himmelsscheibe selbst kann in der Arche Nebra nur als holographische Projektion bestaunt werden. Das Original befindet sich im dem von VDV-Landesverband Sachsen-Anhalt bereits früher einmal besuchten Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle. Aufgrund der exponierten Lage der Arche handelt es sich bei alle Ausstellungsstücken um Repliken.

 

Nach der Planetariumsshow ging es mit dem Shuttle-Bus direkt auf den Mittelberg zum tatsächlichen Fundort der Himmelsscheibe. Der kleine Shuttle-Bus (16 Sitzplätze) fuhr sogar je zweimal die Strecke damit die gesamte Gruppe den Fundort in Augenschein nehmen konnte. Das Besondere an der Fundstelle ist ein schief konstruierter hoher Aussichtsturm (30m hoch, 10 Grad geneigt) mit bester rundum Fernsicht. Auf dem Gelände unterhalb des Turmes sind einige Sichtachsen dargestellt. Der eigentliche Fundort ist durch einen großen im Boden eingelassenen gewölbten Spiegel markiert.

 

Auf der Heimfahrt machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp. Am Bus gab es zum krönenden Abschluss Kaffee und Kuchen. Der Kuchen in Form der Himmelsscheibe wurde eigens von der Konditorei Neumann in Nebra angefertigt, und konnte von uns in der Arche eingeladen werden.

 

Der lange und ereignisreiche Tag endete an der letzten Station der Rückfahrt um 21 Uhr in Magdeburg.

Ich danke dem VDV-Kollegen Andreas Zeller für die gute Organisation der diesjährigen Exkursion des Landesverbandes Sachsen-Anhalt. Vorschläge für die nächste Exkursion werden gerne entgegengenommen.