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Fachexkursion und Mitgliederversammlung

16.06.2011 Bezirk Nord (Koblenz) Von Michael Müller vor 8 Jahr(en)


Termin: 10.09.2011 16:00
Ort: Gasthof Zens, Hochstraße 29, 56814 Ediger-Eller


Starkes Projekt mit schwacher Beteiligung,

so lässt sich die Mitgliederversammlung 2011 des VDV-Bezirks Nord umschreiben.

 

Fangen wir mit dem starken Projekt an: Die Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Tunnels (KWT) von Ediger-Eller nach Chochem bildete das fachliche Rahmenprogramm der ersten Mitgliederversammlung des Bezirks Nord, der im letzten Jahr aus den Bezirken Trier und Koblenz erwachsen ist und somit rund 100 Mitglieder zählt.

 

Der neue Tunnel ermöglicht, parallel zum 1878 bereits fertiggestellten sogenannten "Kanonentunnel", zukünftig eine Entlastung auf der insbesondere für der Güterverkehr bedeutsamen Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier und die Sanierung des bestehenden Tunnels.Die Erbauer des "Originals" indes hatten den Transport militärischer Güter im Fokus. Offenbar sah man zu Kaiser's Zeiten nach dem militärischen Erfolg 1870/71 den Bedarf, möglichst schnell Truppen und eben Kanonen an die deutsch-französische Grenze verlegen zu können.

 

Stärker noch als die heutige Nutzung haben sich Methoden und Bauweisen verändert. Dank Tübbingbauwise und einer rund 100 m langen Tunnelvortriebsmaschine mit 10 m Durchmesser "frisst" man sich aktuell mit 60 m täglich durch den Berg, so dass bereits Ende Oktober 2011 mit dem Durchschlag in Cochem gerechnet wird. Angestrebte Genauigkeit des Durchschlags rund 4 cm. !

 

Bild 1: Tübbinglager am Bahnhof Eller. Im Hintergrund das alte Portal des KWT

 

Mit welchen vermessungstechnischen Ansätzen dies gewährleistet wird und welche Tücken dabei aus geodätische Sicht zu meistern sind bis das 250 Mio. Euro-Projekt voraussichtlich 2012 in Betrieb genommen wird, vermittelte uns VDV-Kollege Dipl.-Ing. Paul Sterzik, Projektleiter Vermessung. Hierbei wurde auch deutlich, dass die wohl größter Herausforderung für die Tunnelbauer offenbar erst jetzt zum Ende hin zu Tage tritt.

 

Lediglich 3-4 m beträgt die Überdeckung zu bestehenden unterkellerten Wohngebäuden am Ende der Trasse, überwiegend bestehend auslosem Abraum des ersten Tunnelbaus! Anlass genug um einaufwendiges Monitoringsystem, bestehend aus 12 Tachymetern, 5 Schlauchwagen, 2 GPS-Stationen und einem Volumen von stündlich ca. 180 beobachteten Punkten zu installieren, um etwaige Schäden frühzeitig erkennen zu können. Allein dies wäre sicherlich noch einen ausführlichen Vortrag wert gewesen, jedoch war die Zeit wie immer begrenzt. Gestärkt durch einen von angeregter Fachdiskussion begleiteten Imbiss, rundete eine Führung in den Tunnel bis zum ersten Querschlag die hochinteressante Exkursion ab. Nochmals einen herzlichen Dank an den Kollegen Sterzik!

 

Bild2: Mitglieder und Gäste vor dem Tunnelportal

 

Fanden immerhin noch 10 Fachkolleginnen und Fachkollegen sowie große und kleine Begleiter den Weg zur Exkursion, galt dies bei der Versammlung leider nur noch für 7 stimmberechtigte Mitglieder - inklusive des Vorstandes!

 

Ein Glück, dass laut Satzung die Mitgliederversammlung immer beschlussfähig ist! Kurz und knapp fielen daher nach dem Bericht des Vorsitzenden und des Kassenprüfers auch die Wahlen aus: Der Bezirksvorstand mit Manfred Buchholz (Schatzmeister), Wilfried Krause (Schriftführer) und Tilo Groß (Vorsitzender) wurden im Amt bestätigt. Als neuer Kassenprüfer rückt Arne Schwarz für den nach 2 Jahren turnusgemäß ausgeschiedenen Volker Schneider nach, dem für die geleistete Arbeit ebenfalls noch ein herzlicher Dank gilt!

 

Als Fazit dieser Veranstaltung sei dem Autor noch ein persönliches Wort gestattet: Es ist mir und den Vorstandskollegen durchaus bewusst, dass ein jeder reichlich Termine hat und die Freiräume aller Orten enger werden. Dies gilt in gleichem Maße für die Vorstandsmitglieder, die ihre Freizeit für den VDV ebenfalls nicht zum Selbstzweck einbringen. Umso mehr hegten wir im Vorfelddie Hoffnung, dass - getreu dem Motto "Wenn nicht dies, wann dann" - eine solche Fachexkursion auf regeres Interesse stößt. Es ist schade, dass dem nicht so war! Jedoch wirft dies die Frage auf, was künftig noch angeboten werden soll und welches Angebot und Engagement die Mitglieder von der Arbeit im Bezirküberhaupt erwarten?

 

Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Sie liebe Kolleginnen und Kollegen des Bezirks Nord diese Frage aufgreifen und mir hierzu Ihre Anregungen, Gedanken und Vorschläge mitteilen, wie wir künftig in Ihrem Interesse die Bezirksarbeit attraktiv gestalten können! Sie erreichen mich wie immer unter: grossbittekeinevdv-onlinewerbungde

 

Herzlichst Ihr

Tilo Groß