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Filmmuseum Wolfen

19.12.2016 Bezirk Dessau Von Antje Radde vor 3 Jahr(en)


Termin: 25.11.2016 15:45
Ort: Wolfen


Die diesjährige Bezirksveranstaltung des Bezirkes Dessau führte am 25.11.2016 in das Filmmuseum in Wolfen.

Die Führungen begann mit dem Agfa-Werbefilm aus dem Jahre 1960: "Film und Faser". Anschließend besichtigten wir für ca. eine Stunde den Bereich "Filmherstellung", durch die uns Herr Uwe Holz sehr ausführlich und anschaulich geführt hat.

„In dem heutigen Museumsgebäude wurde Fotografie- und Filmgeschichte geschrieben: Die Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation (AGFA), seit 1873 unter dieser Bezeichnung in Berlin künstliche Farben und ab 1887 Fotochemikalien produzierend, errichtete im Jahre 1909 den noch heute teilweise erhaltenen Gebäudekomplex. Ursprünglich als reine Kinofilmproduktionsstätte geplant, erweiterte sich die Produktionspalette auf Foto-, Röntgen-, Flieger- bis hin zu Schmalfilm. An der zu besichtigenden Begießmaschine gossen die Filmwerker 1936 den ersten universell einsetzbaren Mehrschichtenfarbfilm der Welt. Im Jahre 1941 gelangte der erste Farbfilm aus Wolfener Material in Deutschlands Kinos zur Aufführung - der Streifen "Frauen sind doch bessere Diplomaten" mit Marika Rökk und Willy Fritsch in den Hauptrollen. Weitere, auf AGFA-Rohfilmmaterial gedrehte Filme, wie z.B. "Münchhausen" mit Hans Albers, folgten. Seit 1964 wurden die fotografischen Aufnahmematerialien unter den Namen ORWO (ORiginal WOlfen) vertrieben. 

Eine lebendige Vermittlung des Prozesses der Filmherstellung haben sich ehemalige Mitarbeiter der Filmfabrik zum Leitgedanken gemacht. Sie erzählen nicht nur interessante Aspekte über die einst schwere Arbeit in den Dunkelräumen sowie über die Geschichte von AGFA und ORWO. In den Führungen fließt auch die eine oder andere unterhaltsame Anekdote aus den Produktionszeiten ein. 
Ein Höhepunkt für Freunde der Fotografie ist die "Schatzkammer" des Museums: Die mit über 800 Fotoapparaten größte öffentlich zugängliche Sammlung Sachsen-Anhalts zeigt einen Querschnitt vorwiegend deutscher Kameraproduktion.

Im griechischen Restaurant „Sokrates“ in Wolfen fand der Abend mit fachlichen und auch privaten Gesprächen in gemütlicher Atmosphäre seinen Ausklang.