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Geodätenstammtisch 2015 und Besichtigung des Zentraldepots des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie

01.10.2015 Bezirk Halle Von Olaf Geyer vor 4 Jahr(en)


Termin: 07.11.2015 10:00
Ort: Halle


Besuchergruppe im Zentraldepot

 

Am Samstag, dem 07.11.2015, fand die Führung der Teilnehmer des „Geodätenstammtisch 2015“ des VDV-Bezirks Halle durch das Zentraldepot und die Studiensammlung des Landesmuseums für Vorgeschichte Sachsen-Anhalt statt.

 

21 1/2 Teilnehmer und Gäste (ein Teilnehmerpaar hatte ihren kleinen Sohn dabei) folgten der Einladung. Neben unserem Landesvorsitzenden Achim Dombert, konnten die Bezirksvorsitzenden aus Magdeburg, Herr Höhne, und Dessau, Herr Zeller, sowie interessierte Ehefrauen und Partner als Gäste begrüßt werden. Diese Teilnehmeranzahl spricht für das hohe Interesse, welches die Thematik der Führung auslöste.

 

Herr Dr. Mischker, Referatsleiter der Sammlung und Archive beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, führte uns durch die schier endlosen Gänge. Auf 21 km lagern im Zentraldepot 16,5 Millionen Fundstücke. Von der kleinsten Scherbe bis zum Skelett eines kompletten Schädels eines in Mitteldeutschland gefundenen Waldelefanten ist hier alles Namhafte, was keinen Platz in aktuellen Ausstellungen der Museen gefunden hat, deponiert. Im Unterschied zum Museum hatte man hautnahen Kontakt zu den Fundstücken.

 

Wann kommt man schon mal in die Verlegenheit, ein 25 Tausend Jahre altes Steinbeil in der Hand zu halten? Mit Ehrfurcht betrachtet man das kreisrunde Loch, wo seinerzeit der Stiel aus Holz saß. Wie lange wird der Steinzeitmensch wohl gebraucht haben, um dieses Schaftloch ohne Widia-Bohrer und Bohrmaschine zu fertigen, ein Jahr, einen Monat? Die fachgerechte Antwort lautete: Für einen geübten Handwerker der Jungsteinzeit war diese Arbeit in Form einer Kernbohrung (!), die er mit Hilfe von Holunder ausführte, an einem Tag erledigt. Nachgewiesen wurde die Fertigkeit bei experimentellen Archäologieversuchen in Dänemark.

 

Zum Abschluss der Führung durften wir ein Highlight der Archäologie besichtigen. In einer modernen und großen Halle waren die aktuellen Arbeiten an mehreren Blockbergungen zu bestaunen. Unter idealen Laborbedingungen werden die Fundstücke in den großen Blöcken ohne widrigen meteorologischen Einflüsse ausgesetzt zu sein, ausgegraben, katalogisiert und konserviert.

 

Keine Minute, ja keine Sekunde, der drei Stunden dauernden Führung, waren uninteressant.

Ich glaube, ich darf für meine Fachkollegen und Gäste sprechen, wenn ich sage, wir waren alle begeistert, Geschichte so hautnah und höchstinteressant präsentiert zu bekommen.

 

Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Mischker, der es mit viel Enthusiasmus verstanden hat, uns die Fundstücke, die Wichtigkeit ihrer Bedeutung für unser heutiges Leben und die Zeiträume, die sie repräsentieren, nahe zu bringen.

 

Vertieft und ergänzt wurden die gewonnen Eindrücke in fachlichen Gesprächen, die sich beim Besuch des nahe gelegenen Restaurants „Alexis Zorbas“ ergaben und den interessanten Tag abrundeten.