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Geschichte zum Anfassen - VDV-Rheinland-Pfalz besucht die Zitadelle Mainz

26.09.2015 Landesverband Rheinland-Pfalz Von Tilo Groß vor 4 Jahr(en)


Termin: 26.09.2015 14:00-18:00
Ort: Mainz


Als Führung hochinteressant – als Luftschutzraum beängstigend. Die VDV'ler in den Gängen unter den Festungswällen.

Gruppenbild am Drususstein - dem innerhalb der Zitadelle befindlichen römischen Grabmal zu Ehren des in Rom bestatteten Heerführers und Politkers Nero Claudius Drusus. Auch dieses historische Zeugnis ist wie zu sehen vom Zerfall bedroht.

IZM – Initiative Zitadelle Mainz e.V. unter diesem Namen haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Mainz zusammengeschlossen, um zum Erhalt dieses besonderen Festungsbauwerks inmitten von Mainz die Initiative zu ergreifen. Auf das Jahr 1050 gehen die Anfänge der heutigen Anlage zurück. Auf dem damals noch außerhalb der Stadtmauern gelegen Jakobsberg errichteten die Benediktiner eine dem heiligen Jakob geweihte Abtei. Bedauerlicherweise bot der Heilige seiner Abtei im Verlauf einer wechselvollen Geschichte nicht den umfassendsten Schutz und so wurde die Abtei bis zum Beginn des Festungsbaus bereits zweimal zerstört und wiedererrichtet.

 

Um 1655 veranlasste dann Kurfürst Johann Phillip von Schönborn die Umwallung der gesamten damaligen Stadt Mainz mit Bastionen – nicht zuletzt zum Schutz der im Zentrum gelegenen Rheinbrücke. In dieser Zeit entstand auch die heutige Zitadellenfestung quasi als Kern der Wehranlagen und Forts rund um Mainz. Als mächtiges Bauwerk mit starken Mauern, Erdwällen, unterirdischen Wehrängen und sich gegenseitig deckenden Bastionen an den Eckpunkten wurde sie nach neuesten militärischen Aspekten der damaligen Zeit konstruiert, um auch dem Beschuss durch Kanonen standzuhalten. Für die militärische Anlage ging das Konzept auf – der noch im Inneren befindlichen Abtei nütze auch dies nichts. Sie wurde 1793 durch Beschuss der Franzosen das dritte Mal zerstört. Die Zitadelle blieb fortan für lange Zeit eine rein militärische Anlage und wurde zu diesem Zweck u.a. mit Kasernengebäuden weiter ausgebaut.

 


Wie so oft ist aber auch in diesem Fall die Geschichte nicht frei von Ironie. Als Schutz für das Militär gebaut, retteten die unterirdischen Gänge des Bollwerks als Luftschutzraum im 2. Weltkrieg vielen Mainzer Zivilisten das Leben. Eine beklemmende Vorstellung, in den engen und schlechtbelüfteten Wehrgängen der Festung Bombennächte überstehen zu müssen, die für die VDV'ler an diesem Tag ein kleines Stück weit begreifbar wurde.

 

Vermittelt hatte diese hochinteressante Führung, unter der Leitung von Frau Hopfe, Elmar Neuroth, der nicht nur ÖbVI in Mainz und stellv. VDV-Landesvorsitzender sondern auch „Gängebauftragter“ der IZM ist. Schließlich ist es naheliegend, dass auch hier Geodäten mitwirken, wenn es darum geht vom Verfall bedrohte historische Bausubstanz im Widerstreit zwischen Umwelt- und Denkmalschutz zu erhalten, da die Festungsmauern zunehmend überwuchert und durch Wurzeln und Pflanzen zerstört werden. Übrigens die IZM freut sich über jede Unterstützung!

 

Also machen Sie es wie der VDV Ende September 2015: Schauen Sie einfach mal rein!

Live oder unter www.zitadelle-mainz.de.