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Landesverbandstag 2016

08.01.2017 Landesverband Bayern Von Kurt Wagner vor 3 Jahr(en)


Termin: 21.10.2016 14:30-00:00
Ort: Nürnberg


Dipl.-Ing. Andreas Wolf (alle Fotos: Ullrich Jockers)

Irmgard Pögl und Klaus Meyer-Dietrich

Ilona Büttner und Frank Pöhlmann

Die neuen Vorstandsmitglieder mit dem Landesvorsitzenden v.l.: Theresa Meyer, Philipp Janka, Lisa Knopp, Johanna Schack, Frank Pöhlmann

Prof. Dr. Martina Klärle und Frank Pöhlmann

Fahrt in der historischen Straßenbahn

Ton in Ton vor der Straßenbahn, Klaus Meyer-Dietrich (Foto: Kurt Wagner)

Am 21.10.2016 lud der Landesverband Bayern zum Landesverbandstag in das Hotel Park Inn by Radisson nach Nürnberg ein. Interessante Fachvorträge, die Landesmitgliederversammlung mit Neuwahlen und eine Fahrt in der historischen Strassenbahn durch Nürnberg standen auf der Tagesordnung.

Der Landesvorsitzende Frank Pöhlmann konnte viele VDV-Mitglieder, Verteter der Partnerverbände des DVW und IGVB sowie den Amtsleiter des ADBV Nürnberg wilkommen heißen.

Zudem begrüsste er den Geschäftsführer des VDV, Burkard Kreuter und das Ehrenmitglied, den ehemaligen Vizepräsidenten des VDV, Klaus Meyer-Dietrich.

Der Gast mit der wohl weitesten Anreise – der Geometer Johann Martin Lun aus Italien - stellte gleich zu Beginn des Landesverbandstages mit einem Kurzvortrag die Topographenvereinigung Trentino-Südtirol vor. Deren Ziele sind es die Verfahrens- und Arbeitsweisen zu koordinieren und zu rationalisieren, den Berufsstand zu vertreten und zu verteidigen.

Im ersten Fachvortrag referierte Dipl.-Ing. Andreas Wolf über „Die Eiskapelle am Königssee – Gletscher und Eishöhlenforschung im Nationalpark Berchtesgaden“.

Andreas Wolf ist Vermessungsingenieur und stellvertretender Vorsitzender der deutschen Höhlen- und Karstforschung e.V.

Die Eiskapelle, durch ihre besondere Lage und Ausrichtung am Fuße der Watzmann Ostwand, stellt eine besondere Eisformation dar, die durch Schnee und Lawinen gespeist wird.

Durch Wasserschmelze und Abwinde entstehen verschiedene Hohlräume und verzweigte Gänge im Eisfeld. Seit dem Jahr 1953 werden Oberflächenaufnahmen der Eisflächen durchgeführt. Im Jahr 1994 diplomierte Andreas Wolf über die Eiskapelle. Anschaulich erläuterte er die seitdem eingesetzten unterschiedlichen Messverfahren, von der terrestrischen Fotogrammetrie, tachymetrischen Aufnahmen ohne GPS, Laserscanneraufnahmen sowie der Drohnenbefliegung 2016.

Untertage werden seit 1983 Aufnahmen zu speälogischen Untersuchungen der Eishöhle durchgeführt.

Die beindruckende Veränderung der Länge der Eishöhle und die Abnahme der Eismassen durch die klimatischen Auswirkungen können so belegt werden.

Durch viele Bilder wurden die Untersuchungen und Messkampagnen den Zuhörern anschaulich dargestellt.

Die Eishöhle am Königssee ist frei zugänglich, doch sollte man besondere Vorsicht wegen abstürzender Eisblöcke im Eingangsbereich walten lassen.

 

Aus organisatorischen Gründen wurde die Landesmitgliederversammlung vor dem zweiten Fachvortrag durchgeführt.

In seinem Bericht zur Landesmitgliederversammlung hob der Landesvorsitzende Frank Pöhmann die verbesserte Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden, der Verwaltung, den Hochschulen und Kollegen aus dem Bereich der Geodäsie hervor. So entsteht ein umfassendes, kollegiales Netzwerk für die Mitglieder des VDV.

Außerdem gab es eine erfreuliche Mitgliederentwicklung. In den letzten zwei Jahren konnten 24 Neumitglieder im VDV begrüßt werden.

Frank Pöhlmann berichtete zudem über die Fachexkursionen in die Gaislochhöhle in der fränkischen Schweiz, die Fahrt zum Gamsbockloch ins Allgäu und nach Lenggries zum Sylvensteinspeicher.

 

Anschließend wurden ausscheidende Landesvorstandsmitglieder geehrt.

Irmgard Pögl stellte Ihr Amt als Schatzmeisterin zur Verfügung. Als langjähriges Mitglied des Landesvorstands und Wegbegleiterin des ehemaligen Landesvorsitzenden verlas Frank Pöhlmann eine Laudatio von Helmut Wenninger. Er betonte die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit und die erfreulicherweise geleistete Arbeit als Vertretung im Bundesvorstand.

Auch Klaus Meyer-Dietrich richtete sehr persönliche Dankesworte an Irmgard Pögl und überbrachte Grußworte vom Präsidenten Wilfried Grunau.

Der Landesvorsitzende Frank Pöhlmann übergab zum Dank ein Präsent und einen Blumenstrauß. Zudem erhielt Sie noch eine Urkunde mit der silbernen Verbandsnadel für die 25-jährige Mitgliedschaft im VDV.

 

Ilona Büttner stellte Ihr Amt der stellvertretenden Landesvorsitzenden zur Verfügung. Der Landesvorsitzende dankte Ihr für die geleistete Arbeit und Ihren Einsatz für den Verband und überreichte Ihr ein Präsent und einen Blumenstrauß. Er hofft auf eine weitere aktive Tätigkeit im Bezirk Nürnberg.

 

Im Anschluss fanden die Wahlen zur Besetzung des Landesvorstands statt.

Als Wahlleiter fungierte das Ehrenmitglied Klaus Meyer-Dietrich.

 

Neu in den Landesvorstand wurden jeweils einstimmig gewählt:

Stellvertretende Landesvorsitzende:                  Johanna Schack

Schatzmeister                                                         Klaus Kiesel

Referentin an der Hochschule Würzburg:         Theresa Meyer

Referentin an der TU München:                          Lisa Knopp

Referent für Aus- und Weiterbildung:                 Philipp Janka

 

In den bestehenden Ämtern einstimmig bestätigt wurden:

 

Referent an der Hochschule München:              Manfred Wurzer

Referent für den öffentlichen Dienst:                  Fred Behrens

 

Als Kassenprüfer wurde Thomas Fernkorn vorgeschlagen und gewählt.

 

Der Landesvorsitzende bedankte sich für die Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung bei der Verbandsarbeit. Insbesondere freute er sich, dass so viele junge Mitglieder in den Vorstand gewählt wurden und hofft auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

 

Nach Abschluss der Landesmitgliederversammlung konnte der Landesvorsitzende Prof. Dr. Martina Klärle begrüßen. Sie hat die Professur für Landmanagement an der Frankfurt University of Applied Sciences inne. Zudem ist sie Geschäftsführende Direktorin des Frankfurter Forschungsinstituts für Architektur - Bauwesen – Geomatik (FFin).

In Ihrem Fachvortrag referierte sie zu dem Thema „Beiträge der Geoinformation zu einem nachhaltigen Klimaschutz“.
- Der CO2-Ausstoß der letzten 50-80 Jahren kann nicht rückgängig gemacht werden.
- Der Energieverbrauch wird hauptsächlich von Wärmeerzeugung, Stromverbrauch und Mobilität bestimmt.
- Um die Energiewende zu ermöglichen, sind die Potentiale der Energiegewinnung aufzuzeigen, neue Speichertechniken zu finden und intelligente Netze auszubauen.

Das Ergebnis des Forschungsprojekts „SUN-AREA“ ermittelt vollautomatisch das Potenzial von Dachflächen, die für die Solarenergiegewinnung geeignet sind in über 300 Städten. In Hessen ist seit 02.09.2016 landesweit die Analyse für Dach- und auch Freiflächen freigeschaltet. Grundlage hierfür sind hochauflösende Laserscanndaten und Katasterdaten, sowie die Simulation von Sonneneinstrahlung über den Tag und das Jahr hinweg.

Im Forschungsprojekt „WIND-AREA“ wird eine Methodik für eine automatisierte Windpotenzialanalyse speziell für Kleinwindkraftanlagen entwickelt.

Für die Potenzialanalyse der Kleinwindanlagen werden hochauflösende 3D-Geodaten mit regionalen Winddaten durch Werkzeuge der Strömungslehre verschnitten. Dadurch können bodennahe Windströmungen und ihr Verhalten im Bereich von Hindernissen (z. B. Gebäuden) genau modelliert werden.

Prof. Dr. Martina Kläre versucht Ihre Visionen auch auf privatem Gebiet umzusetzten. So hat sie z. B. einen alten Bauernhof in Weikersheim zu einem Plusenergiehof – „HOF8“, umgebaut. Hier sind der Firmensitz der Klärle GmbH, eine Hebammenpraxis und zwei seniorengerechte Wohnungen untergebracht. Die Energieversorgung erfolgt ausschließlich über erneuerbare Energien: Solaranlagen, Kleinwindkraftanlagen, Grundwasserwärme über Wärmepumpe aus dem hofeigenen Brunnen. Die Energiebilanz liegt bei 205%, überschüssige Solarenergie wird in das öffentliche Netz eingespeist.

Nach dem interessanten Vortrag bedankte sich der Landesvorsitzende Frank Pöhlmann bei Prof. Dr. Martina Klärle. Als Überaschung konnte er ihr noch die Urkunde mit Anstecknadel für die 25-jährige Mitgliedschaft im VDV überreichen.

 

Im Anschluß fand die Abendveranstaltung statt.

Von der nächstgelegenen Straßenbahnhaltestelle ging es mit einer historischen Straßenbahn zum historischen Straßenbahndepot St. Peter. Die begleitenden Straßenbahnschaffner erzählten allerhand Wissenswertes zu den Besonderheiten der Straßenbahnen und der Streckenführung und zu den Nürnberger Sehenswürdigkeiten. Im Straßenbahndepot erwarteten die Mitglieder zum Abendessen echte Nürnberger Bratwürste auf Sauerkraut. Nach einer fachkundigen Führung im Depot mit Erläuterungen zur Entwicklung der Straßenbahnen in Nürnberg und der Welt, ging es dann wieder zurück.