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Landesverbandstag NRW 2012

21.04.2012 Landesverband Nordrhein-Westfalen vor 8 Jahr(en)


Termin: 21.04.2012 10:00-16:00
Ort: Rheinbach


Der neu gewählte Landesvorstand mit dem Organisator des Landesverbandstages Norbert Günnewig (rechts)

v. l.: Karsten Muth (Landesvorsitzende), Klaus Meyer-Dietrich (Ehrenlandesvorsitzender), Udo Stichling (DDGI) u. Stefan Raetz (Bürgermeister der Stadt Rheinbach) Foto: Willibald Dores

Geodäsie am Aquädukt - gestern und heute

 

Am Samstag, 21. April 2012 fand der 23. Landesverbandstag des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure (VDV), Landesverband Nordrhein-Westfalen im Waldhotel Rheinbach statt. Der VDV machte Rheinbach damit kurzfristig zum Zentrum der Geodäsie und Geoinformation.

Bürgermeister Stefan Raetz eröffnete die Tagung vor zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft und richtete seine Grußworte an die Versammlung. Er betonte, dass besonders die in und um Rheinbach bekannten geodätischen Arbeiten zu römischen Bauwerken die Bedeutung damaliger und heutiger Vermessungsarbeiten hervorragend widerspiegeln und dazu beitragen Geodäsie erlebbar werden zu lassen.

VDV-Vizepräsident Klaus Meyer-Dietrich wies in seinem Grußwort auf die unter der Dachmarke „Geodäsie“ zusammengefassten vielfältigen Aufgabenstellungen im Vermessungs- und Geoinformationsbereich hin. Die – auch politische – Bedeutung dieser Aufgaben sowie der Geodaten wurde zuletzt durch den Rat für Sozial- und Wirtschafsdaten in einem Gutachten erkannt. Themen wie Barrierefreiheit, Energie oder Open Government basieren zu einem großen Teil auf Geodaten. Entsprechend sei die Stellung der Vermessung in der Honorarordnung zu verbessern.

Das Thema politische Relevanz von Geodaten nahm Udo Stichling, Präsident des Deutschen Dachverbandes für Geoinformation (DDGI) auf, denn ohne die grundlegenden Geoinformationen seien Windparks oder Hochspannungstrassen nicht planbar. Hierzu fehlt es allerdings deutlich an Berufsnachwuchs. Dessen Förderung sei ein wichtiges Ziel.

Ebenfalls anwesenden waren Vertreter der befreundeten Geodäsieverbände BDVI, Rudolf Wehmeyer und DVW, Dr. Stefan Ostrau. Dies zeigt die gute Zusammenarbeit im Vermessungs- und Geoinformationswesen.

 

Der Landesverbandstag bot in diesem Jahr auch den Rahmen für die Verleihung des VDV-Preises an Dipl.-Ing. Eva Feldmann, die die „Black Box“ Laserscanner entschlüsselte (s. gesonderter Bericht).

 

Im Rahmen des Landesverbandstages fand zunächst eine interessante Vortragsveranstaltung unter dem Motto „Geodäsie am Aquädukt – damals und heute“ statt. Dipl.-Ing. Ralph Heiliger stellte interessante Vermessungsaufgaben an der Eifel-Wasserleitung vor. Die Frischwasserversorgung Kölns wurde durch diese ingenieurtechnische Meisterleistung bereits frühzeitig sichergestellt. Noch heute können einzelne Abschnitte entdeckt und untersucht werden. Dabei werden durch Laserscan-Daten in Verbindung mit Fotos die Grundlagen für weitere Interpretationen gelegt. Eindrucksvoll wurde dies am Beispiel der Aquäduktbrücke bei Vollem / Eifel dargestellt. Ein ausführlicher Bericht wird in eine der nächsten Ausgaben des VDVmagazin erscheinen.

Nahtlos an die Ausführungen Heiligers schloss Prof. Dr. Klaus Grewe zum Thema „Römische Vermessungstechnik und Instrumente“ an. Die wissenschaftlichen sowie die historischen Untersuchungen zum Bau der Wasserleitung sowie der eingesetzten vermessungstechnischen Instrumente wurden höchst spannend und zugleich gewohnt locker vorgetragen. Hierüber wurde bereits im VDVmagazin berichtet.

Parallel zu den Vorträgen präsentierten sich mit FARO und Leica zwei Hersteller von Vermessungsinstrumenten. Sie stellten die aktuellen Produkte zum Laserscanning- und -tracking vor.

 

In der anschließenden Mitgliederversammlung berichtete der Landesvorsitzende Karsten Muth aus Recklinghausen zunächst über die vielfältigen Aktivitäten des Landesvorstandes. VDV Vize-Präsident Klaus Meyer-Dietrich überbrachte die Grüße des Präsidiums und ging wesentlich auf die anstehenden Entwicklungen der HOAI ein.

In den Landesvorstand wurden mit Nicole Voschepoth (Referentin für Beamte) und Norbert Zaun (Referent für Bildung und Hochschulangelegenheiten) zwei neue Mitglieder gewählt.

In den weiteren Wahlen wurden in Ihren Ämtern bestätigt bzw. durch Umbesetzung innerhalb des Landesvorstandes gewählt: Burkhard Kreuter (stellv. Landesvorsitzender und Referent für Bezirksarbeit), Ulf Meyer-Dietrich (Schatzmeister), Michael Kilian (stellv. Schriftführer), Hubert Bröker (Referent für Öffentlichkeitsarbeit) sowie Nicole Lehmkuhl (Referentinnen für Angestellte in der freien Wirtschaft).

 

Verabschiedet wurden mit Hans-Joachim Schiewe und Ulrich Schmülling zwei langjährige Mitglieder des Landesvorstandes. Karsten Muth dankte zusammen mit Klaus Meyer-Dietrich beiden für Ihr außerordentliches Engagement.

 

Das von Norbert Günnewig organisierte Rahmenprogramm für die mitgereisten Partnerinnen und Partner– ein Besuch des Glasmuseums in Rheinbach und ein Besuch der historischen Weberei und Tuchfabrik – wurde gerne angenommen.

 

Einige Teilnehmer nutzten den Landesverbandstag, um noch einen Abstecher in die Eifel zu unternehmen, um Privates mit der Verbandsarbeit zu kombinieren.