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»Licht am Ende des Tunnels«

08.08.2018 allgemeine Termine Von Prof. Dr. Klaus Grewe vor 1 Jahr(en)


Termin: 21.10.2018 15:00
Ort: Limeskastell Pohl


Titus-Tunnel

Eupalinos-Tunnel

Maria-Laach-Tunnel

Von römischen und mittelalterlichen Tunneln bis zu den ersten Eisenbahntunneln im Rheinland

Powerpointpräsentation von Prof. Dr. Klaus Grewe

»Patientia – Virtus – Spes!«  Mit diesen Schlagworten – Geduld, Tatkraft und Zuversicht – hat der römische Ingenieur Nonius Datus im 2. Jahrhundert n. Chr. die Tugenden eines antiken Tunnelbauers beschrieben. Nonius Datus wusste aus eigener Erfahrung um die besonderen Probleme dieser Ingenieursdisziplin. Und in der Tat sind die Schwierigkeiten der unterirdischen Trassenführung in fast jedem historischen Tunnelbau heute noch ablesbar.

Tunnelbaupläne oder -skizzen sind nicht erhalten, so dass die Konzeption der Tunnelbauten aus den Bauwerken selbst abgelesen werden muss. Anhand von Arbeitsspuren in noch zugänglichen Bauwerken, die u. a. Vortriebsfehler und Richtungskorrekturen erkennen ließen, war es möglich, erstmals die Strategien der antiken Baumeister bezüglich der Planung und Trassierung dieser großartigen Ingenieurbauwerke zu entschlüsseln. Vortriebsfehler sowohl in der Höhe als auch in der Richtung waren unvermeidlich und hätten zum vollständigen Verfehlen des geplanten Treffpunktes der untertage arbeitenden Bautrupps führen können. Es ist deshalb als großartige Leistung der antiken und mittelalterlichen Ingenieure zu bewerten, dass allen Schwierigkeiten zum Trotz kein Tunnelbau ohne Vollendung geblieben ist.

Im Vortrag wird die rund 3000-jährige Geschichte des Tunnelbaus beleuchtet. Vom ersten Großtunnel der Geschichte – unter König Hiskias um 700 v. Chr. in Jerusalem gebaut –

und dem berühmten Eupalinos-Tunnel auf Samos über die großartigen Bauwerke der Römer bis zu den wenigen Tunnelbauten des Mittelalters spannt sich der Bogen eines packenden Themas der Technikgeschichte. Im frühen Industriezeitalter wird Tunnelbau unverzichtbar, weil z.B. die Eisenbahntrassen in schwierigen Gelände nicht ohne Tunnel zu bauen waren.

An herausragenden Beispielen werden die in den Bauwerken heute noch ablesbaren Schwierigkeiten der Ingenieure in Antike und Mittelalter deutlich gemacht.