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Mitgliederversammlung 2010

22.04.2010 Bezirk Mitte (Mainz) Von Ralf Pauly vor 10 Jahr(en)


Termin: 21.04.2010
Ort: Auf den fünfzehn Morgen, 55278 Selzen


Am 22. April 2010 fand die Mitgliederversammlung des Bezirks Rheinland-Pfalz-Mitte, ehemals Bezirk Mainz, statt. Der Vorsitzende informierte die anwesenden Mitglieder im Rahmen seines Berichtes über die Umbenennung, die der Landesvorstand in die Wege geleitet hatte. Neben dem Bezirk Mitte gibt es die Bezirke Nord (ehemals Koblenz und Trier) und Süd (ehemals Pfalz).

Seit der letzten Mitgliederversammlung wurden zwei Veranstaltungen durchgeführt, außerdem lieferte der Bezirk in 2008 einen Beitrag zum jährlich stattfindenden Kolloquium der Fachhochschule.

Die anschließenden Neuwahlen, die unter der Leitung des neuen Landesvorsitzenden Hans Brost stattfanden, bestätigten, mangels Auswahl an Interessenten, den alten Vorstand. Die Wahlperiode wurde allerdings einstimmig durch die Versammlung auf zwei Jahre reduziert. Also in 2012 besteht die nächste Chance, sich aktiv am Verbandsleben zu beteiligen.

 

  • Vorsitzender: Rolf-Dieter Schröder
  • Stellvertretender Vorsitzender: Markus Roth
  • Kassenwart und Schriftführer: Ralf Pauly
  • Kassenprüfer: Christian Klaes und Andreas Heisel (neu)

 

Der Landesvorsitzende dankte dem alten und neuen Vorstand für seine geleistete Arbeit und wünschte dem Bezirk einen guten Erfolg in der Verbandsarbeit.

 

Anschließend konnte in die diesjährige erste Veranstaltung, eine Sektprobe für alle anwesenden Mitglieder, übergegangen werden.

Herr Frank Binzel und seine Gattin, Inhaber des Weinbaubetriebes „ Auf den fünfzehn Morgen“ (http://www.weingut-binzel.de) im Rheinhessendorf Selzen, luden uns nach der Begrüßung direkt zu einer fachkundigen Führung in den Sektkeller ein. Hier wurden wir in die Besonderheiten und Geheimnisse des Flaschengärverfahrens eingewiesen, lernten dass der Sektgrundwein mit Hefe und Zucker versetzt wird, bevor die Flasche mit einem Kronkorken verschlossen wird. Nach etwa 2 - 3 Wochen beginnt die Hefe den Zucker zu Alkohol und Kohlendioxid zu vergären. In dieser Phase baut sich ein Druck bis 6 bar in der Flasche auf. Die Lagerung der Flaschen in unserem Keller beträgt mindestens 9 Monate, nur so kann sich ein feines Mousseux und Aroma entwickeln. Anschließend werden die Flaschen in einem 21-tägigen Zyklus abgerüttelt. Hierbei wandert die Hefe in den Flaschenhals und kann dann beim "Degorgieren" abgetrennt werden. Beim Degorgieren wird die Hefe im Flaschenhals eingefroren. Der Kronkorken wird "abgerissen" und der gefrorene Hefepfropf schießt heraus. Dann wird die "Dossage" - sie legt die Geschmacksrichtung von extra brut bis halbtrocken fest - zudosiert. Als nächstes wird die Flasche mit einem Naturkork verschlossen und dann die "Agraffe", d. h. der Drahtbügel, montiert.  

Herr Binzel hat sich der Versektung von Wein zugewandt und nimmt sich auch die Zeit für die Herstellung von Besonderheiten und Spezialitäten, auch in kleineren Mengen. Nach der Führung durch den Keller widmeten wir uns einer umfangreichen und sehr gut präsentierten Sektprobe. Begonnen haben wir mit einem 2008er Spätburgunder Weißherbst, gefolgt von dem heimlichen Favoriten vieler Teilnehmer, dem 2008er Spätburgunder ‚Blanc de Noir‘. Ein Riesling-Sekt durfte mit seiner Spritzigkeit nicht fehlen, auch lernten wir das der 2007er Chardonnay ‚cremig‘ schmeckt. Hier waren die Laien natürlich leicht überfordert. Abgeschlossen wurde die Probe mit einem 2005er Dornfelder, also einem roten Sekt, der aber auch bei 7 Grad Celsius getrunken werden soll.

 

Nach 2,5 Stunden und einem guten Zwischenmahl, serviert von Frau Binzel, haben wir mit vielen guten Eindrücken rund um den Sekt, Anekdoten rund um den Wein, den Champagner und dem Prosecco, sowie Begegnungen eines Weintechnikers mit Grenzsteinen, Flächengrößen und GPS-Geräten zum Aufsuchen der Grenzsteine die Veranstaltung beendet.

 

Wir danken Herrn Binzel und seiner Gattin noch einmal herzlichst für die tollen Stunden und empfehlen allen Interessenten an deutschem Sekt einen Besuch des Weingutes.