zum Content

Mitgliederversammlung 2014 und Moormuseum

14.03.2014 Bezirk Osnabrück Von Franz Bockrath vor 6 Jahr(en)


Termin: 14.03.2014 14:30
Ort: Emsland Moormuseum , Geestmoor 6, 49744 Geeste – Groß Hesepe


Die Teilnehmergruppe.

Am 14. März trafen sich die VDV Mitglieder des VDV Bezirkes Osnabrück im Emsland Moormuseum in Geeste – Groß Hesepe. Unter anderem standen die Neuwahlen des Bezirksvorstandes auf der Tagesordnung. Begrüßen konnten wir den Landesvorsitzenden Herrn Michael Tschöke und Gäste aus dem Bezirk Oldenburg.

 

 

Bei den Wahlen zum Bezirksvorstand gab es folgende Ergebnisse:

Wiedergewählt wurden der Vorsitzende Torsten Otte-Witte, der Kassenverwalter Stefan Ählen und der Schriftführer Franz Bockrath. Zum Kassenprüfer wurde Udo Bollmer gewählt. Beim Kassenprüfer Ralf Werner ist die Wahlperiode noch nicht abgelaufen.

 

 

Zu Anfang dieser Veranstaltung fand eine Führung durch das Emsland - Moormuseum statt. Zwei

moderne Gebäude mit über 2500 m² Ausstellungsfläche laden zu Zeitreisen in vergangene Lebens- und Arbeitswelten ein. Die Ausstellungen geben Auskunft über den Lebensraum Moor und dessen Besiedlung. Anhand erhaltener Torfabbau- und Verarbeitungsmaschinen wird die mühselige Arbeit im Moor, aber auch der technische Fortschritt im Widerstreit mit dem Naturschutz dokumentiert.

Im Zusammenhang mit dem Torfabbau wurde erstmals ca. 1784 die Grenze zu den Niederlanden festgelegt und mit den sogenannten Hammer Grenzsteinen vermarkt.

 

Kein anderer Teil Niedersachsens hat in der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen Wandel erlebt wie das Emsland. Jahrhundertelang galt es als ''Armenhaus Deutschlands'', als Land öder Moor- und Heidegebiete mit ausgedehnten und weitgehend unzugänglichen Hochmoore links und rechts der Ems. Am 5. Mai 1950 beschloss der Bundestag einstimmig den Antrag zur „Erschließung der Ödländereien des Emslandes“. Einen entscheidenden Schub bekamen die Verhandlungen durch das Abkommen der Bundesregierung mit den USA über Wiederaufbauhilfe. Durch die Kultivierung von Ödland und Moor erreichte man eine Vergrößerung der nutzbaren Flächen und durch verbesserte Landbaumethoden eine Steigerung der Erträge. Gleichzeitig wurde die Flurbereinigung begonnen. Das Maßnahmenbündel beinhaltete ebenfalls die Verbesserung der Wasserverhältnisse (Grund-, Ab- und Trinkwasser) und die Anlage bzw. Erneuerung weiterer Infrastruktur, also Elektrizität und Verkehrswesen. Gleichfalls wurden neue Dörfer angelegt oder erweitert und rund 1.250 Neusiedlerhöfe sowie etwa 5.000 Nebenerwerbsstellen entstanden.

 

 

Viele Vermessungsingenieure mit den Studienfachrichtungen Flurbereinigung und ländliche Neuordnung haben über mehrere Jahrzehnte diese Maßnahmen in der Planungsphase und bei der Umsetzung begleitet.

 

 

In diesem Sommer zeigt das Moormuseum Emsland eine Sonderausstellung „Zur Entwicklungsgeschichte der Landvermessung im Emsland zwischen Gaußscher und Preußischer Landesaufnahme“ in der Zeit vom 20.07.2014 bis 02.11.2014. Bis sich vor ca. 25 Jahren die Satellitenmessungen per GPS durchsetzte, bildete die klassische terrestrische Landvermessung die Grundlage jeder Kartenherstellung. Für das Emsland in Erinnerung geblieben sind vor allem die Namen von Carl Friedrich Gauß (Triangulation des Königreichs Hannover) und von Oskar Schreiber, dem Leiter der Meppener Basismessung. Die Ausstellung folgt ihren Spuren bei der Vermessung des emsländischen Raumes und zeigt die Geodäsie und Kartographie in ihrer historischen Entwicklung.