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Römische Technik - Neue Forschungsergebnisse zur antiken Wasserversorgung und Wasserkraftnutzung, Referent: Prof. Dr. Klaus Grewe

03.02.2011 Bezirk Bonn Von Kurt Andrä vor 9 Jahr(en)


Termin: 03.02.2011 23:59
Ort: Hotel Willkens, Goetheallee 1, 53225 Bonn-Beuel


Beginn: 20.00 Uhr

 

Pont du Gard bei Nîmes (Frankreich). Im Vortrag werden u.a. neue Erkenntnisse zur Organisation einer römischen Brückenbaustelle geboten. Foto:  K. Grewe)

 

Ob Pont du Gard oder die Eifelwasserleitung - die Römer haben bezüglich der Versorgung ihrer Städte im ganzen Imperium herausragende technische Leistungen vollbracht. Gerade im Fernleitungsbau waren eine gründliche Planung  und eine genaue Vermessung die obligatorische Voraussetzung für die Trassenführung im Gelände. 

 

Als Nivelliergerät stand den Ingenieuren der bei Vitruv (8, 5) beschriebene Chorobat zur Verfügung. Auch die Genauigkeit der Gefälleabsteckung mit grenzwertigen Ergebnissen von bis zu 14 cm auf einen Kilometer ließ bislang viele Fragen nach der angewandten Methode offen. Neue archäologische Erkenntnisse lassen uns die Präzision des römischen Austafelns erkennen.

 

Bezüglich ihrer Bedeutung bisher unbekannt war eine Reliefdarstellung im Giebelfeld an der Stirnseite des Sarkophags des M. Aurelios Ammianos (2. Hälfte oder Ende 3. Jhdt. n. Chr.), die eine von einem Wasserrad angetriebene Doppel-Steinsäge während des Arbeitsbetriebs zeigt. Sie gibt damit wertvolle Einblicke in die Technik der Steinbearbeitung dieser Zeit.

 

Die Entschlüsselung des Reliefs ist für die Technikgeschichte von geradezu sensationeller Bedeutung, da es sich dabei um die älteste Darstellung der Kraftübertragung durch ein Getriebe handelt.