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Schnelle Teilchen an der TU Dortmund

21.11.2013 Bezirk Dortmund Von Frank Teichmann vor 6 Jahr(en)


Termin: 21.11.2013 17:00
Ort:


Gruppenbild im DELTA. Foto G. Baumann

Die Dortmunder Elektronenspeicherring-Anlage, genannt DELTA, an der Technischen Universität Dortmund ist ein Elektronenbeschleuniger, der vom Zentrum für Synchrotronstrahlung betrieben wird. Diese Anlage steht Forschungsgruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.

 

Am 21.11.2013 wurde den VDV Kollegen ein spannendes Programm geboten. Den Anfang machte Markus Höner (wissenschaftlicher Mitarbeiter), der in seinem Übersichtsvortrag die Anlage vorstellte. Sie setzt sich aus 3 Hauptkomponenten (Linearbeschleuniger, Synchrotron, Speicherring) zusammen. Die Elektronen werden in einem Vakuum auf einer 115,2 m umfassenden Umlaufbahn beschleunigt. Die Teilchen erzeugen durch die gezielte Installation spezieller Magnetstrukturen so genannte Synchrotronstrahlung. Diese Strahlung wird beispielsweise für die Materialforschung genutzt und kann an 13 Stellen aus dem Ring ausgeschleust werden.

 

Im zweiten Vortrag wurden die Interessierten von Dipl.-Ing. Tanja Schulte-Eickhoff über die Vermessung der Anlage informiert. Frau Schulte-Eickhoff ist für die hochgenaue Neuvermessung und die Justage des DELTA‘s zuständig. Die Magnete, die die Elektronen in der Bahn halten, müssen exakt ausgerichtet werden. Dabei wird eine Genauigkeit von 200 µm gefordert. Für die Höhenjustage wird ein Wild N3 verwendet. Die Messung wurde nach den Regeln des Feinnivellements ausgeführt. Die allgemeinen Vermessungen werden mit einem Leica TS30 mit hochgenauen Messkugel-Reflektoren durchgeführt. Im nächsten Jahr soll ein Leica AT402 Laser Tracker für die Lageeinrichtungen angeschafft werden. Jeder der 188 Magneten erhält eine Referenz-Messplatte, die mit hoher Genauigkeit in einer eigenen Werkstatt gefertigt werden. Durch das genaue Einrichten der Anlage wird diese verbessert und so u.a. der Elektronenstrahl stabiler und die Effektivität erhöht. Als Ergebnis der Neuausrichtung der Höhenlage sind die Strahlungsemissionen auf 1/3 der vorherigen, schon geringen Strahlung gesenkt worden.

 

Nach der Theorie folgt bekanntlich die Praxis. Im Anschluss an die beiden Vorträge erfolgte eine Führung durch die Beschleunigungsanlage. Hierbei bekamen alle Beteiligten einen sehr guten Eindruck von der Mächtigkeit des Teilchenbeschleunigers. Jeder Kreis ist durch massive Betonwände voneinander getrennt, die natürlich dem Schutz des Personals dienen, aber auch die Vermessung und Einrichtung deutlich schwieriger machen.

Ein besonderer Dank gilt den beiden Referenten. Markus Höner und Tanja Schulte-Eickhoff verschafften einen Einblick in die Anlage und erklärten alle Komponenten und Funktionen ausführlich und verständlich auch für Nicht-Physiker. Besonderen Dank auch für die geduldige Beantwortung der vielen Fragen, die den geplanten Zeitrahmen weit überschritten.