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Überblick über die Entwicklung der Geoinformation im Vermessungswesen

27.01.2015 Bezirk Essen Von Helmut Mertens vor 5 Jahr(en)


Termin: 27.01.2015 18:00
Ort: Essen


Die interessierte Teilnehmergruppe

Vortrag von Frau Professorin Klein, Hochschule Bochum

 

Was versteht man unter Geoinformationssystemen (GIS)?

Was können GIS leisten?

Wie ist der Stand der Entwicklung der Geoinformation im Vermessungswesen?

 

Diese und weitere Fragen wurden im November 2014 im Verlauf eines Bezirksabends lebhaft diskutiert und dank der Initiative des Kollegen Christian Landers bereits während des folgenden Treffens im Januar 2015 im wahrsten Sinne des Wortes professionell beantwortet. Frau Professorin Dr. rer. nat. Ulrike Klein, Hochschule Bochum, Fachbereich Geodäsie, Schwerpunkte Geoinformatik, Geoinformationssysteme und angewandte Geodäsie, war Christian Landers Bitte nachgekommen, exklusiv für den VDV Bezirk Essen einen Vortrag zu diesem Thema zu halten.

Die Teilnehmerzahl, es mussten erstmalig zusätzliche Stühle in den Versammlungsraum gestellt werden, demonstrierte das große Interesse der Essener.

 

Da die Referentin sich dankenswerterweise bereit erklärt hat, ihren Vortrag für eine Veröffentlichung im VDVmagazin aufzubereiten, folgen nachstehend nur einige Auszüge:

 

·         GIS dient der Beschreibung und Vernetzung von Phänomenen, die direkt oder indirekt einen Bezug zu Positionen auf der Erdoberfläche haben. (Ein Phänomen... ist … eine mit den Sinnen wahrnehmbare, abgrenzbare Einheit .... beispielsweise ..., ein empirischer Gegenstand, s. Wikipedia)
Darunter fallen sämtliche georeferenzierten Objekte, die sich über, auf oder unter der Erdoberfläche befinden.

 

·         GIS dient der Erfassung, Verwaltung, Analyse und Präsentation der Objekte (EVAP)

·         GIS verknüpft geometrische mit topologischen Daten (Topologie beschreibt Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Geo-Objekten, z.B. Flurstücke, gemeinsame Grenzen uvm.).

Salopp ausgedrückt handelt es sich bei GIS um eine Art eierlegende Wollmilchsau mit nahezu unbegrenzten Einsatzmöglichkeiten. Beispiele: Planung von Windkraftanlagen, Facility Management, BIM (Building Information Modeling), Navigation, Smart City usw.

Im Bereich der Vermessung und des Katasters dient GIS der Verwaltung des mit topologischen Daten angereicherten Parzellenkatasters.

 

Es folgen einige Akronyme aus dem Vokabular der GIS Experten:

AAA (drei A) Model (ATKIS, ALKIS, AFIS).

EVAP (Erfassung, Verwaltung, Analyse, Präsentation)

INSPIRE (INfrastructure for SPatial InfoRmation in Europe) Vorhaben für eine gemeinsame Geodateninfrastruktur in Europa.)

NGDB (Nationale Geodatenbasis)

BIM (Building Information Modeling)

AR (Augmented Reality)

 

Diskussion:

Dass Frau Professorin Klein die Teilnehmer mit ihrem Vortrag optimal erreicht hat, bestätigte die anschließende, lebhafte Diskussion.

 

Fragen wie

-       Wo sind beim GIS die Aufgaben des Geodäten?

-       Wie extrahiert man bei tlw. gigantischen Datenmengen (z.B. Laserscanning), exakt wichtige Objektkoordinaten?

-       Umgang mit Daten aus unterschiedlichen Datenbanken und Koordinatensystemen?

-       Regelung der Zuständigkeiten für Erfassung, Aktualisierung, Verantwortung, Haftung?

zeigen aber auch, dass es vielfach noch keine einfachen Antworten gibt.

 

Da sich GIS schneller entwickelt hat als die Standards, haben die Regularien sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene noch Nachholbedarf. Hier ist ein wichtiger Ansatz für die Verbände der geodätischen Berufe, die Erfahrungen und Anforderungen der Praxis einzubringen.

 

Wegen des großen Interesses hat Friedrich Koch weitere GIS Veranstaltungen in Planung. Demnächst wird der Kollege Andreas Hesterkamp über seine Erfahrungen beim Einsatz des 3D‑Informationsystems im Zuge der Bauplanung und Ausführung berichten.

 

Termine werden (wie immer) im Internet bekannt gegeben. Soweit noch nicht geschehen, können Interessierte ihre aktuelle E-Mail-Adresse der VDV-Geschäftsstelle schicken, sie erhalten dann eine persönliche Einladung.

 

Abschließend möchte ich mich im Namen des VDV Bezirks Essen noch einmal ganz herzlich bei Frau Professorin Klein für den ausgezeichneten Vortrag bedanken.