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Vorstellung von zivilen Flugdrohnen und Kopter mit anschließender Mitgliederversammlung 2013

15.05.2013 Bezirk Bergisch-Land Von Ralf Wallbaum vor 7 Jahr(en)


Termin: 15.05.2013 17:30
Ort: Café Restaurant Wupperterrasse, Eschbachstraße 1, Solingen-Unterburg


VDV-Vorstand Bezirk Bergisch-Land bestätigt

 

Am 15. Mai 2013 fand die ordentliche Mitgliederversammlung des Bezirks Bergisch-Land vom Verband deutscher Vermessungsingenieure (VDV) im Restaurant Wupperterrasse in Solingen-Unterburg statt.

 

An diesem Termin wurde der Vorstand für die nächsten zwei Jahre gewählt. Folgende Positionen wurden von den anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt, nachdem der alte Vorstand nach Berichterstattung vom 1. Vorsitzenden Dieter Bertram und dem Kassenverwalter Rainer Knorr, entlastet wurde:

 

Als 1. Vorsitzender wurde Dieter Bertram in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls wurden Jürgen Stommel in seinem Amt als 2. Vorsitzender, Ralf Wallbaum auf der Position des Schriftführers und Rainer Knorr im Amt des Kassenverwalters bestätigt.

 

Als Kassenprüfer wurden Ulrich Schnell und Stefan Tegeler bestellt.

 

Alle Personen nahmen ihre Wahl an.

 

Im Anschluss wurde noch Ulrich Schnell für seine 25-jährige Mitgliedschaft im VDV mit Urkunde und silberner Nadel geehrt.

 

Mit Pfannkuchen und kühlen Getränken wurden noch bis zum Ende der Veranstaltung gefachsimpelt und Anekdoten ausgetauscht.

 

 

 

Zivile Flugdrohnen und Kopter

Ein Spielzeug für professionelle Luftbildaufnahmen?

 

 

Bei dem Begriff Kopter kommt man zu allererst auf den Gedanken, dass es sich um einen Spielzeughubschrauber aus der Modellbauabteilungen eines Warenhauses für etwa 100,- Euro handeln könnte mit dem man ein wenig durch die Gegend fliegen kann. Und Flugdrohne hört sich in diesen Tagen sehr militärisch angehaucht an. Ist dem wirklich so?

 

Um mit diesem Vorurteil aufzuräumen, haben wir zu uns in den Bezirk die Herren Thomas Milde und Alexander Mandt der Firmen Herzog Systemtechnik und Herzog + Mandt GmbH eingeladen. Anhand einer Präsentation wurden uns die Kopter der Firma Height-Tech GmbH aus Bielefeld vorgestellt. Diese sind wahrlich keine Spielzeuge. Preislich liegen die Fluggeräte im Bereich einer Totalstation.

 

Leider konnten wir keinen Liveflug erleben, da Herr Milde als Operator des Gerätes zum Zeitpunkt der Präsentation noch seine Flugerlaubnis erlangen musste. Denn dies ist alles offiziell geregelt und bedarf einiger Formalitäten. Zum einen braucht man eine Lizenz um in Höhen von 80 bis 100 Metern fliegen zu dürfen und auch einen Flugschein zum steuern des Kopters. Denn dies ist nicht mal eben so nebenbei zu machen, denn das Rollen, Nick und Gieren des Fluggerätes gilt es zu beherrschen. Das teure Gerät soll schließlich nicht beim ersten Flug am Boden oder nächsten Baum zerschellen.

 

Was gibt es denn für Geräte zum Fliegen und wie kann man diese einsetzen? Dies war eine Frage die es zu erklären galt. So ein Kopter ist ein feinmechanisches Präzisionsprodukt und wird ggf. den Wünschen des Kunden angepasst. Allen Flugsystemen liegen die gleichen Ausstattungsmerkmale zu Grunde. Hier sollen nur ein paar genannt werden; maximale Flugstabilität auch bei hohen Windgeschwindigkeiten, Livebildübertragung auf die Bodenstation, Übertragung der Telemetriedaten an die Bodenstation. Die Firma Height-Tech GmbH biete vier verschieden Varianten des Kopters an, je nach Einsatzgebiet der Kunden kann man den entsprechenden Kopter dann erwerben. Als Aufnahmesysteme, Digitalkamera oder Digitalrekorder sind handelsübliche Produkte einsetzbar. Nur der Auslösemechanismus muss vom Hersteller freigegeben und ggf, angepasst werden. Anhand der Bezeichnung des Fluggerätes sind auch die grundtechnischen Daten erkennbar. Der HT-6-800 bedeutet dementsprechend Height-Tech mit 6 Rotorblättern und einer Nutzlast von 800 g.

 

Aber was kann man denn nun mit diesen Fluggeräten anfangen? Hierzu führten uns die beiden Dozierenden anhand von PowerPointPräsentationen Beispiele vor und im Gespräch kam man auch noch zu weiteren Möglichkeiten eines Einsatzes. Neben Filmaufnahmen für Werbe- oder bspw. Spielfilme können auch Bilderserien aufgenommen werden.

 

Mittels Vorplanung eines Fluges mit entsprechender Software und Waypoints zum Auslösen der Bildaufnahme ist ein fast automatischer Flug von etwas 15 Minuten möglich. Der Kopter kann theoretisch vollkommen autark agieren, aber aufgrund von flugrechtlichen Bedingungen, darf ein Fluggerät nie ohne Sichtkontakt und Eingreifmöglichkeit in Betrieb genommen werden. Ein positionsgenaues Landen auf einer vorbestimmten Koordinate ist wegen der noch ungenauen GPS-Tracker im Gerät noch nicht möglich. Aber die Entwicklung geht schließlich weiter und wird auch dies irgendwann gelöst bekommen.

 

Ideal ist der Einsatz der Kopter bei großflächiger und unzugänglicher Topografie wie ein Steinbruch. Anhand von georeferenzierten Ortofotos  kann dann im Büro eine Volumenberechung oder andere Messungen vorgenommen werden. Eine Überlappung der Bilder für eine Entzerrung ist aus der klassischen Luftbildphotogrammetrie bekannt. 60 Prozent sollten es schon sein und Paßpunkte die koordinatenmäßig bestimmt sind braucht man ebenso, um die Bilder zu entzerren und in bestehende Systeme einzupassen. Auch der Einsatz von Thermografiekameras oder IR-Kameras ist denkbar. Hier ist eine Einsatzmöglichkeit die Kontrolle von Solarmodulen auf Dächern oder großen Solarparks.

 

In der Leitungsüberwachung von Stromkonzernen wird diese Technik schon eingesetzt. Auch um Strommasten zu kontrollieren. Ein 10 minütiger Flug um den Mast in 10 Metern Abstand und mit hochauflösenden Bildern ersetzt einen halben Tag Arbeit mit Strom abschalten, Aufsteigen auf den Mast und jedes Element manuell prüfen, Absteigen und Strom wieder anschalten. Eine enorme Ersparnis. Die Auswertung erfolgt dann per Livecam oder im Büro im Nachgang. Allerdings ersetzt dies nicht die Reparatur, wenn ein Schaden festgestellt wurde.

 

Mit ihrem Vortrag brachten uns die Herren Milde und Mandt die Technik und Einsatzmöglichkeiten der Kopter im Bereich Vermessung und verwandten Arbeitsbereichen eindrucksvoll näher. An dieser Stelle sei unser Dank für diese interessante Veranstaltung ausgesprochen.