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Technisches Hilfswerk - THW im Einsatz

Termin:  19.03.2024 17:00 Uhr
Ort: Beckum

Wir alle kennen das Technische Hilfswerk, kurz: THW – jederzeit bereit, in Deutschland und weltweit zu helfen. Ein Teil dieser Hilfe ist der Trupp Einsatzstellen-Sicherungs-System (ESS). Ob Vermessung, automatisierte Überwachung labiler Objekte oder das Einmessen von Behelfsbauten wie Brücken, Übergängen oder Lagern, das ESS ist vielseitig einsetzbar. Genau dieses ESS ließ sich der VDV-Bezirk Soest jüngst in Beckum näher bringen.

Zunächst stellte der Dienststellenleiter des THW-Ortsverband Beckum, Ralf Pelkmann, das THW, seine Organisation und seine Einsatzgebiete vor. Die vielfältigen Aufgaben des THW, von Hochwasser, Krieg, Erdbeben bis zur Sicherung von Gebäuden, z. B. nach Geldautomatensprengungen oder Gasexplosionen sind beeindruckend. Knapp 90.000 ehrenamtlich aktive Menschen leisten einen unschätzbaren Wert an der Gesellschaft! Als operative Bevölkerungsschutzorganisation des Bundes hat das THW das Ziel, technisch-logistische Hilfe im In- und Ausland zu leisten. Das bedeutet auch, dass einige Menschen jederzeit bereit sein müssen, sich innerhalb von 90 Minuten in ein Flugzeug zu einem ausländischen Einsatz zu begeben – inkl. vor Ort in Köln gelagerter gepackter Tasche.

Das THW wird sowohl lokal, regional als auch global stets auf Anforderung aktiv, sei es von der Polizei, der Feuerwehr, den Landes- oder der Bundesregierung  oder von ausländischen Staaten. Die Hilfen erstrecken sich von Bergungen über Brückenbau, Elektroversorgung, Ortungen, Räumungen, Trinkwasserversorgung bis zu Taucheinsätzen und sind regelmäßig mit koordinierenden und unterstützenden logistischen Tätigkeiten verbunden.

Zunehmend werden dafür auch vermessungstechnische Leistungen genutzt, insbesondere um Einsatzstellen zu sichern bzw. Gefahren zu erkennen. Das „Einsatzstellen-Sicherungssystem“ (ESS) stellte der zuständige Kollege Daniel Schmidt vor – zuhause im Kreis Warendorf und beruflich als Vermessungsingenieur bei Thyssen-Krupp aktiv und somit eine Idealbesetzung in Beckum.

Das Einsatzstellen-Sicherungssystem wurde allgemein bereits in vielen Gefahrensituationen eingesetzt. So kam es erstmalig beim Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall zu Einsatz und wurde auch bei der Sicherung des eingestürzten Kölner Stadtarchivs sowie bei der Flutkatastrophe im Ahrtal genutzt. Es kommt also nicht nur bei der Überwachung von einsturzgefährdeten Gebäuden und Trümmerstrukturen, sondern auch zur Überwachung von Deichen, Hanglagen und in Hochwassersituationen zum Einsatz.

Konkret besteht das ESS aus einem Monitoring-Tachymeter mit entsprechender Software. So können frühzeitig kleinste Bewegungen detektiert werden, um die Gefahr der eingesetzten Kräfte abschätzen zu können. Drohende Gebäudeeinstürze oder statischen Schwachstellen werden erkannt und mit Statikern abgestimmt. Sobald Veränderungen über einem vorab bestimmten Toleranzwert liegen, wird ein manuelles Alarmsignal ausgelöst, damit alle Rettungskräfte die Einsatzstelle noch sicher verlassen können.

In Summe ein sehr beeindruckender Nachmittag mit dem THW!

Im Anschluss an die Präsentation freuten sich die Kollegen Detlev Motzkus und Heinz-Werner Scheer über die Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft im VDV, bevor beim Ausklang im Restaurant Stiefel Jürgens die Aktivitäten des THW noch nachbesprochen wurden.

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