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+++ Wegen Corona-Virus verschoben: Landesverbandstag am 22.01.2021 in Augsburg - neuer Termin folgt +++

Landesvorsitzender

Dipl.-Ing. (FH) Frank Pöhlmann

Privat:
Potsdamer Str. 9
91438 Bad Windsheim

weitere Vorstandsmitglieder:

stellvertretende Landesvorsitzende: Johanna Schack M.Sc.
Ehrenlandesvorsitzender: Dipl.-Ing. Helmut Wenninger
Schriftführer: Dipl.-Ing. Kurt Wagner
Schatzmeister: Dipl.-Ing. Klaus Kiesel
Referent für Aus- u. Weiterbildung: Philipp Janka B.Eng.
Referent für Öffentlichkeitsarbeit: Dipl.-Ing. Jochen Schmidt
Referent an der Hochschule München: Dipl.-Ing. (FH) Manfred Wurzer
Referentin an der Hochschule Würzburg: Theresa Meyer B.Eng.
komm. Referentin an der Technischen Universität München: Ann-Katrin Frank B.Sc.
Referent für den öffentlichen Dienst: Dipl.-Ing. Fred Behrens
Referent für den Freien Beruf: Dipl.-Ing. Henry Freisinger
Referentin für Mitgliederbetreuung: Dipl.-Ing. Kathrin Landmann

Termine

12.11.2021 13.11.2021 Bundesvorstandssitzung
(Bundesverband)
02.07.2021 03.07.2021 Bundesvorstandssitzung
(Bundesverband)
06.02.2021 12.02.2021 21. INTERNATIONALE GEODÄTISCHE WOCHE OBERGURGL - update -
(Landesverband Bayern)
02.11.2021 02.11.2021 Messen im Bauwesen 2021
(BILDUNGSWERK VDV)
05.03.2021 06.03.2021 G l e i s b a u 2 0 2 1 - Onlineseminar
(BILDUNGSWERK VDV)

VDV-Hochschulpreise 2020

Der VDV Landesverband Bayern prämiert in den Studiengängen „Geovisualisierung“ und „Vermessung und Geoinformatik“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg – Schweinfurt (FHWS) jährlich herausragende Bachelorarbeiten. Dieses Jahr standen gleich drei Arbeiten mit der Bestnote 1,0 zur Auswahl. Kurzerhand wurde ein Prämierungsteam, bestehend aus den Würzburger Vorstandsmitgliedern Reiner Maier und Klaus Kiesel ins Leben gerufen. Aus den drei Abschlussarbeiten wurden dann erstmals und einstimmig zwei Arbeiten zur Prämierung ausgewählt.

In den vergangenen Jahren erfolgte die Preisverleihung im Rahmen des Geodätischen Kolloquiums an der HAW. Wegen der Corona-Pandemie entfiel diese Veranstaltung in 2020.

Die Übergabe der Urkunden und der Geldpreise erfolgte deshalb getrennt an zwei Terminen und Orten.

Am 13. November 2020 wurde B.Eng. Katja Seifert vor dem Gebäude der HAW in Würzburg für ihre Bachelorarbeit geehrt. Die nachstehende kurze Zusammenfassung und Würdigung wurde von Prof. Dr.-Ing. Ansgar Brunn erstellt:

Die Bachelorarbeit mit dem Titel „Entwicklung von Methoden zur Erstellung hochpräziser georeferenzierter Karten aus Luftbildern für das autonome Fahren“ wurde von Frau Katja Seifert an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) in Kooperation mit dem Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR, Oberpfaffenhofen) im Zusammenhang mit dem Projekt D.MoVe erstellt. In der Arbeit entwickelt die Autorin einerseits eine Methode zur hochgenauen Georeferenzierung von digitalen Karten unter Verwendung von durch TerraSAR-X präzise eingemessenen Ground-Control Points (SAR-GCPs). Andererseits leitet sie in diesen hochgenau georeferenzierten Luftbildkarten nach einer Fahrzeugerkennung automatisch Abbiegetrajektorien ab, die aufgrund ihrer Präzision für das autonome Fahren von hoher Relevanz sind. Die Fahrzeugdetektionen entstehen durch eine Kombination verschiedener Detektionsalgorithmen des DLR. Die Realisierungen beider Methoden erfolgen in C++ bzw. MatLab.

Die Abschlussarbeit zeichnet sich durch eine große inhaltliche Breite und eine wissenschaftliche Darstellung der Methoden und Ergebnisse aus, die in die weiteren Arbeiten des Projekts D.MoVe am DLR einfließen wird. Die Bachelorarbeit wurde mit der Note 1,0 (Bestnote) bewertet. (Betreuer: Prof.Dr.-Ing. Ansgar Brunn, Dr.rer.nat. Dominik Rosenbaum).

Die Prämierung und Urkundenübergabe an die zweite Bachelor-Absolventin Saskia Müller erfolgte am 27.11.2020 durch den Landesvorsitzenden Frank Pöhlmann.

Nachfolgend die Kurzbeschreibung und Würdigung durch Prof. Dr.-Ing. Ansgar Brunn:

Thema: UAV-Befliegung, eine Möglichkeit zur Unterstützung von Mobile Mapping? Vergleich von UAV- und Mobile Mapping Daten eines Teilstückes der A99

In der in Kooperation mit der CloudVermessung+Planung GmbH (Bad Windsheim) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Scheinfurt (FHWS) entstandenen Bachelorarbeit „UAV-Befliegung, eine Möglichkeit zur Unterstützung von Mobile Mapping? Vergleich von UAV- und Mobile Mapping Daten eines Teilstückes der A99“ widmet sich Frau Saskia Müller der Frage, ob eine UAV-Befliegung eine sinnvolle Ergänzung zu einer gleichzeitig stattfindenden Mobile-Mapping Aufnahme im Alltag eines Ingenieurbüros ist. Nach einer Darstellung und Bewertung beider Messprinzipien sowie deren jeweilige getrennte Auswertung schlägt sie ein kombiniertes Vorgehen vor und führt dieses exemplarisch an einem Teilstück der A99 durch. Die Ergebnisse beider Messprinzipien werden zusammengeführt und visuell sowie empirisch in CloudCompare und Civil3D projektbezogen bewertet.

Die Arbeit von Frau Müller zeichnet sind durch die umfangreichen Versuche sowie die eingehende Prüfung der Daten sowie der daraus abgeleiteten prägnanten Handlungsempfehlungen für den Vermessungsalltag aus. Die Bachelorarbeit wurde mit der Note 1,0 (Bestnote) bewertet (Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Ansgar Brunn, Dipl.-Ing. (FH) Frank Pöhlmann).

Rainer Maier (Bezirksvorsitzender Bayern-Nord)

Geodäsie – wir vermessen die Welt!

Gemeinsame Erklärung der Task Force „Nachwuchswerbung Geodäsie“

 

In Bayern haben sich Vertreter aus allen Bereichen der Geodäsie zu einer „Task Force Nachwuchswerbung für die Geodäsie“ zusammengefunden. Die Technische Universität München, die Hochschulen für angewandte Wissenschaften München und Würzburg-Schweinfurt, die freien geodätischen Berufe, die Bayerische Vermessungsverwaltung, die Bayerische Verwaltung für Ländliche Entwicklung, die kommunalen Stellen für Vermessung und Geoinformationen und die Berufs­organisationen Bayerische Ingenieurekammer-Bau, Deutscher Verein für Vermessungswesen Bayern e. V. – Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement (DVW-Bayern), Verband Beratender Ingenieure Bayern (VBI Bayern), Ingenieurverband Geoinformation und Vermessung Bayern e. V. (IGVB) und der Verband Deutscher Vermessungsingenieure e. V. (VDV-Bayern) sind übereingekommen, gemeinsam für den geodätischen Nachwuchs zu werben.

 

 

Die Disziplin Geodäsie ist heute so breit gefächert wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte. Zusätzlich zu den bekannten Aufgabenfeldern „Sicherung von Grund und Boden“ (Liegenschaftskataster, Bodenordnung, Wertermittlung, Geobasisdaten), „Industrie, Bau und Technik“ (Ingenieurgeodäsie, Industrievermessung, Photogrammetrie), „Klima und Umwelt“ (Geoinformation, Fernerkundung, Erdmessung), „Navigation und Mobilität“ (Satellitenpositionierung, Telematik, Kartografie) ist geodätisches Engagement in vielen weiteren Einsatzgebieten unserer vernetzten Welt gefragt. Dies hat in den letzten Jahren eine deutliche Erweiterung des Berufsbildes Geodäsie bewirkt und hervorragende Berufschancen für Geodäten eröffnet. Das Internetportal Arbeitsplatz Erde (www.arbeitsplatz-erde.de) beleuchtet das vielgestaltige Berufsbild Geodäsie. Die Geodäsie ist eine Zukunftsbranche!

 

 

Die oben genannten Institutionen erklären sich bereit, sich gegenseitig bei Planung und Durchführung von öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung zu beraten und zu unterstützen. Hierzu wird im Bedarfsfall anlassbezogen eine Task Force bestehend aus Vertretern der o. g. Institutionen gebildet.

 

 

Einführung des öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs in Bayern

 

 

 

Im Rahmen der INTERGEO 2011 in Nürnberg haben die drei Verbände IGVB, VBI und VDV am 29.09.2011 zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Die Einladung war insbesondere an die Vermessungsingenieure gerichtet, die nicht in der bayerischen Vermessungsverwaltung beschäftigt sind. Rund 100 Vermessungsingenieuren konnte so das Konzept zur Einführung des Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs für das Liegenschaftswesen (ÖbVI) vorgestellt werden. Die Moderation der Veranstaltung wurde von Ing. grad. Gert Karner übernommen, der durch langjähriges berufständisches Engagement tief in diesem Thema verankert ist.


Das Grußwort zu der Veranstaltung hielt Dr.-Ing. Heinrich Schroeter, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Dr. Schroeter betont die Bedeutung des Vermessungsingenieurs für alle Kollegen am Bau. Die Begriffe Geometrie, Überwachung, Monitoring und Geoinformation belegen die Entwicklung des Vermessungsingenieurs weit über den landläufig bekannten Landvermesser hinaus. Als Freiberufler erklärte Dr. Schroeter sein Verständnis für die Forderung zur Beleihung des Vermessungsingenieurs mit hoheitlichen Aufgaben als ÖbVI, wie dies bereits bundesweit umgesetzt ist.
Einzig in Bayern sind die hoheitliche Aufgaben ausschließlich einer Staatsbehörde vorbehalten.
Dr. Schroeter führte auch das sehr gut funktionierende Beispiel des Prüfingenieurs für Standsicherheit als erfolgreiches Modell für eine Beleihung des freien Berufes für hoheitliche Aufgaben an. Die Bedenken der bayerischen Vermessungsverwaltung sollten in gemeinsamen Gesprächen gewürdigt werden. Präsident Dr. Schroeter bietet die Mitwirkung der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau als Moderator für diese Gespräche und für die Ausarbeitung von Kompromissen an.


Dipl. Ing. Michael Zurhorst, Präsident des BDVI – Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure -, hielt anschließend einen Impulsvortrag für die Einführung des ÖbVI in Bayern. Es geht um die sachgerechte Aufstellung der Katastervermessung in ganz Deutschland, die Stellung des freien Berufes in ganz Europa und die Attraktivität des Berufes für den Nachwuchs. Das Subsidiaritätsprinzip als erklärtes politisches Richtziel in Deutschland sieht vor, dass der Staat nur Aufgaben übernehmen soll, die von „Privaten“ nicht erbracht werden können. Der BDVI bietet seine Unterstützung an, um in konstruktiven internen Dialogen mit der bayerischen Vermessungsverwaltung das Ziel der einvernehmlichen Einführung des ÖbVI in Bayern zu erreichen. Das derzeitige Abwehrverhalten der bayerischen Vermessungsverwaltung ist für Zurhorst verständlich und systemimmanent aus der Stellung im Staat heraus. Er betont, dass es keine Kampagne zur Abschaffung der bayerischen Vermessungsverwaltung gäbe, sondern es soll gemeinsam ein Weg zur Mitwirkung des Freien Berufes bei einer Staatsaufgabe gefunden werden.
Als großen Vorteil sieht der BDVI die Flexibilität der mittelständischen Privatwirtschaft, die sehr viel schneller auf Krisen und Umstellungen in der modernen Wirtschaftsgesellschaft reagieren kann als eine staatliche Einrichtung. Der BDVI widerspricht auch der verbreiteten Meinung, dass die Privatwirtschaft nur die lukrativen Landesteile bedienen würde. Eine Unterversorgung mit beliehenen Berufen kann in keinem Gebiet in Deutschland
festgestellt werden. Zurhorst vergleicht einen ÖbVI mit einem Notar, der eine höhere Anerkennung in der Gesellschaft hat als ein Anwalt. Dies gilt auch für einen ÖbVI, wodurch diese Stellung zu einem Qualitätssiegel bei der Durchführung von Vermessungsarbeiten gesehen werden kann. Während die Ingenieurvermessung oft als Hilfstätigkeit am Bau betrachtet wird, kann über die Stellung als ÖbVI mehr Ansehen in der Gesellschaft erreicht werden und neue Tätigkeitsfelder werden dem Berufsstand erschlossen.
Die Einführung des ÖbVI in Bayern wird auch dazu beitragen, mehr Studenten
für die Geodäsie zu gewinnen. Außerdem ist die Mitwirkung des Freien Berufes in der Katastervermessung für die Einheitlichkeit des Berufsbildes auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene immens wichtig.

Die Einführung des ÖbVI wird es für die Vermessungsingenieure in Bayern nicht zum Nulltarif geben, sondern es werden Qualifikationen durch Weiterbildungen durchgeführt werden müssen. Bei der Einführung des ÖbVI in Bayern könnten alle bayerischen Vermessungsingenieure mit den entsprechenden Voraussetzungen daran Teilnehmen. Der BDVI bietet hier Hilfestellung aus seiner Erfahrung bei der Einführung des ÖbVI in den neuen Bundesländern an.
Am Ende zitiert Zurhorst aus dem Grußwort von Prof, Dr.-Ing. Thomas Wunderlich, dem Ordinarius für Geodäsie an der TU München: „Es stünde dem Freistaat Bayern vortrefflich an, wenn Politik, Verwaltung und Freier Beruf nun den Schulterschluss machten, um gemeinsam den Weg zur Etablierung der öffentlichen Bestellung von Vermessungsingenieuren zu bereiten. Richten wir den Blick auf das Gemeinsame und nach vorne.“


Dipl.-Ing. Thomas Fernkorn, Präsident des IGVB, stellt das Positionspapier, erarbeitet von der Troika aus IBVB, VDV und VBI in Bayern vor. In dem Positionspapier wird ein Weg aufgezeigt, wie eine Bestellung zum ÖbVI für alle interessierten Vermessungsingenieure in Bayern möglich ist, auch wenn sie die üblichen Voraussetzungen (2. Staatsexamen oder mehrjährige Verwaltungserfahrung) nicht erfüllen. Nach Vorstellung der Verbände soll der interessierte Personenkreis in einer Übergangszeit durch entsprechende Weiterbildung die Möglichkeit zur Qualifikation zum ÖbVI erlangen können. Das
Positionspapier belegt, dass der Freie Beruf mit diesem Konzept zur Einführung des ÖbVI in Bayern gerüstet ist.


Dipl. Ing. Frank Pöhlmann, Landesvorsitzender des VDV, zeigte in seinem Vortrag die Historie für die Einführung des ÖbVI in Bayern auf. Bereits von 29 Jahren postulierte eine von der bayerischen Staatsregierung beauftragte Kommission zur Verwaltungsvereinfachung die Einführung des ÖbVI in Bayern als langfristig notwendiges Ziel. Nach Pöhlmann sind 29 Jahre langfristig genug und er fordert, dass einer baldigen Einführung des ÖbVI in Bayern nichts mehr im Wege stehen sollte.


Mit einem Hinweis auf die Empfehlung der „Henslerkommision“ von 2004 und dem damaligen Ministerratsbeschluss zur Einführung des ÖbVI in Bayern eröffnete Gert Karner die Schlussdiskussion. Diese Möglichkeit wurden von vielen Anwesenden für Statements und Fragen genutzt.


Bei der Abstimmung am Ende der Veranstaltung durch Handzeichen gab es von allen Anwesenden den einstimmigen Beschluss und den Auftrag an die Verbände die Einführung des ÖbVI in Bayern mit Nachdruck zu betreiben.
Allen Vermessungsingenieuren wurde empfohlen, das Thema zur Einführung des ÖbVI in Bayern im Kollegenkreis und zur Politik weiter zu tragen.