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Bezirk Essen

Bezirksvorsitzender

Christian Landers B.Eng.

Privat:
Hooverstr. 56
47179  Duisburg

weitere Vorstandsmitglieder:

Ehrenbezirksvorsitzender: Dipl.-Ing. Friedrich Koch
Schriftführer: Dipl.-Ing. Helmut Mertens, E-Mail: Mertens@VDV-online.de
Kassenverwalterin: Dipl.-Ing. Anke Hilbig-Motz
Komm. Berater für Ingenieurvermessung: Volker Schultheiß
Beisitzer: Dipl.-Ing. Reimund Twiehoff
Beisitzer: Dipl.-Ing. Dieter Klemp
Beisitzer: Dipl.-Ing. Michael Kilian
Beisitzerin: Dipl.-Ing. Nicole Wilhelms

Termine des Bezirks

Keine Nachrichten verfügbar.

Lokal für Bezirksabende

Haus Wilmes, Moltkeplatz 34, 45128 Essen (Termine werden gesondert mitgeteilt).

Die Partner(innen) sind mit eingeladen.

Anfahrtsskizze

 

Sonstige Termine

20.08.2021 15:00  -  21.08.2021 14:00 Landesausschusssitzung NRW 2021
Landesverband Nordrhein-Westfalen
21.09.2021  -  23.09.2021 INTERGEO 2021
sonstige Termine
01.10.2021 18:00 GOLDENES LOT 2021
Bundesverband
12.11.2021 15:00  -  13.11.2021 14:00 Bundesvorstandssitzung
Bundesverband
05.05.2022  -  08.05.2022 VDV-Bundeskongress 2022
Bundesverband

Jahresrückblick 2020

Der Kalauer „Gestern standen wir noch am Rande des Abgrundes, heute sind wir schon einen Schritt weiter, beschreibt Gott sei Dank nicht die-Lage des VDV Bezirks Essen. Wir haben die Pandemie, dank Einhaltung der Corona-Regeln, bisher gut überstanden und werden durchhalten bis zur erfolgreichen Impfung, mit der wir dann sehr wahrscheinlich über den Abgrund springen werden.

Da es sinnvoll ist, nicht alles blind zu glauben, habe ich mich mit dem Thema Impfung ein wenig beschäftigt und, um es vorweg zu nehmen, keine Anhaltspunkte gefunden, die mich davon abhalten könnten.

Wie weit Forscher der Molekularbiologie, Genetik, Zellbiologie, Biochemie und Biotechnologie bereits in die Geheimnisse der Zellen vorgedrungen sind, das ist sehr beeindruckend. Und dass es dank dieser Erkenntnisse gelungen ist, innerhalb weniger Monate einen wirksamen Impfstoff gegen Covid-19 zu entwickeln, ist ein absoluter Glücksfall für die Menschheit.“ Früher“ hätte man dafür etliche Jahre gebraucht.

Es ist nicht nur eine neue Krankheit gegen die ab Ende d.J. geimpft wird, auch das Serum wurde nach einem völlig neuen Verfahren entwickelt. Es handelt sich in Deutschland um einen mRNA*)-Impfstoff, bei dem, anders als bei Lebend- oder Tot-Impfstoffen, keine Krankheitserreger oder deren Bestandteile als Antigene**) =Protein=Eiweiß-Baustein für die Immunisierung benötigt werden.

Zur Erzeugung des Impfstoffs wählt man von der Oberfläche des Virus einen Eiweiß Baustein, von dem man eine gute Immunantwort erwarten kann. Im Labor erzeugt man dazu eine synthetische mRNA (messenger-RNA bzw. Boten-RNA) mit dem Bauplan des Proteins. Durch die Impfung wird mit dieser mRNA nur die Information für die Herstellung des Proteins in die Zellen des Muskelgewebes übertragen. Die Zellen beginnen dann, nach dem Bauplan der mRNA, mit der Produktion der Proteine, die als Antigene eine Immunantwort auslösen.

Da es sich nur um einzelne Proteine handelt, kann bei dieser Methode der Impfstoff keine Krankheit übertragen. Auch die manchmal geäußerten Bedenken, der neue „Gentechnik-Impfstoff' könne sich im menschlichen Erbgut einnisten, schließen Molekularbiologen als technisch unmöglich aus.

Ein weiterer Vorteil des mRNA Impfstoffs liegt darin, dass er leicht in großen Mengen produziert werden kann. Ob das dann reichen wird, ein Verteilungsgerangel zu vermeiden, wird man sehen, denn zumindest die für Transport und Lagerung erforderliche -70 Grad Kühlkette könnte ein Engpass sein.

Und wer hat es erfunden?

Die Biochemikerin Katalin Karikó aus Ungarn veröffentlichte bereits 2004 ihre Forschungsergebnisse zur Verwendung synthetischer RNA in der Biomedizin, das hat damals aber kaum jemanden interessiert. Anfang 2020 wurde Karikó dann zur Heldin des Jahres, ihre Entdeckung wurde zur Basis der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid 19 im Rekordtempo.

Aktuell wird sie als Kandidatin für einen der nächsten Chemie-Nobelpreise gehandelt.

Und wenn die Impfquote im neuen Jahr bei ca. 60% liegt, dann haben wir eine reelle Chance, gegen Ende 2021 zur Normalität 2.0 zurückzukehren, d.h. der Bummel mit Freunden über den Weihnachtsmarkt oder ein Kegelabend, werden dann, zumindest für die „Geimpften“, kein Problem mehr sein.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich für das Neue Jahr vor allen Dingen Gesundheit und eine große Portion Glück.
Helmut Mertens

*) RNA, besser bekannt ist die DNA. Dabei handelt es sich um einen langen, sehr dünnen Protein-Faden (ca. 2m), der sich als Doppelhelix in jeder einzelnen Zelle eines Lebewesens befindet. In der DNA sind der vollständige Bauplan des Lebewesens sowie deren Funktionsweise abgespeichert. Im Unterschied zur DNA liegt die RNA nicht als Doppelhelix, sondern als einzelner Strang vor. Die Aufgabe der RNA besteht darin, die in der DNA gespeicherte Information zu transportieren und zu übersetzen. Die mRNA (engl. messenger-RNA= Boten-RNA) ist Teilstück einer RNA. Sie enthält den Bauplan für die Proteine, die während der Proteinbiosynthese produziert werden.

**) Als Antigen bezeichnet man eine Substanz oder Struktur, die vom Immunsystem als „fremd“ erkannt und daraufhin meistens bekämpft wird.

 

Abriss und Neubau der Lennetalbrücke auf der A45

Vor ziemlich genau 5 Jahren war die Baustelle „Neubau und Abriss der Lennetalbrücke auf der A45 nördlich des Autobahnkreuzes Hagen“, das Ziel einer Exkursion des Bezirks Essen. Da wir aktuell wegen der Corona Beschränkung keine Exkursionen durchführen können, bin ich noch einmal zur Baustelle gefahren, in der Hoffnung, dass es kurz vor der, für Ende 2020 geplanten, Fertigstellung noch interessante Details zu sehen gibt und wurde nicht enttäuscht.

Der jetzt zu besichtigende Bauzustand ermöglicht es, wichtige Schritte des Bauablaufs nachzuvollziehen und man bekommt eine Vorstellung von der bevorstehenden spektakulärsten Querverschiebung eines Brückenüberbaus in Deutschland.

Projektinformationen

Die A45 von Dortmund Richtung Kassel, also die Sauerlandlinie, oder auch schönste Autobahn Deutschlands, enthält eine Vielzahl schlanker Brückenbauwerke, die in den 60-iger Jahren, nach dem damaligen Stand der Technik, in Spannbetonbauweise erstellt wurden.

Nicht zuletzt durch die unvorhersehbar starke Zunahme des LKW Verkehrs, weisen zahlreiche Bauwerke bereits nach weniger als 50 Jahren Schäden auf, die die statischen Reserven aufzehren. Sucht man nach Erklärungen, stößt man auch auf das "vierte Potenz Gesetz". Diesem Gesetz zufolge gehen die Lasten pro Achse mit der 4. Potenz in die Vergleichsrechnung ein. Ein 4-achsiger 30t LKW hat nach dieser Rechnung das Schadenspotential von ca. 100.000 PKW mit einem Gewicht von einer Tonne und 2 Achsen.

Koppelfugen "Gerbergelenke", Tausalze, Spannbeton, Hüllrohre das sind Begriffe, die auf mögliche Schwachstellen bzw. Risikofaktoren hinweisen, hier aber nicht näher erläutert werden sollen. Der Einsturz der Morandi Brücke in Genua am 14. August 2018, bei der mehr als 40 Menschen ihr Leben verloren, offenbarte auf dramatische Weise die Risiken einiger in den 60iger Jahren aus Stahl und Beton errichteten Bauwerke.

Da einerseits eine Sanierung solcher Bauwerke technisch und wirtschaftlich zu aufwändig wäre, und andererseits der Bedarf der A45 für einen 6-streifigen Ausbau bestätigt wurde, analysiert man die betroffenen Brücken mit dem Ziel, Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer zu planen, wie z.B. eine Ablastung durch Herabsetzen der zulässigen Geschwindigkeit, Überholverbot für LKW oder gar eine provisorische Verstärkung der Konstruktion. Die gewonnene Nutzungszeit soll dazu dienen, unter Aufrechterhaltung des Verkehrs, den Neubau der maroden Brücken zwischen Dortmund und Frankfurt zu realisieren.

Details zur Planung des Neubaus und zur Informationspolitik des AG

Mit der 980m langen Lennetalbrücke bei Hagen hat "Straßen NRW" seit ca. 5 Jahren eine der dringlichsten und größten betroffenen Brücken im Bau. Sie wurde im Jahr 1967 als monolithische Rahmenkonstruktion fertiggestellt.

Nördlich des Autobahnkreuzes Hagen gelegen, überquert sie den Fluss Lenne, eine Bahnstrecke! (Sperrpausenplanung muss bei der Bahn AG 3 Jahre vorher angemeldet werden), das Werksgelände einer anliegenden Firma, eine Landesstraße sowie eine Kreisstraße in einer Höhe von 20 bis 30 Metern über dem Gelände. Der Verkehr über die A45 soll trotz des Neubaus möglichst störungsfrei weiterlaufen.

Dank der Kontakte des Kollegen Toni Schuhmacher konnten die Mitglieder des VDV Bezirks Essen am 07.05.2015 die Baustelle in der Anfangsphase besichtigen. Der Projektleiter von Straßen NRW, Dipl.-Ing. Michael Neumann, übernahm persönlich die Führung.

Er machte in seinem Vortrag deutlich, dass bei dieser Baustelle die Information der Bürger und die konstruktive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten höchste Priorität hat, denn es wurde, weil die Zeit drängte, bei der Lennetalbrücke kein eigenes Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Das war möglich, weil es gelang, mit allen Betroffenen einvernehmliche Regelungen zu treffen. Das setzt natürlich voraus, dass der Projektleiter ein sehr geschickter Moderator ist; Ingenieur-Büros für die Fertigungsüberwachung sind da wesentlich leichter zu finden.

Besondere Maßnahmen zum Schutze der Umwelt

Gemeinsam mit der Biologischen Station Hagen entwickelte man verschiedene Maßnahmen, um seltene Tier- und Pflanzenarten im Lennetal auch während der Bauphase zu schützen. Nahe der Lenne wird außerdem ein Biotop angelegt, das ein altes Regenrückhaltebecken der Brücke ersetzt. Dort hatten sich bereits Frösche, Enten und andere Tiere angesiedelt.

Ob Enten, Falken, Fledermäuse oder was auch immer, man setzt sich mit den engagierten Bürgern an einen Tisch, findet Lösungen und hat auch ein Budget zur Finanzierung der Maßnahmen.

Die transparente Informationspolitik ist ein geringer Preis für die gewonnene Zeit. Eine theoretisch nie ganz ausgeschlossene Klage könnte zu unkalkulierbaren Verzögerungen und Kosten führen.

Probleme sind zu vermeiden oder zu lösen.

Auch die gute Zusammenarbeit von Straßen NRW und Generalunternehmer wurde lobend erwähnt. Man agiert lösungsorientiert, Streit ist unproduktiv. Rechtsanwälte haben keinen Platz in der Bauleitung. Dass man bei den üblichen Kampfpreisen Nachträge einkalkulieren muss, auch darüber wurde gesprochen, ebenso wie darüber, dass die strikte Vergabe an den "Billigsten" dem Auftraggeber unterm Strich selten einen Nutzen bringt, während Auftragnehmer dadurch leicht in eine existenzbedrohende Schieflage geraten können.

Die Bauphasen:

Anders als bei der Mehrzahl der Autobahnbrücken, die aus zwei getrennten Bauwerken bestehen, handelt es sich bei der alten Lennetalbrücke um eine monolithische Konstruktion. Es ist also nicht möglich, während der Verkehr über eine Brückenhälfte fließt, die andere Hälfte abzureißen. Das zwang für den Bau der neuen, als zwei getrennte Bauwerke geplanten Brücke, zur Entwicklung des folgenden Arbeitsschemas:

·         Westlich, seitlich neben der vorhandenen Brücke werden provisorische Pfeiler errichtet, die dazu dienen, während
          der Bauphase den bereits endgültigen Stahl-Überbau für die westliche Brückenhälfte aufzunehmen. (Taktschieben
          von beiden Seiten mit Freivorbau im mittleren Bereich über der Lenne.

·         Der gesamte Verkehr wird von der alten Brücke auf den neuen westlichen Überbau umgeleitet.

·         Die alte Brücke wird abgebrochen.

·         Die endgültigen Pfeiler und Widerlager für die beiden neuen Brückenbauwerke sowie der östliche Überbau (Bauweise,
         wie beim westlichen Überbau)
werden hergestellt.

·         Der gesamte Verkehr wird auf den östlichen Überbau umgelegt.

·         Der westliche, fast 1km lange, Überbau wird ca. 15m quer nach Osten verschoben auf die endgültigen Pfeiler.

·         Auf der neuen Brücke wird der Endzustand hergestellt. Die provisorischen Pfeiler werden zurückgebaut.

Technische Details

Die Überbauten der neuen Brücke bestehen jeweils aus geschlossenen Stahlhohlkästen mit seitlich angeordneten Druckstreben. Per LKW wurden die bis zu 160 t schweren vorgefertigten Stahlteile angeliefert, im Taktkeller zusammengefügt, verschweißt, beschichtet und auf Teflonlagern von beiden Widerlagern aus Richtung Lenne, vorgeschoben. Der mittlere Teil der Brücke im Bereich über der Lenne wurde im Freivorbau errichtet.

Unter www.strassen.nrw.de/projekte/a45/lennetalbruecke.php unter der Überschrift "Der Bauablauf" findet man ein Video, das den Vorgang anschaulich im Zeitraffer darstellt.

Vermessungsarbeiten

Die Vermessung wird von dem Ing.-Büro Löbel durchgeführt. Herr Löbel lobte die Genauigkeit des vom AG erhaltenen Festpunktnetzes und die gute Zusammenarbeit. Manch ein Kollege reagierte etwas neidisch, da das offenbar immer noch nicht überall Standard ist. Seinen eigenen Qualitätsanspruch beschrieb Löbel wie folgt: " Gemessen wird mit der Leica TS50 über wiegend nachts in 2 Lagen, meteorologische Daten zu berücksichtigen ist Pflicht."

Dass die Temperatur bei einem Stahlüberbau von knapp 1 km Länge eine entscheidende Rolle spielt, bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Wer sich aber einmal die Mühe macht, den Einfluss einer Temperaturdifferenz von 70° bei einer Bauwerkslänge von 980m auszurechnen, wird vielleicht doch etwas überrascht sein, dass es mehr als 80cm sind.

Zwischenstand im April 2020

Nach ca. 5 Jahren Bauzeit befindet sich das Projekt in der vorletzten Bauphase. Der für Ende 2020 geplante Fertigstellungstermin wird, wie das bei so komplexen Großprojekten üblich ist, nicht zu halten sein. Wenn wir Glück haben, ergibt sich in 2021 vielleicht die Möglichkeit der Baustellenbesichtigung in der Phase der Querverschiebung.

„Auf dass wir uns in nicht allzu ferner Zukunft gesund wiedersehen.“

Helmut Mertens

Der VDV Bezirk Essen gratuliert seinem Mitglied Heinrich Neuhaus zum neunzigsten Geburtstag

In seinem gepflegten Eigenheim im Essener Süden konnte Heinrich Neuhaus, das älteste Mitglied des VDV Bezirks Essen, am 27. November 2017 die Glückwünsche zu seinem 90‑igsten Geburtstag entgegen nehmen. Gratulanten aus der Nachbarschaft, Vereinen und Politik, erlebten einen Jubilar in geistiger und körperlicher Frische, dem man sein hohes Alter nicht ansieht.

Bei einem leckeren Imbiss sowie Kaffee und Kuchen, konnten die Gäste den Blick aus dem Fenster des gemütlichen Wohnzimmers auf einen gepflegten Garten mit Fischteich genießen, der offenbar auch von Reihern geschätzt wird. Einige Spanndrähte, unter dem Motto „Möge der Anflug misslingen“, sollen die Fische offenbar vor den gefräßigen Schreitvögeln schützen.

Ein sorgenfreies Leben im Kreis der Familie, ein angenehmes Umfeld und eine sichere Rente nach einem erfüllten Arbeitsleben auf der Weltkulturerbe-Zeche Zollverein, das sind offenbar ideale Rahmenbedingungen für viele schöne Jahre im Ruhestand.

Mit einem Blumenstrauß und einer Glückwunsch-Karte, die als Besonderheit auch vom VDV Präsidenten Wilfried Grunau und dem Landesvorsitzenden Ulf Meyer-Dietrich unterschrieben wurde, (die Unterschriften wurden  am 26.11.2017 in Soest, am Rande des Festaktes zum 50 jährigen Jubiläums des VDV Landesverbandes NRW „ergattert“), gratulierte der Bezirk Essen dem Geburtstagskind ganz besonders herzlich und wünscht ihm noch viele glückliche Jahre im Kreise seiner Lieben.