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Nachlese: Besichtigung des Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY)

Termin:  18.04.2026 10:00 Uhr
Ort: Hamburg

Am 18.04.2026 hatte der Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI) zu einer gemeinsamen Veranstaltung der zbi-LArGe SH/HH unter dem Motto: 

„Mit fast 300.000Kilometer pro Sekunde im Ring und dann der Big Bang“ 

beim Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) an der Notkestraße in Hamburg geladen. 

Wir wurden von einem ehemaligen Angestellten herzlichst begrüßt und bekamen anhand einer professionellen und sehr anschaulichen Präsentation einen kurzen Einblick in die Geschichte, den Aufbau und die Struktur von DESY. Das Kernthema aber war, den Zuhören auch ohne detaillierte physikalische Vorkenntnisse die Forschungsbereiche und die Funktionen der Teilchenbeschleuniger bei DESY nahe zu bringen. 

In Hamburg sind etwa 2.700 Mitarbeiter beschäftigt. In Zeuthen bei Berlin sind es etwa 300 Angestellte. Jährlich kommen noch über 3.000 Gastforscher aus mehr als 60 Nationen dazu. Auf dem Gelände entsteht die „DESY Innovation Factory“ als Aushängeschild der neuen Science City Bahrenfeld, ein ganzer Stadtteil der Wissenschaft. 

DESY ist eines der weltweit führenden Forschungszentren für Grundlagenforschung. Es betreibt riesige Teilchenbeschleuniger um die Struktur der Materie zu erforschen. Ein Synchrotron bezeichnet einen ringförmigen Teilchenbeschleuniger. Hier wird das Universum im Kleinsten erforscht, von winzigen Elementarteilchen über innovative Nanomaterialien bis hin zu biologischen Prozessen. Tief unter dem Hamburger Stadtgebiet liegen riesige, kilometerlange Tunnelanlagen für die Beschleunigung von Teilchen. Die Gesamtlänge aller Beschleunigertunnel auf dem Gelände in Hamburg-Bahrenfeld beträgt beeindruckende 16.288 Meter. Die Anlagen erzeugen die weltweit intensivsten Röntgenstrahlen. Damit lassen sich ultraschnelle chemische Reaktionen im Nanokosmos beobachten. 

Es gibt fünf große Ringbeschleuniger welche mit weiblichen Akronymen benannt wurden. 

  1. DESY: Deutsches Elektronen-Synchrotron, Der historische „Ur-Beschleuniger“ von 1964; gab dem Forschungszentrum seinen Namen.
  2. DORIS: Doppel-Ring-Speicher-Anlage, Inbetriebnahme 1974; diente jahrzehntelang der Elementarteilchenphysik und als Röntgenlichtquelle.
  3. PETRA: Positron-Elektron-Tandem-Ring-Anlage, 1978 der leistungsfähigste Beschleuniger der Welt; heute als PETRA III aktiv und in der Weiterentwicklung zu PETRA IV.
  4. HERA: Hadron-Elektron-Ring-Anlage, Der ehemalige Ringbeschleuniger HERA erstreckte sich tief unter dem Hamburger Untergrund und besaß einen Umfang von 6,3 Kilometern.
  5. FLASH: Freie-Elektronen-Laser in Hamburg, Seit 2005 in Betrieb; der weltweit erste Freie-Elektronen-Laser zur Erzeugung ultrakurzer Röntgenlichtblitze. Diese Laserblitze im Femtosekundenbereich machen ultraschnelle Bewegungen von Atomen sichtbar. 

Nach dem Einführungsvortrag folgte ein Rundgang über das DESY-Gelände mit Besichtigung der Forschungseinrichtungen in der HERA- und Petra III Halle. 

Danach ging es in den Beschleunigertunnel. Unser Gästeführer vermochte es die komplexen, hochspezialisierten Geräte wie die Magnete und Detektoren sowie deren Zusammenspiel anschaulich aufzuschlüsseln. 

Gegen 13 Uhr endete die Führung und die Gruppe konnte im DESY-Restaurant zu Mittag essen. Beim regen Gedankenaustausch traten die Erinnerungen aus dem Physikunterricht und der Anwendungsbereiche von Teilchenbeschleuniger z. B. in der Medizin in den Vordergrund. 

Es war eine gelungene Veranstaltung und nochmals vielen Dank an die zbi-LArGe SH/HH für die Einladung. 

Monika Scheper 

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