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Infrastruktur schneller planen – Geodaten konsequent nutzen

Anlässlich der öffentlichen Sachverständigenanhörung zum Infrastruktur-Zukunftsgesetz im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages am 16. März betont der Verband Deutscher Vermessungsingenieure (VDV) die zentrale Bedeutung digitaler Planungsgrundlagen für eine schnellere Infrastrukturentwicklung in Deutschland. Mit dem Gesetzentwurf verfolgt die Bundesregierung das Ziel, Planungs- und Genehmigungsverfahren insbesondere im Bereich der Verkehrs- und Energieinfrastruktur deutlich zu beschleunigen und damit dringend benötigte Projekte schneller zur Genehmigungsreife zu bringen. 

Aus Sicht des VDV geht der Ansatz in die richtige Richtung. Entscheidend sei jedoch, dass Planungsbeschleunigung nicht allein über Verfahrensverkürzungen erreicht wird, sondern vor allem durch eine konsequente Digitalisierung der Planungsgrundlagen. „Wer Infrastruktur schneller bauen will, muss zuerst die Planungsgrundlagen stärken. Präzise Geodaten und moderne Vermessung sind das Fundament jeder Infrastrukturplanung. Das Infrastruktur-Zukunftsgesetz kann nur dann zum Beschleuniger werden, wenn digitale Planungsprozesse und Geoinformationen systematisch eingesetzt werden“, erklärt VDV-Präsident Wilfried Grunau. 

Nach Auffassung des VDV liegt ein wesentlicher Hebel für effizientere Infrastrukturverfahren in der systematischen Nutzung aktueller Geodatenbestände, digitaler Zwillinge und moderner Vermessungstechnologien. Sie ermöglichen präzisere Planungen, bessere Abstimmungen zwischen Behörden sowie eine frühzeitige Bewertung räumlicher Auswirkungen. Der VDV sieht daher im Infrastruktur-Zukunftsgesetz eine wichtige Gelegenheit, digitale Planungsinstrumente stärker im Infrastrukturrecht zu verankern. Dazu gehören insbesondere der standardisierte Zugriff auf hochwertige Geodaten sowie der konsequente Einsatz digitaler und KI-gestützter Planungsmodelle in Infrastrukturprojekten. „Beschleunigte Infrastrukturplanung braucht nicht nur neue Regeln, sondern auch die richtige Expertise. Vermessungs- und Geoinformationsingenieure liefern die Datenbasis und die räumlichen Analysen, auf denen Infrastrukturentscheidungen aufbauen. Diese Kompetenz muss im Infrastruktur-Zukunftsgesetz stärker berücksichtigt werden“, betont Grunau.

Der VDV wird die weiteren Beratungen des Gesetzes im Bundestag und Bundesrat konstruktiv begleiten und ihre fachliche Expertise insbesondere zu digitalen Planungsprozessen und Geodateninfrastrukturen einbringen.

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