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Planende Berufe im Dialog: Gemeinsam mehr Gewicht in der Politik gewinnen

Beim 88. Verbändegespräch in Berlin standen aktuelle berufspolitische Fragen, die Zukunft der Zusammenarbeit und die Rahmenbedingungen für qualitätsvolles Planen und Bauen im Mittelpunkt. Auch der VDV brachte seine Perspektive in den Austausch der beteiligten Organisationen ein.

Wie können die Interessen der planenden Berufe in der Politik künftig besser wahrgenommen werden? Und wie lässt sich die Zusammenarbeit der beteiligten Verbände weiterentwickeln? Diese Fragen prägten das 88. Verbändegespräch am 13. Oktober 2026 im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) in Berlin. Unter der Leitung von Alexander Poetzsch, Präsident des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA), kamen Vertreterinnen und Vertreter der Organisationen zusammen, um aktuelle berufspolitische Entwicklungen zu diskutieren und gemeinsame Perspektiven auszuloten. Das zweimal jährlich stattfindende Treffen bietet den beteiligten Verbänden eine wichtige Gelegenheit, Positionen abzugleichen und Themen zu beraten, die das Planen und Bauen in Deutschland betreffen.

Berufspolitik braucht gemeinsame Positionen

Auf der Tagesordnung standen unter anderem die Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI), der sogenannte Bauturbo sowie die Weiterentwicklung von Planungswettbewerben und anderen qualitätsorientierten Vergabeverfahren. Dabei wurde deutlich, wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen für Ingenieur- und Architekturbüros sind – sowohl mit Blick auf die wirtschaftliche Situation als auch auf die Qualität der Planungsleistungen.

Ein Schwerpunkt war die zukünftige Ausrichtung des Verbändegesprächs selbst. Die Beteiligten regten an, die Zusammenarbeit in einem Workshop grundsätzlich zu diskutieren. Dabei soll es insbesondere darum gehen, die politische Sichtbarkeit der planenden Berufe zu erhöhen, gemeinsame Grundsätze zu vereinbaren und die öffentliche Präsenz der Organisationen besser aufeinander abzustimmen.

HOAI-Novelle bleibt ein wichtiges Thema

Intensiv diskutiert wurde der Stand der HOAI-Novelle. Dass die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen angepasst werden müssen, wird grundsätzlich auch politisch gesehen. Die konkreten Vorschläge für die Honorartabellen stoßen allerdings weiterhin auf Kritik; insbesondere die Höhe der vorgesehenen Anpassungen wird unterschiedlich bewertet. Für die Planungsbüros bleibt damit entscheidend, dass die Reform zu wirtschaftlich tragfähigen Bedingungen für die Erbringung qualifizierter Leistungen führt. Die Novelle ist zugleich ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Planungsberufe. Ergänzend wurden die Ergebnisse einer aktuellen Konjunkturumfrage unter Ingenieur- und Architekturbüros behandelt. Sie liefern wichtige Anhaltspunkte für die wirtschaftliche Lage der Branche und die Herausforderungen, vor denen die Büros stehen.

Baukultur, Hochschulen und digitale Bauanträge

Weitere Themen zeigten, wie breit die gemeinsamen Interessen der beteiligten Organisationen gefächert sind. Die Bundesstiftung Baukultur stellte den Baukulturbericht 2026/27 unter dem Titel „Gestalten – Prozesse, Bauen, Zusammenhalt“ vor. Der Bericht beschäftigt sich mit der Bedeutung guter Planungs- und Bauprozesse und dem Beitrag der Baukultur zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Kritisch angesprochen wurde außerdem der Abbau von Lehrstühlen und Studienangeboten an deutschen Hochschulen in den Bereichen Planen und Bauen. Die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) machte auf diese Entwicklung aufmerksam. Damit verbunden ist die Frage, wie die wissenschaftlichen Grundlagen und die fachliche Ausbildung für die Zukunft gesichert werden können.

Zum Abschluss stellte der Bund der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure (BDVI) die Ergebnisse des Forschungsprojekts „3D-Lageplan zum Baugesuch“ vor. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung des Lageplans für digitale Bauantragsverfahren. Das Projekt zeigt, welche Bedeutung verlässliche Geodaten und eine bessere digitale Zusammenarbeit der beteiligten Fachdisziplinen für effizientere Planungs- und Genehmigungsprozesse haben.

Austausch fortsetzen, Zusammenarbeit stärken

Das Verbändegespräch hat erneut gezeigt, wie viele berufspolitische Fragen Ingenieurinnen und Ingenieure, Architektinnen und Architekten sowie weitere am Planen und Bauen beteiligte Fachleute gemeinsam beschäftigen. Die geplante Verständigung über gemeinsame Grundsätze und abgestimmte politische Aktivitäten bietet die Chance, diese Interessen künftig noch wirksamer zu vertreten. Der VDV wird die weiteren Entwicklungen aufmerksam begleiten und sich dafür einsetzen, dass die Perspektiven der Geodäsie und Geoinformatik im Dialog der planenden Berufe sichtbar bleiben.

(VDV-Geschäftsstelle)

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