Die Universitätsstadt Jena war Veranstaltungsort des VDV-Landesverbandstages 2026 in Thüringen.
Am 25. September 2026 fand in Jena die turnusmäßige Landesmitgliederversammlung im Rahmen des Landesverbandstages mit einem umfangreichen Fachprogramm statt. Die Stadtwerke Jena GmbH war der Veranstaltungsort in der traditionsreichen Stadt der optischen und Feinmechanikindustrie rund um das Unternehmen Carl Zeiss. Die Stadt an der Saale trägt seit 2008 den Titel „Stadt der Wissenschaft“ und wirbt mit dem Namen „Lichtstadt“.
Das Fachprogramm begann mit einer Firmenpräsentation der Vermessungstechnik Aurich CHCNAV. Vorgestellt wurden zwei Handscanner.
Es folgten Fachvorträge zu digitalen Zwillingsprojekten der Stadtwerke Jena. Die vom Bund geförderte Abwassersteuerung mit InSchuka 4.0 (Kombinierter Infrastruktur- und Umweltschutz durch KI-basierte Kanalnetzbewirtschaftung) war Gegenstand des Vortrages von Robert Köllner von JenaWasser. Die Folgen des Klimawandels wie Starkregen, Hochwasser und Dürren werden mit Hilfe eines Systems aus digital steuerbaren Kanalklappen ausgeglichen. Fazit: Künstliche Intelligenz für Kritische Infrastruktur. Die Zustandserfassung, Einmessung von Schäden und Einbindungen in den 6,5 km langen Hauptsammler mittels Laserscanning per Kanaldrohne und die Darstellung in einem 3D-Modell sind hierfür unerlässlich.
Die Stadtwerke Jena Netze kümmern sich als Infrastrukturdienstleister und Partner von Jena Wasser um die Versorgungssicherheit von Strom, Wärme und Erdgas in 22 Städten und Gemeinden der Region. Ronny Bernd verdeutlichte in seinem Vortrag die Notwendigkeit, die mit der Energiewende entstandenen elektrischen Anwendungen wie Wärmepumpen, Wallboxen für Elektroautos und Batteriespeicher im Interesse der Netzstabilität zu garantieren. Der § 14a Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) ist die rechtliche Grundlage, um Verbrauchseinrichtungen mit hohem Energiebedarf sicher in das Stromnetz zu integrieren.
Netzbetreiber erhalten die Möglichkeit, in bestimmten Situationen den Stromverbrauch der Anlagen zu reduzieren („zu dimmen“), um Überlastungen im Netz zu vermeiden.
Schließlich berichtete Jan Misterek über die Herausforderungen bei aufwendigen Vermessungen von Kanalnetzen und unterirdischen Leitungen durch optische und sensorbasierte Verfahren und deren Dokumentation.
Aus den Vorträgen ergaben sich bei den Teilnehmern vielfältige, auch kritische Fragen, die das Interesse am Landesverbandstag des VDV unterstrichen.
In der anschließenden Landesmitgliederversammlung hatte die Vorstandswahl folgendes Ergebnis: Der Landesvorsitzende Gerald Heilwagen wurde für weitere vier Jahre gewählt. Ebenso wurden der Referent für den freien Beruf Andre' Wiedemann und der Referent für den öffentlichen Dienst Falko Hüter wiedergewählt. Andreas Ehliger wurde als Schriftführer gewählt. Elisabeth Groos steht in dieser Funktion nicht mehr zur Verfügung. Für ihre langjährige erfolgreiche Tätigkeit und Unterstützung des Verbandslebens bedankt sich der Vorstand recht herzlich. Als Kassenprüfer wurde Frank Teichmann wiedergewählt.
Zum Landesverbandstag konnte der Landesvorsitzende den neuen VDV-Geschäftsführer Rainer Kießling sowie Burkhard Kreuter als bisherigen Geschäftsführer begrüßen. Der Landesverbandstag klang im nahegelegenen Restaurant „El Greco“, Hotel „Zur Weintraube“, gemütlich aus. Ein besonderer Dank gilt Jan Misterek, der die Veranstaltung in den Räumen seines Arbeitgebers organisierte und durch einen eigenen Vortrag bereicherte.
Gerald Heilwagen