zum Content

Nachlese: Aquäduktmarmor – Der schöne Stein vom Rhein

Termin:  14.01.2026 19:00 Uhr

Am 14.1.2026 referierte der Loträger des VDV Prof. Dr. Klaus Grewe im Haus der Wissenschaft in Bremen zu dem Thema“ Aquäduktmarmor – Der schöne Stein vom Rhein. Vom Kalksinter der römischen Eifelwasserleitung zum Aquäduktmarmor romanischer Kirchen“

In seiner kurzweiligen Rheinischen Art referierte er über das Thema.

Vor fast zweitausend Jahren – vermutlich zwischen 80 und 90 n. Chr. – hatten die Römer ihre große Eifelwasserleitung gebaut, um ihre Colonia Claudia Ara Agrippinensium, das heutige Köln, tagtäglich mit 20 Millionen Liter reinsten Quellwassers zu versorgen. Da die Quellen dieses Aquäduktes in der Nordeifel schön verteilt im Gebiet der Sötenicher Kalkmulde lagen, lieferten sie entsprechend kalkhaltiges Wasser. Das wiederum führte zu Ablagerungen, die durch Ausfällung des Kalkes beim Transport des Wassers entstanden – ein Vorgang, der den Verkalkungen in der häuslichen Kaffeemaschine sehr ähnlich ist. In der Eifelwasserleitung waren im Laufe der fast zweihundertjährigen Betriebszeit bis zu 30 cm starke Versinterungsschichten entstanden, die den Durchlauf des Wassers allerdings nicht behinderten, da die Römer mit großem Querschnitt – also auf „Zuwachs“ – gebaut hatten.

Seit dem Mittelalter wurde die Wasserleitung nicht mehr genutzt.

Im hohen Mittelalter hat man diesen seltenen Stein gebrochen, da sich unter der Hand von Steinmetzen daraus marmorähnliche Säulen, Altarplatten usw. herstellen ließen. Wegen seines wunderschönen Farbenspiels und seiner feinen Marmorierung wurde der Aquäduktmarmor zum begehrten Schmuckstein der Romanik. Werkstücke aus diesem Material finden sich in fast allen romanischen Kirchen des Rheinlandes und von Paderborn bis Hildesheim und weit darüber hinaus. Selbst Kirchen in den Niederlanden, in England und Dänemark sind mit Aquäduktmarmor aus der Eifel verschönert worden.

Die römische Eifelwasserleitung wurde auf einer Länge von mehreren Kilometern in der Eifel gebrochen. Die Recherche, wo der Aquäduktmarmor eingebaut wurde, ist sehr zeitintensiv und die Geschichte dazu ist hoch spannend, als ob man bei der Kriminalpolizei arbeitet oder einen Krimi lesen würde.

Auf einem Spickzettel seines Vorgängers stand, dass in einer Kirche ein Verantwortlicher mit einer Steintreppe (28 Platten) zur Empore nicht mehr zufrieden war und diese ausbauen und durch eine andere Treppe ersetzen ließ. Prof. Dr. Klaus Grewe suchte die entsprechende Kirche und sprach mit den örtlichen Verantwortlichen, wo die Platten der Treppe geblieben sind. Der Verantwortliche wusste es nicht. Durch Zufall hörte eine Person das Gespräch und sagte, dass die Platten lange in einer Ecke auf dem Friedhof lagen und man diese loswerden wollte. Die Platten wurden an eine Person verschenkt, welche diese abgeholt hätte. Weitere Recherchen waren nötig, diese Person herauszufinden. Als die Person gefunden wurde, lagen die 28 Platten, davon eine etwas kürzer, auf seinem Grundstück. Er handelte mit dem Material wie früher auch die Steinmetzer und verkaufte davon kleine Scheiben an Interessierte. Auf die Frage, ob er diese Platten dem Museum zu Verfügung stellen würde, verneinte er. Die Jahre vergingen und der Mann wurde älter. Prof. Dr. Klaus Grewe war hartnäckig und fragte nochmals an. Jetzt stimmte er zu und lieferte die Platten. Beim Nachzählen stellte man allerdings fest, dass er nur 26 Platten geliefert hatte. Also zwei für sein Geschäftsmodell behalten hatte.

Auf einem anderen Spickzettel stand, dass ein Grabstein aus Aquäduktmarmor nicht mehr genutzt wurde. Bei dieser Recherche kam heraus, dass die Platte waagerecht hinter der Kirche in den Boden eingelassen wurde und der Rasenmäher dort abgestellt wurde.

Über diese und weitere Recherchegeschichten berichtete uns Prof. Dr. Klaus Grewe und nahm die Zuhörer mit in die Welt seiner Arbeit.

In Rheinbach im Römerkanal-Infozentrum, Himmeroder Wall 6, wird die Geschichte lebhaft gestaltet und dort können Sie sich weiter informieren.

Vielen Dank Klaus für Deinen Vortrag in Bremen

 

 

 

 

Der VDV Landesverband Bremen/Unterweser möchte Sie auf eine Veranstaltung Freundeskreis der Antike zu Bremen aufmerksam machen, wo unser VDV-Mitglied und Träger des Goldenen Lotes von 2014, Prof. Dr. Klaus Grewe, Geodät und Buchautor, einen Vortrag zu folgendes Thema hält:

Aquäduktmarmor – Der schöne Stein vom Rhein

Vom Kalksinter der römischen Eifelwasserleitung zum Aquäduktmarmor romanischer Kirchen

Referent: Prof. Dr. Klaus Grewe

 

Am Mittwoch, 14. Januar 2026, 19:00 Uhr, im Haus der Wissenschaft, Olbers Saal OG, Sandstr.4/5, 28195 Bremen, Tel.: 0421 218 695-00.

Eintritt: 
Mitglieder des Freundeskreises frei; Nichtmitglieder 4,- €
ermäßigt (Schülerinnen, Schüler und Studierende) 2,- € 
Für die Mitglieder des VDV übernimmt der VDV die Eintrittskosten.

Unter folgenden Link sind nähere Informationen zum Vortragsort: Kontakt