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Baustellenbesichtigung der 2. Stammstrecke am Marienhof

Termin:  22.05.2026
Ort: München

Im Rahmen einer eindrucksvollen Baustellenbesichtigung erhielten einige Mitglieder des Bezirks Bayern-Süd am 22. Mai 2026 spannende Einblicke in den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München. Am Marienhof, mitten im Herzen der Innenstadt, entsteht derzeit ein neuer unterirdischer Bahnhof, der künftig einen zentralen Baustein für den öffentlichen Nahverkehr der Landeshauptstadt bilden wird.

Die zweite Stammstrecke soll das bestehende S-Bahn-System entlasten und die Kapazitäten im Münchner Nahverkehr deutlich erhöhen. Auf rund elf Kilometern Länge entstehen neue Tunnel, moderne Bahnhöfe und zusätzliche Verbindungen, um den stetig wachsenden Anforderungen im Ballungsraum München gerecht zu werden. Besonders der Bahnhof Marienhof wird künftig ein wichtiger Knotenpunkt zwischen S-Bahn, U-Bahn und Innenstadt darstellen.

Nach einem kurzweiligen und informativen Einführungsvortrag ging es direkt auf die Baustelle. Bereits an der Oberfläche wurde deutlich, welche Dimensionen dieses Bauvorhaben annimmt: Der gewaltige Turmdrehkran auf der Baustelle ist Deutschlands stärkster Kran seiner Art. Er kann Lasten von bis zu 48 Tonnen heben und verfügt sogar über einen integrierten Aufzug. Sämtliche Baumaschinen und Materialien werden über diesen Kran in die Tiefe transportiert – eine logistische Meisterleistung mitten im urbanen Raum.

Die Führung begann in Ebene fünf, dem tiefsten Punkt der Baustelle. Dort werden künftig die neuen S-Bahn-Röhren verlaufen. Die Vermessungsarbeiten werden von zwei Vermessungsingenieuren der Firma Hoch Tief koordiniert. Zusätzlich sind vier Vermesser in Vollzeit auf der Baustelle tätig, während acht weitere Fachkräfte bei Bedarf hinzugezogen werden. Neben der Baustellenvermessung selbst liegt ein weiterer Schwerpunkt auf dem umfassenden Monitoring der umliegenden Gebäude. Um selbst kleinste Bewegungen oder Setzungen frühzeitig zu erkennen, wurden insgesamt 1.100 Schlauchwaagen installiert. Zusätzlich führen 12 fest montierte Tachymeter kontinuierlich Deformationsmessungen durch. Dieses engmaschige Überwachungssystem gewährleistet die Sicherheit der historischen und modernen Bebauung rund um die Baustelle.

Von der tiefsten Ebene aus arbeitete sich die Gruppe Schritt für Schritt nach oben. In Ebene drei konnten die Teilnehmer die Arbeiten an der künftigen Verbindungsröhre zur U-Bahn besichtigen. Diese wird im sogenannten bergmännischen Vortrieb hergestellt. Dabei wird der Tunnel abschnittsweise von Baggern abgetragen. 

Schließlich wieder an der Oberfläche angekommen, ging es wie gewohnt noch in ein bayerisches Gasthaus, um den Tag dort ausklingen zu lassen und weiter darüber zu diskutieren, mit welchem technischen Aufwand, welcher Präzision und welchem Engagement in München an der Mobilität der Zukunft gearbeitet wird.