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Nachlese: Führung im Wenninger GeoMuseum

Termin:  14.04.2026 18:00 Uhr
Ort: München

Vermessungsgeschichte im Spiegel der Zeit – ein Besuch im Wenninger GeoMuseum

Am 14. April 2026 lud Bayerns Ehren-Landesvorsitzender Helmut Wenninger in die Büroräume von CADdy Geomatics ein, um gemeinsam einen Streifzug durch die  Geschichte der Vermessung zu unternehmen. Wer die Räumlichkeiten betritt, merkt sofort: Dies ist der ideale Ort für eine solchen Streifzug: Die Büroräume beherbergen eine gewaltige Sammlung geotechnischer Geräte, die eigentlich eine deutlich prominentere Ausstellungsfläche verdient hätte als einen Truderinger Hinterhof. 

Den Grundstein für das Wenninger GeoMuseum legte der Erwerb der alten Asservatenkammer des Ertelwerkes, dem Nachfolger der Reichenbach‘schen Werkstätten. Ausstellungsstücke wie der Urmeter von Reichenbach, mit dem er seine Instrumente eichte, oder ein nur streichholzschachtelgroßer (aber vollständig funktionaler) Theodolit stammen aus diesem Bestand. Neben Instrumenten der Eich- und Winkelmesstechnik findet man aber ebenso Geräte zur Höhen- und Distanzmessung, photogrammetrische Systeme, Karten, Rechenmaschinen, und vieles mehr. Neugierige Leserinnen und Leser seien auf die Homepage des Museums verwiesen, auf der auch alle Ausstellungsstücke beschrieben sind: https://www.wenninger-geo-museum.com/

Während der Führung wurde den Teilnehmenden schnell deutlich, wie eng Fortschiritt und Neugier miteinander verknüpft sind. Ob frühe Messinstrumente, raffinierte Erfindungen oder die mathematischen Grundlagen dahinter – schnell wurde klar: Ohne die Pionierarbeit von Geometern, Erfindern und Mathematikern wäre unsere heutige, präzise Vermessung der Welt schlicht undenkbar.

Zu solchen Pionieren gehörte sicher auch Wenninger selbst. Bereits in den 1980er Jahren führte er erste Messkampagnen mit digitaler Erfassung durch. 1990 teste er persönlich den Prototyp seines „Flying Surveyor“ in der Sahara– damals ein motorisierter Paraglider, von dem aus Fotos aufgenommen und später mit dem Digitizer photogrammetrisch ausgewertet werden konnten. Dass bei solch innovativen Ideen auch einmal etwas zu Bruch, gehört dazu - und liefert zugleich unterhaltsame Anekdoten, die bei einer zünftigen Brotzeit mit Leberkäse, Kartoffelsalat und Brezen lebhaft diskutiert wurden. 

Wir bedanken uns nochmals ganz herzliche für den gelungenen Abend und freuen uns bereits auf die nächste Bezirksveranstaltung: den Besuch des Walchensee-Kraftwerks am 17. Juli 2026.