Einmal jährlich kommen die Präsidenten aller maßgeblichen Geoverbände – von den Geodäten über Markscheider, Kartographen, Hydrographen und Photogrammeter bis hin zur Geoinformationswirtschaft – zu einem gemeinsamen Strategiegespräch zusammen. Dieses Format hat sich als wertvoller und konstruktiver Rahmen etabliert, um aktuelle Herausforderungen der Branche zu beraten, Positionierungen abzustimmen und gemeinsame Aktivitäten strategisch zu koordinieren. Ziel ist eine engere Zusammenarbeit der Verbände sowie eine stärkere inhaltliche Abstimmung in der Gremienarbeit.
In diesem Jahr fand das Treffen am 26. Februar in Lüneburg statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wo die Geo-Branche im Jahr 2026 steht und wie sie ihre Zukunft strategisch gestaltet.
Die Berichte aus den Verbänden machten deutlich, dass insbesondere drei Themen die aktuelle Entwicklung prägen: die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Berufsbild und Arbeitsprozesse, der zunehmende Nachwuchsmangel sowie die strategische Vorbereitung der INTERGEO 2026.
Die Diskussion zeigte, dass KI längst kein Randthema mehr ist. Sie verändert Arbeitsweisen, Qualifikationsanforderungen und Geschäftsmodelle grundlegend. Damit verbunden ist die Notwendigkeit, das Berufsbild weiterzuentwickeln, Kompetenzen gezielt auszubauen und regulatorische wie ethische Fragestellungen aktiv zu begleiten.
Gleichzeitig bleibt die Nachwuchssicherung eine zentrale Zukunftsaufgabe. Der Fachkräftemangel erfordert abgestimmte Maßnahmen der Verbände, eine stärkere Sichtbarkeit der Berufsbilder sowie gemeinsame Initiativen in Ausbildung, Studium und Öffentlichkeitsarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Vorbereitung der INTERGEO 2026. Die Verbände streben einen gemeinsamen Auftritt im Verbändepark an, um die Leistungsfähigkeit und Geschlossenheit der Geo-Community sichtbar zu machen und zentrale Zukunftsthemen geschlossen zu vertreten.
Das Treffen hat erneut verdeutlicht: Die Herausforderungen sind komplex und vielschichtig. Zugleich liegt im koordinierten Handeln der Verbände eine erhebliche Gestaltungskraft. Die enge Abstimmung unter dem Dach der „Bremer Erklärung“ bleibt daher ein wesentlicher Baustein für eine starke, zukunftsfähige Geo-Branche.