Der diesjährige VDV-Bundeskongress findet vom 07. bis zum 10. Mai 2026 in Göttingen statt. Über mehrere Tage hinweg kommen Fachleute aus Geodäsie, Geoinformatik und angrenzenden Disziplinen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, sich fachlich auszutauschen und den Blick auf die Zukunft des Berufsstandes zu richten.
Auftakt mit öffentlichem Gauß-Vortrag und vielseitigem FachprogrammÖffentlicher Auftakt mit historischem Bezug
Den offiziellen Auftakt bildet am Freitagvormittag (08. Mai) die Eröffnungsveranstaltung mit einem öffentlichen Festvortrag:
- Thema: „Carl Friedrich Gauß und die Königlich Hannoversche Landesvermessung“
- Referent: Dipl.-Ing. André Sieland (Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen)
- Termin: Freitag, 08. Mai 2026, 10:00–12:00 Uhr
- Ort: Parkhotel Ropeter, Kasseler Landstraße 45, Göttingen
- Eintritt: frei (formlose Anmeldung unter info(at)VDV-online.de erbeten)
Der Vortrag stellt die historische Landesvermessung in den Kontext moderner geodätischer Methoden und verdeutlicht die bis heute nachwirkende Bedeutung der Arbeiten von Carl Friedrich Gauß.
Fachprogramm: Von Messtechnik bis KI-Anwendungen
Das fachliche Programm am Samstag greift zentrale Themen der aktuellen Entwicklung auf. Zwei Fachvorträge stehen exemplarisch für die Bandbreite des Berufsfeldes:
- Fertigungsmesstechnik als Berufsfeld für Geodäten
- Zustandserfassung und -bewertung von Infrastrukturen – von hochauflösender Datenerfassung über hybride Referenzierung bis hin zu KI-gestützten Auswertungen in der Cloud
Begleitet wird das Fachprogramm von einer Fachfirmenausstellung, die Einblicke in neue Technologien, Produkte und Dienstleistungen bietet.
Austausch, Verband und Einblicke in Wissenschaft und Praxis
Neben dem fachlichen Teil prägen verbandliche Veranstaltungen das Kongressgeschehen, darunter die Bundesmitgliederversammlung des VDV sowie die Sitzung des Bundesvorstands.
Ergänzt wird der Kongress durch ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Einblicken in Wissenschaft, Geschichte und Praxis. Dazu zählen unter anderem:
- Führungen zum Wirken von Gauß in Göttingen (Sternwarte, Grabstätte und Wohnorte)
- Besuche wissenschaftlicher Einrichtungen wie dem Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung
- Einblicke in industrielle Anwendungen, etwa im Rahmen einer Werksführung
- Stadt- und Themenführungen zur Wissenschaftsgeschichte, Universitätsgeschichte und lokalen Besonderheiten
Auch für den informellen Austausch ist Raum vorgesehen – vom gemeinsamen Auftakt („Come together“) bis zur Abendveranstaltung am Samstag.
Geodäsie als Grundlage moderner Anwendungen
Der Bundeskongress macht zugleich deutlich, wie breit und zukunftsorientiert das Berufsfeld heute aufgestellt ist. Geodätinnen und Geodäten arbeiten an den Grundlagen zahlreicher Schlüsseltechnologien – von präziser Industrieproduktion über Infrastrukturmonitoring bis hin zu datengetriebenen Anwendungen und digitalen Zwillingen. „Geodäsie ist ein hochmodernes und vielseitiges Arbeitsfeld“, betont VDV-Präsident Wilfried Grunau. „Unsere Arbeit liefert die Datenbasis für viele Innovationen – von der präzisen Fertigung bis hin zur intelligenten Auswertung großer Datenmengen.“ Mit dem Bundeskongress in Göttingen unterstreicht der VDV die Rolle der Geodäsie als unverzichtbare Disziplin in einer zunehmend vernetzten, digitalen und technologiegetriebenen Welt.